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Der Israelit · 1902-07-31 · Heft 61 (31.7.1902) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 61 (31.7.1902)
Date
1902-07-31
Page
– (sequence 4)
Language
German
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mö-r die Stifter und Spender, welche ihre Mittel zur Gründung dieser Anstalt in der Voraussetzung hergegeben haben, daß der interkonfessionelle Charakter der Heilanstalt unangetastet bleibt. Dr. Adler hat wiederum einmal gezeigt, wie wenig Scharfblick er besitzt für die thatsächlichen Verhältnisse. Die jüdischen Finanzmänner und Reichen sollten wenigstens daraus die Lehre ziehen, künftighin ihre Spenden ausschließlich jüdischen Instituten zuzuwenden. Denn die sog. interkonfessionellen Gründungen verwandeln sich bei uns alle, früher oder später, in .rein antisemitische. Hoffentlich wird die. derzeitige Leitung des Vereines „Alland" auf Mittel sinnen, die Gefahren des Antrages Adler abzuwenden. gleichfalls mit einer Schleife in den deutschen Farben/ hingen einander gegenüber. Im Zuge schritten oder fuhren der Bruder des Ermordeten, der Legationsrath v. S ch l ö z e r als Vertreter des abwesenden Botschafters, der bayer. Gesandte Freiherr v. d. Tann- Rathsamhausen als Ehrenpräsident des deutschen Hilfsvereins, die. Herren Grub, Dr. S ch o b e r rc. vom Vorstande der deutschen Vereine in Paris und Andere. Vor dem Grabe sprach der Rabbiner ein hebräisches Gebet und rühmte dann den Charakter und das Herz des Verstorbenen. Freiherr v. d. Tann hielt eine kurze, aber herzliche und warme Rede. Er erinnerte daran, wie der Ermordete lange Jahre hindurch den Armen unentgeltlich seinen Rath geliehen, und wie - Jüdischer Friedhof it» Serajewo. (Text Seite 1297.) Frankreich. Paris, 28. Juli. Ein hier ansässiger Glaubensbruder, dessen Name in ganz Paris einen guten Klang hatte, ist verruchten Mörderhänden zum Opfer gefallen. Dr. Orden st ein. dessen tragisches Ende allenthalben schmerzliches Bedauern hervorgerufen hat, war ein Arzt von seltener Pflichttreue und größter Herzensgute. Das große und auserlesene Trauergefolge, das die sterblichen Ueberreste des Ermordeten zum Friedhof Montparnasse begleitete, sprach am deutlichsten für die großen Sympathien, die Dr. Ordenstein im Leben genossen. Ein mächtiger Kranz der deutschen Regierung mit der.Inschrift auf schwarz-roth-weißer Schleife: „Dem Patrioten und Menschenfreunde die kaiserliche Regierung" und der Kranz des deutschen Hilfsvereins, er ihnen nicht nur als Arzt, sondern auch als Menschenfreund beigestanden hat. Schließlich sprach noch der in Paris lebende Arzt Dr. Pfeiffer. In den Gruppen, die vom Grabe zur Stadt zurückkehrten, erzählten die intimen Freunde des Ermordeten, mit wie. unglaublicher Energie und Klarheit der Sterbende bis zum letzten Augenblicke selbst seine Situation beurtheilt und alle Anordnungen getroffen hat. H o l l a n d. Antwerpen, Ende Juli. Seit ungefähr zwei Jahren besteht hier ein Verein, dessen Existenz hervorgehoben zu werden verdient. Es ist der „Gegenseitige Hilfsverein israelitischer Gewerbetreibender zu Antwerpen." Dieser Verein stellte sich zur Aufgabe die

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