Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1902-07-03 · Heft 53 (3.7.1902) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 53 (3.7.1902)
Date
1902-07-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2449795-2449843--56209-2519007
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Bahr. Ripver-Pfaffenbeerfurth und O hl - Groß-Umstadt) angenommen. So wäre eine weitere Etappe in dem heißen Bemühen der hessischen israelitischen Lehrerschaft zur -Besserung ihrer namenlos traurigen Zustände mit Gottes Hilfe erreicht. Bor allem gebührt der innigste, wärmste Dank dem unermüdlichen, hochverdienten Obmann des Hessischen Landeslehrervereins. Landtags- Abgeordneten Backes, welcher mit gewohnter Umsicht und energischem Geschick die Sache unentwegt vertrat und s. G. w. auch in Zukunft rüstig verfolgen wird. Lossen auch wir. Kollegen alle, uns nicht irre machen, feien wir stets auf der Warte gegen alle unausbleiblichen Angriffe von irgend welcher Seite und kämpfen wir auch weiter treu und mannhaft für unsere heilige Sache. Der endliche Erfolg gehört der Wahrheit, der Menschlichkeit und dem Recht! . Lebermann, Darmstadt. Schweiz. Basel, .1 Juli. (Handelsregister.) Der Verein unter dem Namen Israelitische Gemeinde hat folgende Neuwahlen der Unterschriftsberechtigten getroffen: 1. An Stelle des austretenden Präsidenten Isaak Dreyfus-Strauß zum nunmehrigen Präsidenten: Moritz Guggenheim. von Lengnau (Aargau), wohnhaft in Basel: 2. an Stelle des austretenden Vizepräsidenten, Dr. Achilles Nordmann zum nunmehrigen Vizeprästdenten: Gabriel Levv von Hegenheim (Elsaß), wohnhaft in Basel:?>. an Stelle des austretenden Sekretärs Moritz Bernbeim zum nunmehrigen Sekretär: Dr. mcd. Mar Ditisheim von Niederdorf (Baselland), wobrrbaft in Binningen; 4. an Stelle des austretenden Kassiers Samuel Drehfris- - Bernheim zmn nunmehrigen Kassier: Felir Ruesf von und in Basel. Präsident oder Vizepräsident zeichnen rechtsverbindlich für den Berein kollektiv mit dem Kassier oder dem Sekretär desselben. Ungarn. Budapest, 29. Juni. (H e r r S t n r d z a n b e r die rumänischen Juden.) Ein gelegentlicher Korrespondent des „Maavar Nemzet" hatte mit dem rumänischen Ministerpräsidenten Demeter Sturdza eine längere Unterredung und berichtet die „Franks. Ztg." darüber Folgendes: Herr Sturdza erging sich vorerst in eine Erläuterung seines Finanzprogramms. Das Gespräch kam auf die Auswanderung der Juden. Während in anderen Ländern eine antisemitische Bewegung entstand und sogar Ritualmordmärchen erdichtet wurden, war von alledem in Rumänien keine Spur, weil das rumänische Volk tolerant sei. Die anscheinend gegen die '.Juden gerichteten Unruhen haben stets nur. Jene Parteien inscenirt, welche die Judenfrage zu ihrem Vortheil ausnutzen. Zuerst wurden die Juden aüfgehetzt und dann ein Theil der Bevölkerung gegen sie aufgestachelt. Ministerpräsident Sturdza bestreitet entschieden, daß Rumänien die Bestimmungen des Berliner Vertrages nicht einhalte. Zur Verwirklichung des Artikels 44 des genannten Vertrages sei Rumänien nicht verpflichtet. (Da die Mächte Rumänien nur als Königreich anerkannt haben, nachdem es feierlich versprochen Hatte, die Naturalisation der Juden im Sinne des Artikel 44 des Berliner Vertrages, allmählich durchzuführen, so kann man Rumänien den Vorwurf nicht ersparen, daß es seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist. Red.) Das rumänische Königthum gehört den Rumänen. Der Fremde könne nur dann als Rumäne betrachtet werden, ^wenn er rumänisch denke und handle. Die in Rumänien lebenden Juden seien im' Großen und Ganzen ruhige Menschen und man könne nicht behaupten, daß. sie Feinde des Landes wären. Er. der Ministerpräsident, sei ein Anhänger der Naturalisation der Juden, aber genau nach den Modalitäten, wie sie die rumänische Verfassung vorschreibe. Ein Fehler sei es. die rumänischen Juden gegen Rumänien aufzuhetzen. Die Rumänen seien keine Antisemiten. In der liberalen und in der konservativen Partei seien Juden: Herr Plank, der Chef des Bankhauses Marmoras & Plank, sei ein rumänischer Staatsbürger, weil er ein Rumäne sei. Herr Halpvn zähle zu den Konservativen, er werde von seiner Partei gespitzt. Die rumänische Judenschaft setzt sich aus drei Kategorien zusammen. Es seien solche, welche schon zur Zeit der Darier im Lande waren, dann seien: es die Schützlinge anderer Mächte, welche zum größten Tbeile früher unter österreich.-unaar. Schutz standen. Endlich seien es jene Juden, die aus Rußland und Galizien cinwanderten.. Diese bilden die Proletarierkaste. Durch diese wurde die Judenfrage zu. einer sozialen. Die Verfassung sichere jedem rumänischen Staatsbürger die Gleichberechtigung auf religiösem Gebiete zu. ^Die Israeliten sollen Staatsbürger werden, sie, sollen sich naturalisiren. Jeden von einer auswärtigen Macht Protemrten können wir nicht aufnebmen. denn die Protegirten waren auch in Oesterreich und in Ungarn nie .vollberechtigte Staatsbürger. Art. 7 der rumänischen Fundämentalgesetze besagt, ein Fremder könne im Land» keinen Grundbesitz erwerben. Diese Verfügung war zur Erhaltung der rumänischen Bauernklasse nothwendio. Niemand ist im Stande, diese Verfiiqung abzuschafsen. Die schlechte Ernte von 1899 hat die Jndenauswanderung veranlaßt.. Wir ließen sie äuswandern. In Wien und Budapest wurden sie aufqehalten. Der rumänische Staat habe die Kosten der Rückreise bezahlt. (?) Wir Haben die Zuriickaekeürten nicht bebelliat. Als wir zum Schutze des rumänischen Gewerbes das Gewerbegesetz schufen, 1>a ging der - wnwjf.ni.1, ■»* j/uimu jg-, u j. .yitrM jpwi«.1-. gw IJWJPHWWJIU. W- J -'-JJW.'-HJiM' •. .-JJQQs

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.