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Der Israelit · 1902-08-04 · Heft 62 (4.8.1902) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 62 (4.8.1902)
Date
1902-08-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1825 wendet, und dem Naffauischen Verein zur Förderung des Handwerks unter den Juden in Wiesbaden, der zwei unserer Zöglinge in seine Obhut genommen. Auch den Bne-Brislogen, die unsere Zwecke durch Zuwendung von Gaben förderten, sei der gebührende Dank gesagt. Zum Schluß sprechen wir noch die Hoffnung aus, daß die Zahl der Freunde unseres Kinderheims sich immer mehr vergrößern'möge, so daß wir stets in der Lage seien, über geistige Fortschritte der Anstalt zu berichten. Die Verwaltung besteht aus den Herren: Apelt- Halle. Herm. Cramer-Frankfurt a. M. Louis Feist (Firma: Beer, Sondheimer u. Co.), Frankfurt a. M. Louis Goldschmidt (Firma: I. M. Bon), Leipzig. Jul. Goldschmidt (Firma: I. & S. Goldschmidt), Frankfurt a. M. Vankdirektor Carl Herzberg-Frankfurt a. M. Aron Hirsch (Firma: Aron Hirsch u. Sohn), Berlin. L. Mainz-Frankfurt a. M. Rechtsanwalt - Memelsdorf-Limburg. Leop. Rosenthal-Diez. Prof. Dr. A. Sulzbach-Frankfurt a.,M. Schenklengsfeld, 30. Juli. Die hiesige Chewra- Bachurim feierte am Rosch-Chodesch Tamus das seltene Jubiläum ihre 75jährigen Bestehens. Nachdem sich zu Minchah die Vereinsmitglieder zu einem Gottesdienste zusammengefunden, hielt unser hochverehrter Herr Lehrer Grünewald in ergreifenden Worten eine der Bedeutung des Tages würdige Rede, in welcher er u. A. der wackeren Begründer der Chewra gedachte, die, wenn auch unter dem Drucke der damaligen Zeit lebend, doch in heißer. Liebe zum Judenthum einen Verein geschaffen, der sich die Pflege von Thora, Aboda und Gemilus Chasodim auf sein Panier geschrieben, das auch dieser jederzeit getreu der Initiative seiner Begründer hoch-, gehalten. Nach dem Gottesdienste fanden sich die Vereinsmitglieder zu einem Festessen im Schlitzer-Hof zusammen. Auch hier erfreute Herr Grünewald die Anwesenden mit manchen schönen Di vre Thauroh. — Eine Versteigerung des Birchas Ha-Mosaun ergab einen ansehnlichen . Betrag für einen wohlthätigen Zweck, und trennte man sich erst spät nach längerem, gemüthlichen Beisammensein mit dem Bewußtsein le-Schem Schomajim einige freudige Stunden verlebt zu haben. Den Theilnehmern aber möge es vergönnt sein, auch die Centenarfeier ihres Vereins zu begehen. S. K. Wurzburg, 30. Juli. Der Zweck dieser Zeilen ist, auf die irrthümliche Auffassung der bekannten Stelle K'Oi *n p"v rb-v vd n*x aus der man gewöhnlich das Erlaubtsein des Schachspielens am Sabbat entnimmt, aufmerksam zu machen. Sie lautet c'jrctrcp D bs «pt "fpss frrpp„ pn&b invi 15» i’B'b P212NV pw b'ttti 5p. „Es ist erlaubt (am Sabbat) mit Beinchen zu spielen, die Tschich (in einigen Ausgaben T^en» genannt werden, obgleich sie Töne Hervorbringen, weil man nicht die Absicht hat, Musiktöne zu erzeugen." Man glaubt nun, rnn meinte, damit das Schachspiel. Jeder, der das Schachspiel kennt, weiß, daß 5p rawirn dabei nicht stattfindet; es kann schon um deffentwillen dieses Spiel nicht gemeint sein. Außerdem finden wir so sehr viele Der-. bote wegen wv pp'ji, warum sollten wir nicht auch dabei annehmen, es könnte ein Stück zerbrochen und wieder hergerichtet werden?, also ein ausgesprochener feststehender "nv'rr. Daher kann hier von Schachspiel durchaus nicht die Rede sein. Die Stelle findet jedoch ihre Erklärung durch eine andere Stelle nbntt *5» t» : p*D m "v welche die drei Theile des Fußes behandelt: ^--p j'iipV mpiZ'M »2 ll'pnVvs' MN n, VHN, darauf bemerkt wirr pnp :jna vm Daraus geht wiederum hervor, daß sowohl in n'u als auch in ■F» von einem Spiel mit Knöchelchen die Rede, das ähnlich dem Nüssespielen der Kinder ist, wobei Töne absichtslos hervorgebracht werden, weßhalb diese Spiele am Sabbat erlaubt sind. Einen Beweis für Erlaubtsein des Schachspielens am Sabbat können wir. in dieser Stelle nicht finden. T. O e st e r r ei ch. - Wien, 31. Juli. (R u m ä n i s ch e E Migrant en.) Der Durchzug der jüdischen Auswanderer aus Rumänien durch Wien findet, so schreibt die „Neue Freie Presse", noch immer seine Fortsetzung, und wenn man sich an manchen Vormittagen in den Gepäcksraum des Nordwestbahnhofes begibt, so kann man dieses er- . greifende Stück menschlichen Elends dort immer von Neuem beobachten. Eine düstere Schaar, die der Jammer und die Noth aus ihren Schlupfwinkeln getrieben und gezwungen hat, einen neuen schweren Kampf um's Dasein zu beginnen, findet man dort versammelt. Aus den Augen mit dem erloschenen Glanz, aus den hohlen Wangen und abgezehrten Mienen spricht der Hunger und das Elend. Hier in Wien ist die erste Etappe dieses jammervollen Menschenzuges. Nach einer kurzen Rast geht es dann fort, immer weiter und weiter in die Ferne, in's Ungewisse. Zusammengepfercht in den EisenbahnkoupeS, eingezwängt zwischen kleinen ändern und Gepäcksstücken, setzen die Auswanderer die Reise in heißer Sonnengluth und ohne Aufenthalt stunden- und tagelang fort. Eine solche Mitleid erregende Truppe war auch heute Vormittags auf dem Nordwestbahnhyfe zu finden. Die Auswanderer waren Morgens um 6 Uhr auf dem Staatsbahnhofe angelangt und wurden von dem Vertreter der „Alliance isr." erwartet. Dieser brachte sie in Stellwagen auf den Nordwestbahnhof, gab ihnen zu essen und zu trinken, versorgte sie mit Fahrkarten bis nach Rotterdam und überwachte ihre Abfahrt. Nur wenige Männer waren bei dieser Gruppe, es waren fast durchwegs Frauen und Mädchen,.

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