Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 62 (4.8.1902)
- Date
- 1902-08-04
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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1s22 Wie und auf welche Weise wir in diesem Falle | etwas thun können, weiß ich heute noch nicht." „Also legen wir die Sache in Gottes Hand." Man vernahm Schritte, die sich der Thüre näherten. Auf das leise Klopsen öffnete Stern selbst die Thüre, in dessen Rahmen eine allbekannte Persönlichkeit Grünfelds erschien. Es war das sog. „rothe Herschle", Schadchen von Beruf. Ein kleiner Mann, mit rothem. Haar und etwas verschmitzt lächelndem Gesichte. „Gut Schabbes!" grüßte er freundlich, „da treffe ich es ja ganz gut, kein Besuch da, wie sonst. Will gleich sagen, was ich Euch bringe." Mit dem Deutsch nahm er .es nicht so genau. „Natürlich was Gutes," meinte Stern lächelnd. „Ebbes Chuschevs. War die Woch' in Frankfort, hawe se mer for Euern Alfred e Mädche angetrage/ schö und tüchtig, bringt 60,000 Mark; un kann alles, gesunge hat se den „Lecho Tautie", ich Hab' greine müsse," dabei wischte er sich jetzt noch die Augen.- „Na, Frau Stern, Sie sage gar nix. Sin wohl heut mit dem linke Fuß zuerst uffgestiege. Mann Sie nix schwätze, sag ich ach de Name net." Stern sah, wie lästig der Besuch seiner Frau war und wandte ein Mittel an, das den Schadchen sicherfortbrachte. „Herschle, Euch will ich's sage, es ist mit Alfred was im Werk." „So, na da braucht er mich nimmer," sprach's und eilte ohne Gruß davon. «Jetzt heißt es im ganzen Dörfchen, Alfred verlobt sich," sagte Stern und lachte aus vollem Halse. Frau Emma schwieg. In diesem Augenblicke ertönte die Klingel in der neben angebauten Bäckerei und in der Thüre erschien das Dienstmädchen der Frau Rabbiner Braun, um die gesetzte Erbensuppe und Kugel zu holen. Stern erhob sich, ging hinüber, um zu sehen, ob der christliche Gesell an seinem Platze wäre. Frau Emma hatte indessen, nachdem ihr Gatte fort war, ihr Gemüth nicht sogleich beruhigt; denn derjenige, um den es sich handelte, betrat soeben das Zimmer. > Alfred war von großer, kräftiger Gestalt. Das Gesicht, von einem blonden Backenbart umrahmt, der ihn älter erscheinen ließ, hatte regelmäßige Zuge und seine schönen, blauen Augen blickten gutmüthig in die Welt. Er reichte bei seinem Eintrittsgruße:'„Gut Schabbes" seiner Mutter die Hand. Dieselbe erwiederte den Gruß und benützte, die kurze Abwesenheit ihres Mannes, um mit dem Sohne das ihr so wichtige Thema zu erörtern, denn sie besaß das ganze Vertrauen ihrer Kinder. Sie war ihnen nicht nur eine Erzieherin, Leiterin und Führerin durch's Leben, sie war ihnen auch eine Freundin, mit der sie alle jene tausend Kleinigkeiten besprechen konnten, die ein jugendliches Herz erfreuen und betrüben. Sie fragte ihn leise: „Weißt Du schon von drüben?" dabei nickte sie mit dem Kopfe dem Nachbarhaufe zu. Frau Emma nahm dabei wieder Platz. (Fortsetzung folgt.) Auflösung des WäLysets in Mumrner 57 „Israels Hoffnung". Richtige Lösungen sandten ein: Lehrer H. Reich—Wiesenfeld. S. M. Bachrach—Elmshorn. Lehrer Ackermann—Wiesloch. Lehrer Wissoker—Frankfurt a. Talmudist Steinberger Wilmas— Abaui-Szanto. Julius Schwarz—Steinamanger. Wochen-Uslenöer. Freitag, 8. August. 5. Aw. Sabbat-Anfang in Mainz und Frankfurt a. M. 7 Uhr 15 Min. Samstag, 9. August, 6. Aw. pW»'» tPWI Sabbat-Ausgang in Mainz und Frankfurt am Main 8 Uhr 50 Min. — Berlin 8 Uhr 35 Min. — München 8 Uhr 21 Min. — Hannover 8 Uhr 44 Min. — Stuttgart 8 Uhr 35 Min. — Vrag 8 Uhr 15 Min. — Straßbucg 8 Uhr 40 Min. — Bosen 8 Ubr 22 Min. — Stettin 8 Uhr 36 Min. Dienstag. 12. August. 6. Aw. 310 ’O Der „JSsseltt" «Wckrt MssSQM» «DÄ J&osaneratego, jeüeSsnck l» mindestens zwei Doge». Preis pro Vierteljahr bei der Post 8 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Ma» abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Sllchhsudel vrvkrhm durch 0. A StriusiLev, Srtzr?rg, NstzplstzZS.— Inserate 25 Pfennig die Viergespavrne NonpsreiLszelleoder deren Kaum. Preis d» Zcklr kn Keelamethell 75 Pfennig. — Direkte Francorusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder iS Krone» Sperr., für'S Ausland 18 Mark, an die Expedition franes einsenden. Postzeitungsliste 3793. Telephon 1015. Stellchrcheude und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Sfefa* AuSgabo bsS ZSsaelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalte». Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, (9 kann man sich für LS Pfennige daS Vierteljahr, Indeß ausschließlich bet der Pop, auf dieselbe unter Nr. 3792 a abonnirrn. Auf Wunsch llurrdea wir öle Zahlung dsS JnferttouSbetssgS «m außer Stelle Befindliche bis «ach Erlangung einer solche«. «_>'>>>>>> I Hill .1 IUJ, III,. .1 u.iubimi .P-H'i'.i' ' —an»eii in. ippi Ul»————mm Zuhatt tHauvLblatt): Rabbi Jacob Joseph v'b — Rew-Dork. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Bonn- Konitz. Halberstadt. Kiel. Bad Kissingon. -Frankreich: Paris. England: London. — Feuilleton: Jtzig Sch mul. der Juwelier (Schluß. — Eine Verlobung nach Hindernissen. — - ' . Inhalt ver OeUage: Der Antisemitismus und die polnische Agitation. — Zeitungsnachrichten und Correspondettzen: Deutschland: Aschassenburg. Aus Elsaß-Lothringen. Dieb. Schenklengsfeld. Würzburg. Oesterreich: Wien. — Vermischtes. CSs4rc=£tScS3ea« Spendeu-Verzeichnisse. . Derantworlliche Redaction: OSear Lehmann in Mainz. — Expedition des ^Sraelit". Schottstraße Nr. L Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu zwei BeUage«.