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Der Israelit · 1902-06-19 · Heft 49 (19.6.1902) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 49 (19.6.1902)
Date
1902-06-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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glücklichen Einfall, daß wir es hier mit zwei parallelen Gelehrienreihen zu thun haben." Gerade das Gegentheil sagt Halevy wiederholt und baut auf diese parallelen Reihen seinen Beweis; und ich habe trotz großer Mühe auch keinen Sah Halevy's gefunden, den ein unwissender Leser derart hätte mißverstehen können. Soll das bloßes Geflunker zur Verleumdung eines Feindes sein, dem man mit ehrlichen Waffen nicht beikommen kann? . Wir kommen jetzt zu dem schönen Satze, der mit „Unglaublich" beginnt. Alle diese Kostbarkeiten stnd aneinander gefügt, auf der durch das fettgedruckte „falscher Text des Scherirabriefes" gezierten S. 15. „Unglaublich ist es jedoch, daß ein so frommer Herr, ehe er ein von allen Quellen bezeugtes, sowie durch Bestimmung des Monats und des Wochentages genau fixirtes Datum ändert, sich nicht doch ein wenig in den Texten umsteht." Das Unglaubliche, daß? Halevy ein - von allen Quellen bezeugtes Datum ändert, widerlegt sich von selbst durch die Thatsache, daß er im D. Harischonim die Zahl 2234 in erster Linie mit Rücksicht auf das als historische Quelle gleich nach dem Sendschreiben des R. Scherira kommende Sefer Hakkabalah wählt. Herr Elbogen hat dazu freilich eine Anmerkung, worin der klare Sinn der Worte R. Abraham ibn David, wonach im Jahre, da die Kinder von den Persern ihrer Religion entfremdet wurden, 785 bei Scherira, bei R. Abraham ibn Daud nach der Weltära 4234, Rabina ein Jahr Schulhaupt war, verdreht wird. Hier sei bemerkt, daß aus das Datum im Sefer Hakkabalah an und für sich mehr Werth zu legen ist, als auf die eine Buchstabenzahl bei R. Scherira. weil diese leicht durch Versehen der Abschreiber entstellt werden konnte, während jenes durch den Hinweis auf andere Ereignisse, die nach R. Scherira im selben Jahre vor sich gingen, gefestigt ist. / Auch der weitere Vorwurf, daß Halevy ein genau fixirtes Datum ändert, erledigt sich schon damit, daß Halevy ja nicht willkürlich ändert, sondern nur das im Sefer Hakkabalah angegebene Datum an die Stelle des unhaltbaren, des Jggeret R. Scherira, setzt. Von einer Naivität Halevy's, wie eine Anmerkung hier spottet, ist Seite 22 des Dorot Harischonim nichts zu merken, es aiebt in jedem Jahre einen 13.Kislew und nur vom 13. Kislew des Jahres 786, nicht vom Mittwoch 13. Kislew ist dort die Rede. Halevy ist vollständig im Recht, wenn er dem Gewicht seiner Beweise gegenüber, auf die.Angabe des Wochentages in den vorliegenden Texten R. Scherira's keinen Werth legt, da diese leicht ein Schreibfehler fein kann, oder auch, nachdem man einmal das falsche Jahr hatte, diesem entsprechend verändert wurde. Uebrigens haben wir oben bemerkt, daß im Jahre 4233 ebenfalls der 13. Kislew auf Mittwoch fiel, und daß, wenn wir überhaupt Werth auf die Angabe des Datums des Wochentages legen, sowohl Halevy's Ausführungen, als auch die Angabe des Sefer Hakkabalah nicht gegen dieses Jahr als Sterbejahr Rabina ll sprechen. Einen ähnlichen Angriff gegen Halevy's Ersetzung des Jahres 786, 787 für 811 bei R. Scherira hat A. Epstein schon im Jahre 1898 in der R. E. I. gemacht, er ist mit Leichtigkeit von dem jungen Gelehrten Albert Nacht zurückgewiesen worden. Die diesbezügliche Broschüre aus dem Jahre 1899 „Einst und Jetzt in der jüdischen Wissenschaft" habe ich gelesen, durch sie wurde ich darauf aufmerksam, daß im Jahre 4233 der 13. Kislew an einem Mittwoch war. Bezüglich meiner weiteren Klarstellungen halte ich es für lächerlich, mich auf Nacht's Ausführungen zu beziehen, da Jeder, der irgendwie mit Verständniß das Dorot Harischonim liest, in gleicher Weise das entweder verständnißlose oder böswillige Vorgehen Elbogen's erkennen und verurteilen muß. Auf den Einwand, warum ich die so selbstverständliche Vertheidigung Halevy's dessenungeachtet ausführlich darlege, antworte ich damit, daß augenscheinlich die Kritik des Herrn Elbogen für diejenigen berechnet ist, die das D. Harischonim IN nicht kennen oder für diejenigen, welchen die Ausführungen des im Jahre 1898 erschienenen Buches nicht mehr gegenwärtig sind. Daß ohne Nachprüfung Elbogen's Entstellungen für wahr gehalten werden, zeigt der schon berührte Artikel der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums", „Orthodoxe Wissenschaft", dessen Verfasser in seinem blinden Hasse gegen die Orthodoxen mit fernem Vertrauen auf Herrn Elbogen gründlich hereingefallen ist. ZeiLrrrrgSrrschrichLerr und Corresporrderrzerr. Deutschland. Berlin, 16. Juni. In einer Mittheilung in Liebermann von Sonnenberg's „Antisemitischer Korresp." heißt es: „Unsere deutsch-sozialen Parteigenossen in Berlin und im Reiche werden es begreifen, wenn wir uns verpflichtet fühlen, jetzt die öffentliche Bitte auszusprechen, daß man. im Interesse des Antisemitismus sowohl als des „schwerkranken Mannes jedes fernere öffentliche Auftreten" desselben bis zu seiner vollen Genesung unmöglich zu machen sucht." Etwas spät zur Einsicht gelangt! - y Frankfurt a. M., 16. Juni. Eine endlose Trauerschaar hatte sich gestern Nachmittag auf dem Friedhöfe der israelitischen Religionsgesellschaft eingefunden, um der so unerwartet dahingeschiedenen, noch nicht- 51 Jahre alten, Frau Emilie H i r s ch m a n n, geborene Oppenheimer, das letzte Ehrengeleite zu geben. -

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