Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1902-06-23 · Heft 50 (23.6.1902) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 50 (23.6.1902)
Date
1902-06-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2449795-2449840--56138-2518933
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

- 54rfla tla- *..'Y das orthodoxe IudesiißuUR Begründet yon ®r. f^wawtt in Unittf . > Montag, den 2 3. Iuftl 5662 (1902). : IT' ir Da mit dem 1. Juli 1902 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir UNS, die ge-)s I /—v / ehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post daS Abonne- / ment frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der'? Postzeitungsliste pro 1902 eingetragen unter Nr. 3792. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten'^ gegen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats ■■ LmüB .. - y Als vor einigen Jahren Harnack's „Wesen des _ ChristLnthums"' erschien,"da?riefwieseSchrift1m jiibk schen Lager gewaltige Aufregung hervor. Es hätte. Herrn Prof. Harnack gefallen, über das Judenthümabfällige Bemerkungen zu machen und das Christenthüm als die' Religion an sich zu bezeichnen.. Wir wollen uns nichb mit den bisher gegen Harnack erschienenen Schriften beschäftigen.' Wir möchten nur unserem Erstaunen Ausdruck geben, daß kein Einziger rund und nett erklärte: Herr Prof, Harnack ist Einer der Größ- - ten unter den christlichen Theologen, er beherrscht die , -Entwickelung der christlichen Dogmengeschichte wie kein Zweiter,' — aber wenn er sich unterfängt, über das - Wesen des Judenthüms zu sprechen, so kann er nicht ' ernst genommen werden, denn ihm fehlen hier die ele-'! mentarsten Kenntnisse. Sein Urtheil über das Judenf thum hat den gleichen Werth, wie das eines Professors' - einer anderen Fakultät, besten Falls, wie das eines - christlichen Gelehrten, der sich mit der Geschichte und ■ Litteratur des jüdischen Volkes im Zeitalter der Ent- I: stehung des Christenthums besonders beschäftigthat.' / Wir sind der festen lleberzeugüng, daß Harnack dem auf 5 diesem Gebiet' als erste Autorität anerkannten Prof.' f Schürer den höheren Rang einräümenwird. Und wie Wenig diese Autorität vom Wesen des Judenthüms f erfaßt hat, düs erkennt man schön aus einer oberfläch-, ir glichen Lektüre seines bedeutendsten Werkes. Zur Chat.rakteristik nur ein Beispiel: Er referirt in dem Ab- L / schnitt „Das Leben unter dem Gesetze" über die Mischna Nun kann man es einem christlichen Gelehrten nicht verargen, , wenn er über den Werth des Ceremonialgesetzes i - . seine eigene Meinung hat. . Wenn eraber darüber, zu^ lächeln' vermag, daß - die. Nabbiyen. in - die' De t ä i .l s ' 'dek-'Etesetze 'sich mit'Liebewsrtiefen, so.beweist-das . mit welchem Vorurtheil und welcher Befangenheit dieser / ),ooraussetzungslose" Forscher an die Würdigung tal-^.-, ' müdischer Wirksamkeit geht., Herr ProsiSchürer.tvird.-';• > es'durchaus berechtigt finden, wenn über eine. kleine^^ -> Handschrift eines Kirchenvaters ein ganzes : Buch ge-s " schrieben wird. Und das Ergebniß könntr doch günsti-/ . ' .' - gen Falles-hier nur. sein,.daß die.Gültigkeit eines rein.-> '^ theoretischen Satzes, in. einem-anderen Lichte erscheinsi > ' . .'. < Wenn aber Mischnahlehrer. über-'das,Waschen der^ Hände diskutiren, fo; erscheint, ihm. das alskleinlicher??:.' Firlefanz. Und der? Herr' Professor sollte, doch die.)-... Stelle kennen,, in. der. von R. Akiba ^berichtet-.- nsird, \y wie hoch ihm das Gesetz-stand'-. - "7 - Als er gefangen saß und die?.Ration .Waffer»<die^' er vom Kerkermeister erhielt, weil er sie zum. Theil.- zum Waschen.der.Hände benutzte,? auf die - Hälfte: - herabgesetzt wurde, da verbrauchte er auch das wenige^. .ihm noch gebliebene Wasser zur.Erfüllung wer gesetz- '. ... {■ - lichcn Vorschrift. Und obwohl er selbst die Ansicht-.- , vertreten hatte, das Gesetz fordere nicht - dies Opfer,- be-Y Vc rnerkte er: yysni br>- nayK:: rebr.Tsnx-mm» ms»;~ .♦; '■nn. „Besser ich sterbe durch eigene Hand.^als-daß 'ichv.-X^vdie Bestimmung' meiner Kollegen, die. durch ihre-Weht-^^^H.'. - .heitfür die. Praxis entscheidend sind, übertrete." wiederholen, Prof,' Schssrer - mag u.ber-Wie-Mßeutung^^->.^- der Ceremonialgesetzenoch so .gering, denken» daß- Ver--' / < - aber für diejenigen,, die doch.an dieewige^Verbindlich«?^- 7 .

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.