Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 50 (23.6.1902)
- Date
- 1902-06-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2449795-2449840--56141-2518936- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1056 „Sehr geehrte Frau Wolfs! Nachdem Sie seit : 7 Bestehen unseres Vereins Ihre schätzenswerthe Kraft in den Dienst seiner'edlen Zwecke bereitswilligst gestellt haben, ist es uns ein Vedürfniß, Ihnen jetzt, da wir durch Ihr Scheiden aus unserer Mitte auch- Ihre segensreiche Arbeit zu missen haben werden, aus .' vollstem Herzen unfern Dank auszusprechen. Um Ihren . - Namen dauernd mit unserm Vereine verknüpft zu wissen; ernennen wir Sie zum Ehrenmitgliedes Der Vorstand des Jsr. Frauenvereins in Wreschen: Lina Lewin- Paula Ziegel, Valalia Diamant,: Bertha Jüdesohn, Emma Cohn. .•> '; Friedrichstadt, 18. Juni. Herr S. Oppen-, h e i m er in Elmshorn, welcher die -Beschießung Friedrichstadt's mitmachte,' bei welcher Gelegenheit, derselbe bei Rettung der.Fahne einen Schuß'in den Arm erhielt, auch an der letzten Feier, hier theilnahm, und früher dem 16. Infanterie-Bataillon der 2. Kompagnie angehörte, feiert Sonntag, den 22. Juni mit seiner Gemahlin, einer Friednchstädterin, Riete, geb. Hirsch, das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar steht hochgeachtet in der ganzen Gemeinde, und befindet-sich noch - - sehr rüstig und geistesfrisch. Möge demselben ein glücklicher Lebensabend beschiev.en sein, r-, : Kihingen, :'tm, Juni. Die freudig begrüßten „Mittheilungen . aus dem Verein., zur Versicherung gegen '' Stellenlosigkeit" bringen den jüdischen Handlungsge- .hülfen eine.leider wenig günstige Meldung in dem Verricht über die Delegierten-Konferenz den bestehenden . vier Stellenvermittlungs-Vereine. Sehr zu beklagen ist : es, daß der Antrag des „Schomre Schabbos-Verein"! in Frankfurt a. M., auf Fusion sämmtlicher Vereine gleicher Bestrebungen, gescheitert, ist;?' unverzeihlich ist jedochdaß selbst eine, winzig kleine Uebereinkunft, das > Zusammenwirken auf dem Gebiete der: Stellenvermittelung an dem ablehnenden Standpunkte des Hamburger Vereines ebenfalls in die Brüche ging. . Mögen die an- -.'?''v-.''gefW1en-Gründe'vorgenannten Vereins in-Nr. 45-.des „Israelit" -vom vereinspolitischen. Standpunkte.noch so > sehr - berechtigt sein,. „im I n t e r eff e der H a nd - - l u n-gs g e h i l f e n und, schließlich, der V e r e i n e s e l b st ist . dieser,'. Partikularismus äußerst bedauerlich!" v; <: •:*. - Jeder bestehende Handlungsgehilfen - Verband suchtseine- Leistungsfähigkeit-In der^Stellenvermittlung-'durch^Konzentration und Zentralisation zu. er-- ^-i'^:'-'WW-''ünd-'Ver'.-Erfo1st' dieser Praxis beweist^ auch '.die'. - Güte der-Einrichtung.- Wirkt-nun die Zentralisation der Stellenvermittlung segensreich für Vereine, die ein ' unbeschränktes 'Feld'.für,ihre.Arbeit'zur, Ver- '' fügung haben, um'wieviel mehrest der Zusammenschluß m.«' maller' Kräste-Kböten M -Vereinen; - welche die' Tendenz ' ':y ■:. - „Schomre Schäbbos-t:: üls ' Grundlage ihrer ■ Bestre- .'}büst.tzen sich zu eigen gemacht haben und denen nur ein - ' kleines, engbegrenztes Gebiet. zur Verfügimg. steht! Diese dürfen sich den Luxus, der Konkurrenz und Riva- 1 lität keineswegs erlauben, wenn anders te nicht Gefahr laufen wollen, überhaupt bei Seite geschoben zu Es darf als unbestritten hingestellt werden, daß ein beträchtlicher Theil der Handlungsgehilfen einem Verein nur zum Zweck der Erlangung einer Stellung beitritt und ihm sonst indifferent g'egenüberstcht. Der Verein ist also ein Nothbehrlf, im besten .Falle eine Durchgangsstation. Wenn der Bewerber, was sehr leicht der Fall sein kann, keinen passenden Posten durch ‘ die Thätigkeit des Vereins erhält, so steht er ihm oft * sogar feindlich gegenüber und verliert bald alles Vertrauen zu allen gleichen Institutionen. Unrecht ist dieses Mißtrauen zweifellos, aber die gegebenen Verhältnisse und der Mangel an Zentralisation tragen hieran Hauptschuld. Ich wage die Behauptung, daß — Befähigung natürlich vorausgesetzt — fast sämmtliche Bewerber bei normalem Geschäftsgänge untergebracht werden könnten, wenn die Stellenvermittlung nicht zersplittert wäre. Fehlt dem einen Bezirk die paffende Vakanz, so hat sie ein.anderer sicherlich; aber sie wird dem Bewerber nicht geboten. Soll sie ihm theilhaftig werden, dann müßte er sämmtlichen Vereinen als Mitglied angehören, dies kann sich aber bei der schlechten Bezah lung nicht jeder Kommis leisten. Nun kommt ein anderes Moment in Betracht. Die Herren Chefs, melden naturgemäß ihre Vakanzen dem Nächstliegenden Verein . j und werden von diesem mit oder ohne Resultat bedient. Bei Mangel an geeigneten Bewerbern könnte der in Be- .7 iracht kommende Verein solche aus einem anderen Bezirke .herbeiholen oder die Vakanz dem Bruderverein ~ melden, der dann.seinerseits in Aktion treten würde.' Das dies aber nicht geschehen wird, vertieren auch die Herren Chefs das Vertrauen zu den. jüdischen Stellenvermittelungsvereinen und wenden sich den allgemeinen Stellenvermittlungsvereinen zu, die vermöge ihrer Zentralisation auch besser zu arbeiten verstehen. Also Nachtheile hüben und drüben! - - * Gesetzt den Fall, ein Haus meldet seine Vakanz sämmtlichen Vereinen an — dieser Arbeit, so leicht sie auch sein mag, unterziehen sich doch die Wenigsten — so erhält es bei der heutigen Einrichtung nicht selten von allen Vereinen gleiche Bewerber vorgeschlagen, was den Herrn Chef mit Verdruß erfüllt, der sich oft in nicht schmeichelhafter Weise über die mangelhafte Organisation Luft macht. ' . -V.' V: :. Die vorstehenden Ausführungen basiren auf rnehrjährlger Beobachtung auf diesem Gebiete Abhilfe ist einzig und allein nur möglich durch Zentralisation, ob in Folge Fusion sämmtlicher bestehender Vereine, oder -anderer Art; darüber ließe sich eine Vereinbarung treffen, angestrebt muß sie unter allen Umständen werden. '.Persönlich würde ich die Verschmelzung aller vier Vereine zu einem Zentralverbande unter Einrich- .