Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 50 (23.6.1902)
- Date
- 1902-06-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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ist. Vornehm ist der Styl, klär die Darstellung, und gerade im Hinblick auf den Vortrag von Delitzsch, der zu seinen Trugschlüssen durch den Ueberschwana der Begeisterung für seine Spezialwissenschaft fortgerissen wird, berührt es wohlthuend, daß mit bewußter Absicht auf alle äußeren MLtel der Rhetorik verzichtet ist. Wir können die Art der Darstellung Barth's nicht besser charakterisiren, als durch eine Kontrastwirkung, durch ein Citat aus einer Schrift gleicher Tendenz, die aus der Feder König's, des bekannten Professors in Bonn, erschienen ist. In seiner Schrift „Bibel und Babel", beißt es Seite 46: „Harmonie zwischen Gott und Menschen bildet das glutflammende Morgenthor der Geschichtswege Gottes, und Harmonie zwischen Gatt und Menschen ist der wimpelflammende Heimathport, durch den Gottes Geschichtswege in die Ewigkeit zurückmünden. Zwischen beiden Punkten aber wogen schrille Disharmonien.an unser Ohr — die vom tausendfältigen Menschenwohlthäter zu erwartende Pietät ist ja verletzt worden (Gen. 3, ff.) -7nuta bringen daneben süße Friedensstimmen zu uns herüber: mit Gottes Heiligkeit, von der-die Gerechtigkeit, als das Fundament der Weltgeschichte geschirmt wird, rmgt gleichsam Gottes Gnade und sie trägt als Siegespreis die Be- .gründung einer Menschengemeinschaft davon, die sich folgendermaßen charakterisirt u. s. w." Ueber den Styl wollen wir nicht streiten. Aber was wird denn mit den - schönen Worten Delitzsch gegenüber bewies e n? Schon durch den Titel wird Barth's Schriftchen über die ephemere Bedeutung einer Tagesstreitschrift herausgehoben. König nennt seine Schrift „Bibel und Babel" mit polemischer Spitze gegen Delitzsch' »Babel und Bibel" und hat damit den — freilich billigen — Spott der Witzblätter hrrausgefordert. Barth nennt sie: Babel und israelitisches Religionswksen.^ . '' . Den Inhalt der Schrift können wir hier nicht ausführlich geben, wir müßten bei der Kürze und Präcision der Darstellung sie einfach ausschreiben. -Und wir wollen es auch nicht, denn der Leser soll nicht der Mühe überhoben werden, sie selbst kennen zu lernen. Es wird ihn wahrlich nicht gereuen. Nur in Kürze seien die Einleitung und die Themata skizzirt. Die Einleitung betont vor allem, daß die Behauptungen, die an den Inhalt der Keilschrifttafeln geknüpfd werden, und die in biblischen Berichten. - oder Einrichtungen Wirkungen des babylonisch-assyrischen Einflusses sehen wollen, nur Hypothesen sind. Und zwar schlecht begründete. Denn wird eine Gleichheit religiöser Einrichtungen - bei Babnloniern und Israeliten angenommen, die bei sorgfältiger Nachprüfung nicht .vorhanden ist. Und es - wird oft eine Entlehnung aus dem Babylonischen behauvtet, ohne daß man berücksichtigt,' daß es, doch eine ursemitische .Periode gegeben hat. Hätte in der.Thät ein tiefgreifender Einfluß Babylons auf Israel stattgefunden, dann hätte er stch vor allem in der babylonischen Götterwelt / äußern müssen. Nichts davon ist zu verspüren. Berfasser geht nun auf einzelne Punkte ein, bei denen von den Aflyriologen Entlehnungen aus dem Babylonischen angenommen worden sind. Er spricht: über; den Sabbat, den Gottesnamen, die Weltschöpfung,/die- - Paradies- und die Sintflutherzählung. Als Beispiel, für die Fülle von Gesichtspunkten, die jedes einzelne/ Thema bietet, sei die kurze Rekapitulation angeführt; ., die die Betrachtung über den Sabbat abschließt. „Der . ' Sabbat der Israeliten fügt sich als natürliches Glied. / in eine ganze Reihe von religiösen Veranstaltungen mit siebentägiger (auch siebenjähriger) Dauer ein., —-Der Sabbat wird von den Propheten gerade auch nach dem babylonischen Exil als hervorragendes U n.ter-/" scheidungszeichen gegenüber dem Heidenth'.lm.er? 7klärt, also kann ihn das heidnische Volk, in -dessen Mitte Israel vorher im Exil verharrt hatte, nicht. ge-. - - feiert haben. — Die babylonischen Tage sind an ein/" bestimmtes Monatsdaium gebunden, der israelitische Sabbat ist vom Monat ganz unabhängig. —- Die Babylonier feierten ben neu n z ehn t e n ebenso wie den 7., 14., 21., 28. des Monats, ja noch strenger. Es wurden also fünf Tage des Monats und zwar nicht in siebentägigem Abstand begangen. — Sie haben diese? Tage als Unglückstage, den neunzehnten als'/ Tag des Zorns bezeichnet. Mit der fröhlichen Feier-/ des israelitischen Sabbats haben daher ihre vier Talles - Nichts gemeinsam. — Von einer Ruhe des Volkes, der - Sklaven, Thiere, dem Einstellen der Arbeit und des . Handels, die gerade das Wesen des israelitischen Sab-" . bats ausmacht, ist bei den Babyloniern nicht die Rede.' / Somit erweist sich die Hypothese der Abhängigkeit des - israelitischen Sabbats von einem babylonischen/ vpn^ allen Seiten her als unhaltbar." Doch wir wiederholen, wir müssen den Leser auf'5 die Schrift selbst verweisen,'und wir zweifeln nicht, daß" wer immer ihren Inhalt sich zu eigen macht, einem Jeden Rede und Antwort zu stehen vermag, der die.neueste ■ Tagesweisheit zu Angriffen auf unser Heiligstes - verwerthen wollte. Und so mag dem Verfasser das der schönste Lohn sein, daß wir ihm zurufen dürfen: .fwtn mna dwvt^5 y ZcitungSnsHrichteri und Correfpörrpeyssmy;■ v:./7^ Den r f ch t jä-M: Posen, im Juni. Anläßlich /der Uebersiedesüng^ /nach Posen hat-Frau'Lehrer Jenni W p l f f., ,-welch^^ seit der Gründung des. Frauen-Vereins,m Wäschen' Mitglied des Vorstandes gewesen, nachstehendes EHrim,/ . diplom erhalten: . .. . . T .