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Der Israelit · 1902-06-23 · Heft 50 (23.6.1902) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 50 (23.6.1902)
Date
1902-06-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1060 einem großen Lesepublikum, so doch aber einem kleineren Kreise von Freunden und Bekannten mitzutheilen.« und es ist daher von größter Bedeutung,'die Personen, die darin eine Rolle spielen, näher einzuführen. Ich glaube von dieser Regel nicht abweichen zu dürfen und will vor Allem die mich zunächst Umgebenden schildern..; i .; ' " ' ' Da habe ich in erster Reihe meinen Wohnungsgeber „Reb Chajim Adler" zu erwähnend Er führt diesen Namen nicht mit Unrecht; denn noch ward kein Gesicht von einer schöneren Adlernase geziert, als das seinige. Er ist auch dem lieben Gott für diese Nase besonders dankbar, denn er hat durch sie — wie er oft betheuert — schon mindestens ein Dutzend Brillen erspart, da die schöne und kühne Wölbung derselben ein Herunterfallen der Augengläser verhindert und besonders dafür, weil sie ihn in den Stand setzt, ein doppeltes Quantum seines leidenschaftlich verehrten Schnupftabaks aufzunehmem Er ist fast den ganzen Tag zu Hause, wo er altes Eisen, Messing, Kupfer und andere Metalle zusammenkauft, die er dann in kleine Stücke zerschlägt, in Säcke faßt und — wenn er eine „Ladung" beisammen hat — in die nächste Stadt fährt, wo er sie wieder verkauft. > Wenn er mit dem Einkäufen fertig ist und in seinem Magazin — wie er die Kammer, wo er sein Material aufbewahrt, nennt — einige Stunden herumgehämmert hat, pflegt er uns in unserem Zimmer zu besuchen und ich muß mir stets Zwang anthun, um nicht hell aufzulachen, wenn er so mit seinem rußgeschwärzten Gesicht,- dessen Nase stets feucht schimmert und mit seinen, aufgeschürzten, roth- und blaukarrirten Hemdärmeln und Pantoffeln hereingehumpE kommt. Er erzählt uns dann verschiedene Fälle aus seinem Leben und verweilt, besonders gerne bei seinen an den Bachurim gesammelten Erfahrungen. Er vermiethet schon seit dreißig Jahren unsere Zimmer an. Vachurim. und da in demselben noch, nie weniger als drei zusammen, wohl aber mehr logirten und da die Bachurim säst jedes Semester ihre Wohnungen wechseln, so waren es nicht wenige, die er in diesen dreißig Jahren kennen gelernt hat. Er theilt die Bachurim in. vier Arten: gute, schlechte, brave und schlimme. Gute Bachurim nennt er solche, die bemittelt sind und gut zahlen können, während die schlechten mit den armen identisch sind. Die Guten und Schlechten theilen sich aber erst in brave und schlimme, und zwar heißen diejenigen brav, die zahlen wollen- und diejenigen, denen der Wille fehlt, nennt er schlimme. Er hat schon alle Sorten ge- , habt und mit besonderer Genugthuung erzählt er uns,' wie aus den braven Bachurim, die ihre Miethe Punkt-, sich bezahlt haben, stets was Rechtes geworden, was er durch Beweise erhärtet. Nach seinen Angaben, haben nicht weniger als sechsunddreißig amtirende Rabbiner bei ihm gewohnt, und wenn sich einer von uns daraufhin die Bemerkung zu machen erlaubt: „Da müssen. Sie ja fast nur brave Bachurim gehabt haben, Reb Chajim!" da antwortete er schmunzelnd: „Ja boruch haschem, und! ich hoffe auch jetzt wieder solche zu Habens worauf er dann, eine Prise nehmend^ sich wieder entfernte. Daß er uns durch solche Erzählungen an unsere Pflicht, die Miethe pünktlich zu bezahlen, gemahnen will, haben wir schön längst gemerkt.. und seine heutige Erzählung war speziell an unseren „Chaser-Vocher" gerichtet. ' - ' '(Fortsetzung folgt.) ' Mir. Freitag, 27. Juni, 22. Siwan., . Sabbat-Anfang in Mainz und Frankfurt a. M. 8 Uhr Samstag, 28. Juni, IL.Siwan. 171 P-S N'N2v r\h nSff Sabbat-Ausgang in Mainz und Frankfurt am Main-8 Uhr ) 40. Min. — Berlin 9 Ubr 34 Min. — München s Uhr 08 Mi». — Hannover 9 Uho 45 Min. — Stuttgart 9 Ubr 20 Mn.--- Vräg 9 Uhr 10 Min. — Straßburg 9 Uhr 30 Min. — Posen! 9 Ubr 22 Min. — Stettin 9 Uhr 40 Min. Der „3üroeItt* Kf£cint wöehestMcli sT7eäE3Gt, ©©aaeffsts^a, stdeZmrck is mindestsnS zssi MeiS pro Lierteljabr bei der Post 8 EJotf ohne. Sestellgeld. Ausland entsprechend höh». Ma» aSonnirt gsn^MrÜch, haHiihrllch sLer vistteljährRH. Me Guchhandkmgea und PopSmter nehmen Bestellungen im« -- Srv DsHtzandel vkÄLrhrr durch G. A SLeLuaLsv, Lriprig, l^sssplatzjö. — Inserate 25 Pfennig die viergespaüene ÄotHLrei6eMs oder öM» Qcmm. Preis der ZÄÄ im Rerlameiheil?v Pfennig. — Dirccte Franco^usendung unter SlreifSand pro ZchrgWg für DstÄkchland'und Oesterreich 14 NeichS-Mark oder iS Krone» östsrr., fitr'S Ausland IS Mark, an die ExyeLAon ftcmeo einfmden.' PosthsitungSlifte S7SL Telephon 1015. - ' EtMucheuds und sonstige JnteresirML» können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Meine AnSgab» . "rr „Kleinen Ausgabe" lLngerr unter Nr. 87SL s adonuirea. Stelle Sesirrdlichr bis «ach' ^sLLauguug erses toiaze«. -"--7 tHsnvMaLOr Dabel und israelitisches Nehgionswefem — Zeitungsnachrichten und,-Eorrespondenzen: Deutschland:?osen. FriedriKstt,d^ Kljnrl^u.^QarbSruhe. LlLtenau. Oesterclch: ^lus Böhmen. Waitzen. Amerika: Newyork. — Feuilleton: Aus dem ^Sachsen. Zeltunmiachrrchten und Korrespondenzen: Deutschland: Berlin.' Bericht. - - - - -. OrnintworükSr NeLaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des ^Israelit". Schottstrabe Nr. 2. Mainz. DruS und Lrrlag der Joh. Mirth'iüen HofbuchdruSerei Aetten-Gesellschaft in Mainz« vLsrVeilagem - > '-4 1 s!h i •s & i . i

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