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Der Israelit · 1902-08-04 · Heft 62 (4.8.1902) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 62 (4.8.1902)
Date
1902-08-04
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1324 leitenden Kreise das wissen müssen, wissen auch müssen, . wie gefährlich es ist, „den Leu zu wecken," mußten fie doppelt und dreifach vorsichtig dem offen auftretenden Antisemitismus gegenüber sein, sollten sie ihm nicht das Schwarze unter dem Nagel nachsehen, geschweige denn nachgeben. Zettrwgsrrachrichte« und Corresporrderrzerr. Deutschland. Aschaffenburg, 3t). Juli. Der auf Veranlassung des Distriktsrabbiners Dr. Wachenheimcr, durch die israelit. Kultusverwaliung von seinem Amte enthobene Kultusbeamte B. Segall wurde einem Rufe des Großherzoglichen Landrabbiners Dr. Marx in Darmstadt zufolge, von der israelitischen Kultusgemeinde dortselbst einstimmig gewählt. Wir wünschen Herrn Segall, welcher sich während seiner sechsjährigen Thätigkeit hier einer allgemeinen Beliebtheit erfreute, in seinem neuen Wirkungskreise recht viel Glück. AuS Elsaß-Lothringen, 3. Aug. Die amtliche „Straßburger Korrespondenz" schreibt: Der an den öffentlichen höheren Schulen ertheilte Religionsunterricht wurde bisher von den staatlichen AufsichtsoroaneN nur hinsichtlich der Disziplin und Methode inspizirt; vielfach brachten es die konfessionellen Verhältnisse mit sich, daß sich die Direktoren einer Aufsicht über diesen Unterricht ganz enthielten. Mancherlei Uebelstände, die sich daraus ergaben, haben dazu geführt, daß im Einvernehmen des Oberschulrathes mit den kirchlichen Behörden, und zwar sowohl mit den Bischöfen von Metz und Straßburg, wie mit dem Direktorium der Kirche Augsburgischer Konfession und dem Synodalverband der reformirten Kirche, sowie mit den israelitischen Konsistorien eine kirchliche Inspektion des Religionsunterrichts an den höheren Schulen eingerichtet wird, welche unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechts über diesen Unterrichtszweig den Religionsunterricht auch von kirchlicher Seite her zu heben und zu fördern bestimmt ist. Es wird damit für Elsaß-Lothringen eine Einrichtung getroffen, wie sie in anderen deutschen Ländern bereits seit langer Zeit, in Preußen beispielsweise seit 1829 geordnet ist. Die von den verschiedenen kirchlichen Behörden im Einvernehmen mit dem Oberschulrath beauftragten Inspektoren des Religionsunterrichtes haben an ihre Auftraggeber zu berichten; den kirchlichen Behörden bleibt es dann überlassen, etwaige weitere Verhandlungen mit dem Oberschulrath einzuleiten.- > Diez, 3. Aug. Dem Jahresbericht des „Deutsch- Jsraelitis^n Kinderheims" für das Jahre 1901 -<Ve:- . ein zur Erziehung , israelischer Waisen Und Kinder unbemittelter Eltern aus dem Deutschen Reich) entnehmen wir: . Der Rückblick auf das vergangene Jahr unserer Vereinsthätigkeit erfüllt uns mit der befriedigenden Genugthuung, den Freunden und Gönnern unserer Anstalt ein erfreuliches Bild der Weiterentwickelung des Kinderheims darbieten zu können. . Die Anzahl der Zöglinge, die alle ihre Schulbildung in der Volksschule zu Diez und den Religionsunterricht in der Anstalt selbst unter Inspektion des Herrn Bezirksrabbiners Dr. Weingarten in Ems empfangen, betrug im Schuljahr 1901/2 43. Diese rekrutiren sich aus allen Gegenden unseres deutschen Vaterlandes: aus Preußen 19 (aus Hessen-Nassau 8, Provinz Sachsen 3, Westpreußen 3, Rheinprövinz 2, Hannover, Posen, Schleswig-Holstein je 1), aus Bayern 6, Königreich Sachsen 7, Großherzogthum Hessen 6, Baden, Coburg-Gotha, Anhalt, Bremen, Elsaß-Lothringen je 1. Wie ihre Zeugnisse beweisen, erwerben unsere Zöglinge sich durchweg die Zufriedenheit ihrer Lehrer, und die Fortschritte, die sie machen, sind ersichtlich. Mit Schluß des Schuljahres wurden 7 Zöglinge entlassen, von denen 5 zum Kaufmannsstande übertraten, 1 zu einem Metzger in die Lehre kam und 1 in eine Präparantenanstalt eintrat, um sich für den Lehrerberuf vorzubereiten. Der Gesundheitszustand der Zöglinge war G. s. D. ein höchst befriedigender, ernste Erkrankungen sind nicht vorgekommen. Dieses günstige Resultat verdanken wir nicht zum mindesten der trefflichen körperlichen Fürsorge, deren sich unsere Zöglinge im Hause erfreuen, wie der herrlichen Lage, unseres Heims in luftiger Höhe und der unmittelbaren Nähe des Waldes, der zu täglichen Spaziergängen die beste Gelegenheit bietet. Auch konnte den Kindern die Freude eines größeren Ausflugs nach Ems und Nassau am 2. September gewährt werden. Die Kaddischstiftungen haben im vergangenen Jahre eine wesentliche Vermehrung erfahren. Allen edlen Spendern, die uns so liebevoll in unserer Thätigkeit unterstützten, sei herzlicher Dank-gesagt. Mögen sie als schönsten Lohn für ihre Mithilfe das Bewußtsein empfinden, an einem Werke wahrhafter Menschenliebe mitgearbeitet und mitgeholfen zu haben das Wohl so Vieler zu fördern, welche ohne die werkthätige Liebe im Elend untergegangen wären. Zu besonderem Danke fühlen wir uns dem jüdischen Verein zur Förderung des Handwerks unter den Juden in Frankfurt a. M. verpflichtet, der uns noch immer seine Unterstützung geliehen, sobald wir an ihn unsere aus der Anstalt entlassenen Zöglinge uns ge-

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