Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 61 (31.7.1902)
- Date
- 1902-07-31
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2449795-2449851--56388-2519056- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
fjf.i u.f 11 e t ö «. Novelle von I. PoLapenko. 12 Nedersetzt dm RvUtzm vo» Malminn Biumbrrg. 'Hier wollte Jotzel seinen Schwiegersohn unterbrechen, doch dieser fuhr unbeirrt fort: . „Unb warum sollten Sie. Papa, den Jtzig nicht zu. Herrn Barmas in die Lehre geben? Dort wird er die Goldschmied- und. Juwelierarbeit erlernen, und das ist sehr gut. . Und schlecht behandeln wird man ihn nicht, denn ich bin ja dort und werde nach ihm sehen. Das ist meine Ansicht, Papa. Aber wie Sie handeln werden, weist ich nicht, da Sie doch Ihren eigenen Verstand ^ben...." - Jößel glaubte nicht . daß man Jtzig die Lust zu irgend einer Thätigkeit so leicht beibringen tonne, aber der Vorschlag, ihn zu Herrn Barmas in die Lehre zu geben, schien ihm annehmbar. Und vielleicht wird die Idee dem Jtzig gefallen? Er rief also den Knaben zu sich und fragte: . „Jtzig, möchtest Du viele, viele Brillanten und kostbare Steine sehen, wie?" - «Was ist das?" fragte Jtzig. . .«O, Brillanten, das sind so schöne Sachen! Sie glänzen und. blitzen! Und auch die anderen Steine leuchten wie die Sterne... Das ist schon, sehr schön!" In Jtzig's Augen begann es zu flimmern. „Ich möchte sehen, wie sie leuchten," sagte er mit Lebhaftigkeit. „Nun, so höre: Moselstein wird Dich an einen Ort führen, wo viele, viele Brillanten und theure Steine sind, und Du wirst dort lernen, wie man diese Brillanten und Juwelen verarbeitet. Jst's gut, Jtzig?" «Gut!"> ' Jotzel war unendlich froh. Nun, jeder Mensch hat seinen Beruf. Vielleicht ist es Jtzig's Beruf, ein Juwelier zu sein?! Nehmen wir an. bis nun hatten die Schmuls einen ausschließlichen Hang zum Kupferschmiede-, und. Klempnerhandwerk. Doch hat das nichts zu sggen. Nicht umsonst blitzte. eine Flamme in Jtzig's Auö^n auß als nhm der Vater sagte, daß die Steine leuchten and glanzen lvie die Sonne v... . Tags, darauf bekam. Jtzig einen neuen, . langen Ro^M:WL^mdezu.B.arM^gebracht...^^ . > ... Müährenk desiganzen Weges lehrte ihn Moselstein, wieM zu HeMBänncts'^sprechen solst/ denn seiner AnsichWach konnte Mit ihni nicht so' reden, wie mit jedem^^M^MilVhen5'^^ «*fc.^**cw-.-.-w- «Herr Barmas," erklärte er, «ist ein großer Mann, ein sehr großer Mann. Juwelen blos besitzt er für zweimalhunderttausend Rubel, und außerdem viel Silber und Gold, er ist ein sehr großer Mann! Er kann mich kaufen, und Chaje, und den Papa, und alle Schmuls dazu."; . Die Summe von zweimalhundertausend Rubeln machte auf Jtzig gar keinen Eindruck, die Bemerkung jedoch, daß Herr Barmas alle Schmuls und sogar Moselstein kaufen könne, wunderte ihn. Besonders in Betreff Moselstein's betrachtete er dies als Unmöglichkeit, da ihm derselbe ein äußerst reicher, vornehmer Herr schien. Und in seiner lebhaften Einbildungskraft sah er eine ungewöhnlich große, in Gold und Silber gekleidete Gestalt vor sich aufsteigen, und die kostbaren Juwelen, welche diese Gestalt bedeckten, leuchteten und glänzten wie die Sonne. Das war Herr Barmas. So stellte sich Jtzig den Mann vor, der Moselstein kaufen konnte. Sie traten in einen wunderschönen, an der Hauptstraße gelegenen Laden. Hinter dem Komptoir, auf einem hohen Stuhl saß ein unscheinbarer, magerer Herr, zu dem Moselstein seinen kleinen Schwager hinführte. «Das ist der Knabe, den ich Ihnen empfohlen habe, Herr Barmas ... Er ist mein Verwandter, und ich bürge für seine Ehrlichkeit. ." So leitete Moselstein die Unterredung ein, was er aber weiter sagte, hörte Jtzig nicht mehr. Vor ihm stand ein Kasten, ein riesengroßer Kasten, in welchem unter Glas Ringe, Broschen, Nadeln, Armbänder und sonstige goldene, mit Juwelen verzierte Schmuckstücke in großer Ordnung nebcneinanderlagen. Und, 0 Gott! wie wunderbar blitzten und funkelten diese Steine! Wie entzückend stachen sie von einander ab, und wie herrlich spiegelten sich die Sonnenstrahlen, die durch das breite Fenster hereinfielen in ihnen wieder! Jtzig war ganz starr vor Staunen. Kaum hatte er jedoch einen Schritt vorwärts gethan, als dieselben Steine in anderen Farben zu schillern begannen, und dann wieder in anderen, so daß, er zuletzt absichtlich den Kopf hin und her drehte, um diese zauberhafte Wandlung zu sehen. Besonders entzückten ihn zwei große Steine, in denen die Farben aller sie umgebenden Juwelen sich wiederspiegelten. Jtzig kannte keinen einzigen dieser Steine,.aber wie wunderschön waren alle! Als Moselstein das Gespräch mit Herrn Barmas beendet hatte und Jtzig am Arme ergriff, glaubte Letzterer aus einem wunderbaren, zauberhaften. Traum zu erwachen. Er fühlte, daß seine Wangen brannten und ' daß sein Herz höher schlug. Man führte ihn in die . Werkstätte. ^' V: 4 . ' Freitag Abends kam Jtzig nach Hause. Alle sahen .4 5 ihn an und alle sagten; daß er Nicht zum Erkennen, daß