Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 50 (23.6.1902)
- Date
- 1902-06-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1054 feit der Ceremör-ialgesetze glauben, um der Beschäftigung mit den' Eir^elfrogen willen nur Spott hat, das beweist, daß er nicht sie Fähigkeit besitzt/ sich auch nur ..auf kurze Zeit auf den SLandpunktdes:rabbinifchen ..Judenthums zu stellen und dieses aus sich selbst heraus zu begreifen. Und ebensowenig wie die Auseinandersetzungen Schürer's sollten die eines Haryack oder an- - derer, theologischer Größen den verständig Urtheilenden ' beunruhigen,.-. Denn was sie gebend sind vergleichende Werthurtheile> sind doch dem Wesen des Judenthnms reden sie wie der Blinde von der Farbe.; . - : Diese Bemerkungen haben' wir oorausgeschickt, weil wir mit Nachdruck hervörheben wollten, daß wir die..Angriffe nichtjüdischer oder unjüdischer Gelehrten . auf das Judenthum durchaus nicht tragisch nehmen. -Ihre Werke: können nur denen gefährlich werden, die selber vondem Wesen des Judenthums keinen Hauch verspürt und denen darum die Aussprüche christlicher r Autoritäten eine Offenbarung sind. Es köuneü freilich die Zeitumstände doch eine ausführliche Antwort erheischen, -—'. haben es doch' die größten Rgbbinen des v Mittelalters es nicht verschmäht, in apologet. Werken ' dem Christenthume entgegenzutreten. Doch für unsere - Zeit scheint eine Antwort unnöthig, weil jedem Verständigen die Beweiskraft der obigen Sähe einleuchten . muß.. Aber es gibt noch eine andere Gruppe von An- . /griffen, auf die unsere Bemerkungen nicht Anwendung - . finden. Es sind dies Angriffe, die nicht in Werthurtheilen bestehen, sonderst Thatsachen enthalten wollen und '. von Männern ausgesprochen werden, deren Sachkenntniß Nicht angezweifelt werden kann. Ein. Beisviel? Die Ausgrabungen auf den. Trümmerfeldern Babylons haben bedeutsame. Zeugen uralter Kulturprrioden 'vvf: . zu Tage gefördert und die jahrzehntelange Entzifferungsarbeit der Assyriologen hat non Jahr zu Jahr zu. ' immer interessanteren und gewichtigeren Resultaten geführt.- Diese Resultate 'haben Hervorragende Forscher -zu dem Nachweis verwerthen wollen, daß Erzählungen -und. Jnstituttonen, die wir in der Bibel,finden, von den Babyloniern'' entlehnt sind. Ein aktuelles Interesse haben diese jüngst durch einen Vortrag des Prof. Fried. Delitzsch gewonnen. Der Umstand, daß dieser Vortrag ' vor dem deutschen Kaiser gehalten wurde und die That- - . fache, daß in ihm eine faßliche Darstellung vieler den .; Gebildeten intexessirenden Resultate astrologischer / ' ^Forschung/gegeben wurde. veranlaßte die Tageszeit '. . jungen zu einem ausführlichen Referat. Und so waren / ' Ä die -in: dem Vortrage enthaltenen Angriffe auf.grnndrl-legende Prinzipien/des Jüdenthums. zu einer. Weishei: < 4 wr Gasse ^gewöidew^^/^ - ' - ^Wer astch7M dieftm/Falle mit der Erklärung k.om- ÄMw'woEcdies.BehaNptüngen seien nicht der Wider- : legung Werth/' würde sich in-einem schweren Jrrthum '...-.-..^'befinden.^'^Hrer'" werden -Behnuptungen.• iws Feld ge- '^^.^:-^^sührt,-/die.i^sich - auf. Thatsachen gründen-sollen, und enthält das zu Grunde liegende -MaterialT h a ta ch e n, dann wäre rrvr nüfcinä rpw. ignoriren hieße zugestehen. Und rbensöwenig wurde die Behauptung' wirken, die Forscher verständen, nichts von der Bibel oder sie berücksichtigten nicht die in der heiligen Schrift niedergelegten Erzählungen. Friedrich Delitzsch ist'der Sohn von Franz Delitzsch, eines der fruchtbarsten,' konservativsten , und begeistertsten Exegeien des alten Testaments, und er selbst hat oft die Gelegenheit währgenommen, Ergebnisse feiner assyriologischen Forschungen für die Treue des massoretischen Textes zu verwerthen. ' . - Eine Abwehr ist also um jeden Preis erforderlich. Soll sie aber wirksam sein, dann darf sie nicht mit Allgemeinheiten operirem Der Gelehrte muß dem Gelehrten erwiedern. - Eine Autorität muß auf den Plan treten, ein Mann, der auf d e m Gebiete der Wissenschaft, das dem Angreifer die Waffen bot, stch durch selbstständige Forschungen ausgezeichnet, dem auch die Gegner das Zeügniß. ausstellen müssen, daß er in seinen wissenschaftlichen Arbeiten der Phantasie nie die Zügel hat schießen lassen, der den Ruf eines besonnenen und in seinen Resultaten glücklichen Forschers genießt. Und da es sich hierum die, Bibel Und die Assyriolögie handelt, sö müßer Exeget und semitische: Sprachforscher in einer Person sein. . '' / : . ‘ Es ist ein hohes Glück, daß wir einen / solchen ... Mann in unserer Mitte haben und ein owrr vmp, daß dieser Mann zu unseren Gesinnungsgenossen zählt. Professor Barth hat ein Vortrag „Babel und israelitisches Religionswesen*) in dem er gegen die jüngsten Angriffe der Assyriologie auf die Ursprünglichkeit biblischer Erzählungen und Institutionen Stellung nimmt, im Druck erscheinen lassen. Und diese That allein — wollten wir von dem Inhalt völlig absehen — sichert ihm unseren wärmsten Dank. Der Mann, dessen Name fast auf jeder Seite des verbreitetsten und anerkanntesten hebräischen Lexikons steht, der in einer der grundlegendsten Fragen semitischer Sprachwissenschaft im Kampfe mit einem Lagarde die Majorität der Gelehrten auf seiner Seite ^lt, der auf dem ureigensten Gebiet der Assyriologen. ein bedeutsames Lautgesetz gefunden, der auf eine große Zahl bisher unerklärter biblischer Stellen neues Licht geworfen und der unter seinen Fachgenossen durch eine Vorsicht und Besonnenheit sich auszeichnet, daß er fast, nie in die. Lage kommt. Resultate seiner Forschung zuruckzunehmen, dieser Mann kann von der Wissenschaft nicht vornehm . ignorirt werden und jede seiner Schriften istder allgemeinsten Beachtung gewiß/ - / -:.;-/>/•'Un-; : Und wie ist dies Merkchen geschrieben^ Aus jedem Satz spricht'der ganze Mann, der keine Tbese setzt, die nur in irgend einem Punkte nicht: zu halten •) Berlin. Mayer und Müller/ /i'z;. > :;