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Der Israelit · 1902-06-19 · Heft 49 (19.6.1902) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 49 (19.6.1902)
Date
1902-06-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Mar Jenuka, der Exilarch Huna b. Mar Sutra undj Mescharschia b. Pekod, am 18. Tebet wurde Huna b. Mar Sutra, der Fürst, und Mescharschia getödtet und im Adar desselben Jahres wurde Amemar b. Mar Jenuka getödtet, und im Jahre 785 sin welchem Rabbah Tosfoah starb^j, wurden alle Leute der Synagoge in Babylon eingekerkert und die Kinder der Juden wurden den Magiern ausgeliefert; im Jahre 787 starb R. Sama, Sohn des Raba, nach ihm regierte Rab Jose, in seine Tage fällt das Ende der Horoah und der Talmud wurde vollendet." Es sei hier bemerkt, daß die Jahreszahlen bei R. Scherira sich auf die Aera der Seleuciden, das foa Aera contractuum beziehen, deren Beginn auf 311 oder 312 vor der üblichen Zeitrechnung zu setzen ist. Man gewinnt die Jahre der Schöpfung, indem man von der Zahl der Aera contr. 551 oder 552 abzieht. Das in unserer llebersetzung des Scheriratextes in eckige Klammern Gesetzte, fehlt in dem sonst besten Texte, in dem des Juchasim. Halevy legt hier, wie stets den Text des Juchasim zu Grunde u. beweist haarscharf betr. der zwei ersten Stellen, die sich in anderen Handschriften und Ausgaben finden, daß sie unbedingt in den Text hineingehören. Halevy hält solche Beweise für notwendig, da er sich einem sonst guten Texte gegenüber nicht allein durch andere Lesarten zu Textverbesserungen berechtigt fühlt. Auch will Halevy zeigen, daß wir zu seinen Schlüssen kommen müssen, selbst wenn wir allein auf den altbekannten Text des Juchasim Rücksicht nehmen.. Wer aufmerksam die übersetzte Stelle des Scherirabriefes liest, wird Halevy beipflichten müssen, daß die Zahl 811 inmitten der beiden parallelen chronologischen Reihen der Schulhäupter von Mata Mechasia. d. i. Sura und Pumbedita, auffallen muß. Die. Reihe von Sura geht vom Jahre 743 bis 785 und springt dann plötzlich auf 811, auch die Reihe von Pumbedita beginnt fast gleichzeitig mit 744 und hat als letzte Zahl 787. Aehnlich werden die Religionsverfolgungen nur bis zum Jahre 785 aufgezählt. Halevy sagt nach Mittheilung der Stelle des Scherirabriefes: „Wir haben alle seine Worte angeführt, denn dadurch sehen wir klar, daß er im ganzen Verlauf dieser Worte von Rab Aschi bis zum Tode R. Sama's und der Regierung R. Jose's geht. In den Jahreszahlen geht er immer weiter vom Jahre 738 (4186) bis zum Jahre 787 (4235). wie ist es möglich, daß in der Mitte seiner Worte hier der Bericht, über den Tod Rabina's im Jahre 811 kommen kann? Halevy schlägt dann nach genaueren Ausführungen vor, an Stelle der Zahl 811 für das Todesjahr Rabina's 786 oder 787 zu setzen, so daß Rabina TI nur ein oder zwei Jahre nach Rabbah Tosfoah. im Jahre der Welt 4234 oder 4235 gestorben sei. Die auffallend späte Zahl inmitten der parallelen Reihen viel früherer Jahreszahlen gilt Herrn Halevy aber nur als die Einleitung seines Beweises und er erklärt, auf dieses Beweisstück verzichten zu können, selbst auf den unberechtigten Einwand hin, daß man die späte Zahl am Schlüsse der Reihe in Sura, dem früheren Schluß in der Reihe von Pumbedita gegenüber, damit erklären wollte, daß damit der Autor die Berichte von Sura überhaupt, abschlösse. Den Hauptberveis sieht Halevy erstens darin, daß Rabina nicht wie die anderen Schulhäupter durch das Wörtchen »und nach ihm" eingeführt werde. Es heißt: nrremn nan miö x*’nn iubo vbv32 iriHr, xvn jbbö wrrai rrgpn xova ♦non sjid Kim rhsi 'wett rum arTnra' an iw Es wird nicht erwähnt, daß Rabina dem Rabbah Tosfoah als Schulhaupt gefolgt ist und nur sein Tod gemeldet; daraus geht hervor, daß Rabina kurze Zeit nach Rabbah Tosfoah gestorben ist. Wäre er ein Vierteljahrhundert Schulhaupt gewesen, wie es die Zahl 811 sagen würde, so wären sicher, wie bei den anderen Schulhäuptern, auch seine Nachfolge betont worden. Zweitens weist Halevy darauf hin. daß das erste Geschlecht der Saboräer. dessen Häupter nach R. Scherira kurz hinter einander starben, größtentheils zwischen 815 und 819 starben, also nur 4 bis 8 Jahre nach 811, dem vermeintlichen Todesjahre Rabina's. Es wäre sonderbar, so bemerkt Halevy, diese Männer als besonderes Geschlecht zu rechnen, wenn sie Rabina, den letzten Amora, nur um so wenige Jahre überlebt haben. Zum Dritten zeigt uns Halevy aus Ketuboth, Fol. 69, daß Rabina kurz nach 738 (4186), dem Sterbejahre R. Aschi's, einen Erbstreit der Kinder Rab Aschi's als Richter von Sura schlichtet. Spätestens konnte dieser Prozeß um 4190 gespielt haben. Sicher war Rabina nicht jünger als 30 Jahre, als er zum Richteramte in Sura berufen wurde (km h k:«"!) Wäre Rabina erst 811 (4269/6O) gestorben, so müßte er ein Alter von 300 Jahren und mehr erreicht haben, was R. Scherira sicher zu bemerken nicht unterlassen hätte. Auch aus Joma, Fol. 78, geht hervor, daß Rabina um das Jahr 4200 schon zu den hervorragendsten Gelehrten gehörte, es also schwer anzunehmen ist, daß er 60 Jahre am litter. Himmel glänzte, ohne daß die lange Dauer seines Wirkens irgendwo bemerkt wird. Wenn wir die Zahl des Sefer Hakkabalah für das Sterbejahr Rabina's nehmen, so sind alle diese Schwierigkeiten verschwunden. Wie gesagt, nimmt Herr Halevy das Jahr 42734/35 nur als spätesten Termin für das Ende der Amoräerepoche. Da uns nun die Tabellen sagen, daß 4234 und 42-35 der 13. Kislew nicht auf einen Mittwoch fiel, dagegen dieses im Jahre 4233 der Fall war. so wäre schon 4233, das Sterbejahr R. Tosfoa's, auch als das Sterbejahr Rabina's qnzusehen, falls die Angabe des Wochentages in unserem Texte richtig ist. Jetzt zeigt sich uns auch, neben den Erklärungen Halevy's für diesen Punkt, wie man zu dem merk-.

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