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Der Israelit · 1902-06-23 · Heft 50 (23.6.1902) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 50 (23.6.1902)
Date
1902-06-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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tung der Vezirksvereine mit Versicherung gegen Stellenlosigkeit als die richtigste und rationellste Art empfehlen. Dieser Verband hätte ein permanentes Bureau zu unterhalten und die Stellenvermittlung sachgemäß und prompt zu versehen. Der Vakanzaustausch ist nur ein Palliativmittel, und nur um eine Zentralisation sicherer zu erhalten, hat wohl die General^ Versammlung des „Vereins zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit" den Austausch von Vakanzen untersagte Max Gürski. Karlsruhe, 20. Juni. Anläßlich des Regierungsjubiläums Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs hat Rabbiner Dr. S ch w a r z ste i n Seiner Königl. Hoheit dem Großherzog'ein biblisches Akrostichon nach der arabischen Interpretation des Rabbi Saadia Fayurn und anderen Versionen gewidmet. Seine. Königliche Hoheit . nahmen diese sehr interessante Jubiläumsgabe huldvoll an und ließen Herrn Dr. Schwarzstein durch das Geheime Kabinet Höchltihren verbindlichsten Dank aussprechen. Lichtenau (Baden), 18. Juni. Aus Anlaß feines vierzigjährigen Dienstjubiläums, wurde Herr Hauptlehrer L e h mann vom Großherzoglichen Oberrath der Israeliten heute freudig überrascht durchUebersendung eines über einen Meter hohen, prachtvoll eingerahmten Bildes unseres Großherzogs, nebst einem Anerkennungsschreiben,. unterzeichnet vom Ministerialrath Becherer.7 :;?V1,. ....... 7 .' Äm 8. Mai waren es 40 Jahre, seidem Herr Lehmann ununterbrochen in hiesiger.Gemeinde wirkt und zwar zuerst seit 1862 als Religionslehrer, 1878 als Unterlehrer und seit 1879 als Hauptlehrer an der ge-' mischten Volksschule u. hat derselbe sich während dieser Zeit durch seinen Fleiß u. Pflichttreue die Achtung und Liebe seiner Bekannten und Vorgesetzten erworben; er ist seit einigen Monaten sogar erster Hauptlehrer. . Obschon Herr Lehmann in seiner Bescheidenheit von einer öffentlichen-Feier nichts wissen wollte, ließen es sich seine Bekannten und Freunde nicht nehmen, diesen Tag zu feiern. Von ehemaligen Schülern aus; Nah und Fern trafen schriftliche und telegraphische Glückwünsche und Geschenke ein, sogar ein besonders namhaftes von einem ehemaligen Schüler aus London. Der christliche Gesangverein „Sängerbund"! brachte dem Jubilar abends ein'Ständchen und einen. Fackelzug.- Der israelitische Wohlthätigkeitsverein veranstaltete nachträglich Herrn Hauptlehrer Lehmann zu Ehren ein Bankett, welches in glänzender -Weise verlief und an welchem auch der Herr Bürgermeister und Rathschreiber von hier bis zum frühen Morgen theilnahmen? -- i - . - - Möge es dem Jubilar vergönnt sein, noch viele Jahre hier zum Glück und Segen, gesund und rüstig so weiter zu wirken und auch sein Mjähriges Dienstjubi-. säum hier zu feiern.; *. V ' O e ft e r r e f Aus Böhmen, im Siwan. Bor einigen Möchen wurde in diesen Blättern mitgetheilt,-. daß die lsräel. Gemeinde in Franzensbad einen neüen Rabbiner berufen habe. In Wirklichkeit wurde diese Stelle nicht definitiv besetzt, sondern die Agenden des Rabbinats provisorisch dem benachbarten k^ertt Rabbiner' übertragen. - Für die gesetzestreüen Curgäste hat diese provisorische Lösung der Rabbinerfrage keinerlei Bedeutung, nachdem der Egerer Rabbiner, obwohl.ein-Schüler des Berliner Rabbiner-Semmars. von Beginn an in einer Orgelsynagoge sunktionirte. Am jüngsten Töraseste ereignete sich auch in der Synagoge 'zu Fränzensbad eine kleine Skandalszene im Interesse einer Kultusreform. Zwei Kohänim, die wahrend der Cursaison in Franzensbad beschäftigt sind, meldeten sich zu mo pn, die sie als gesetzestreue Juden bei gegebener Gelegenheit niemals unterlassen. Ein angesehenes Mitglied der Gemeinde, Inhaber eines „Koscher-Hotels"s!), bekam aber einen Reformanfall und geberdete sich so skandalös, daß die Kohanim es vorzogen. hinauszügehen und das Duchencn zu unterlassen. Wenn es sich indessen darum handeln wird, ob das „Hotel" verläßlich koscher ist, wird der gute Mann keinen Unstand nehmen, den. Curgästen gegenüber seine strenge Ritualität zu betheuern. Ein jüdischer Gastwirth. der auf. religiöses Vertrauen angewiesen ist, sollte sich doch derartiger de- ..monstrativet Kundgebungen enthalten. , ... ^Laitzpu, 8.'Juni. ^Unsere<LÄt achtIährWbe-- stehenbe v'vn n^n' feierte heute bei reger Äntheilnähme einen v-er» »D. Bes diesem Anlässe wurde für das . nächste Jahr abermals vv unter den Mitgliedern des Vereins vertheilt. Wegen der großen Anzahl derTheilnehmer mußten sogar einige Masechtos mehreren zugetheilt werden. Eine länge, inhaltsreiche Rede unseres Oberrabbiners wü rzte das' Fest.;'1 Es folgten.; noch mehrere passende Gelegenheitsreden von hiesigen großen Aalmudgelehrten, unter ihnen der hiesige hervorragende rrnn'p und angesehene Kaufmann Herx Mayer' Hi'rschseld. Bei dieser gesungenen Feier.uEwahren^.'ie'ov. rraeo blieben die Mitglieder des Vereins '.'in . freudiger Stimmung bis spät..in der Nacht beisammen. -I. H. . ' -. >'5'.'.^ A m e r Newport, im Juni. Unter den Auspizien des hiesigen Zweigoereins der „Alliance Jsraelite^ hielten. dieser Tage Bürger aller. Konfessionen «ne/^ Versammlung ab, in welcher die Ausschließung gewisser amerikanischer Bürger aus Rußland besprochen wurde.^Be- > kanntlich läßt.V die Regierung des Czaren sesbst mit. amerikanischen Pässen versehene Juden' picht..über/die' Grenze, und so würde , .kürzlich,'' wie^ . ein ' Redner, aus-' führte, das Betreten russischenBodens einemMrvörragenden amerikanischen Rabbiner, der sein^' .-alten Zltern besuchen wollte, verboten. Angesichts dieser Hal-^

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