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Der Israelit · 1902-07-24 · Heft 59 (24.7.1902) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 59 (24.7.1902)
Date
1902-07-24
Page
– (sequence 19)
Language
German
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svruch stehen darf mit den Satzungen und Grundsätzen der deutschen Turnerschaft. Und endlich wird der Paragraph 13 das Mittel liefern, jeden Zuwiderhandelnden Verein auszuschließen. Rußland. Odessa. Kürzlich starb hier einer der hervorragendsten Aerzte und einer der berühmtesten Arbeiter für das jüdische Wohl, Dr. Isaak Andreyewitsch Tschackin. Der Verblichene erhielt seine höhere Aus-. bildung an der Moskauer Universität, wo er Medizin studierte und bei der Moskauer Presse als Journalist thätig war. Im Jahre 1858 wurde der Name Dr. Tschackins berühmt. Zotoff, der Herausgeber der „Illustration", veröffentlichte einen beleidigenden Artikel gegen die Juden, aus den Horowih und Dr. Tschackin, jeder selbstständig, in der „Rußki Viestnik" und im.„Atheneum" antworteten. Darauf schrieb Zotoff einen noch aufreizenderen Artikel: „Rabbi Tschackin und Rabbi Horowitz", in welchem er durchblicken liest, daß dieses Volk nie etwas uninteressirt thäte. Dieses Pamphlet erregte eine große Entrüstung unter den hervorragendsten Journalisten, welche Dr. Tschackin kannten. Besonders aufgebracht war M. N. Katkoss, der Herausgeber des „Rußki Viestnik", einer der bedeutendsten Zeitungen des Landes. Er veröffentlichte in seiner Zeitung einen warmen Artikel zur Verteidigung Dr. Tschackins und appellierte an alle russischen Schriftsteller, gegen die grundlosen Angriffe Zotoffs vorzugehen. Dieser Aufruf wurde angenommen und 400 Unterschriften der bestbekannten russischen Journalisten wurden zum Protest gegen die „Illustration,, gesammelt. Im Jahre 1860, als das russisch-jüdische Organ ..Rasspiet". das erste Mal in Odessa erschien, war Dr. Tschackin, welcher sich dann dort niederließ, der beständige Mitarbeiter derselben und veröffentlichte eine Serie Artikel über „den geschichtlichen Zustand der Juden in Uebereinstimmung mit der russischen Gesetzgebung." Später, Ende der Sechziger, als ein Zweig des „Vereins zur Verbreitung der Wissenschaft unter den Juden" sich in Odessa niederließ, wurde Dr. Tschackin erster Sekretär und einer der thätigsten Mitglieder des Vereinskomitees. Für seine großen Verdienste um den Verein wurde er später zum Ehrenmitglied gewählt. Im Jahre 1871, nach den großen Judenhetzen in Odessa, war Dr. Tschackin an der Spitze einer Anzahl bedeutender Juden damit beschäftigt, die Gründe der Vertreibung'zu erforschen und der russischen Gesellschaft die wahren Motive des Aufruhrs zu erklären. Daraufhin wagte er es, in der „Rußki Viestnik" einen Artikel: „Die wahren Ursachen der Judenvertreibung im Jahre 1871" mit voller Unterschrift zu veröffentlichen. ' Im Umgang mit den Kranken war der Verschiedene äußerst aufmerksam und herzensgut. - Die ersten Anzeichen seiner Krankheit erschienen vor vielen Jahren; ungeachtet dessen bewahrte er Interesse für alle sozialen Angelegenheiten, bis ihn sein Herzleiden zwang, seinen ärztlichen Beruf aufzugeben. - A m e r t I o. Newyork. Juden und Nichtjuden in Amerika beschäftigen sich fortdauernd mit den aus Rumänien, Rußland und anderen Ländern in großer Zahl sich flüchtenden jüdischen Einwanderern. Jedes Einwandererschiff bringt einen früher niemals gekannten Prozentsatz jüdischer Einwanderer mit. Hat man ja auf dem deutschen Dampfer „Breslau" es der Mühe Werth gehalten, für eine Verpflegung der jüdischen Zwischendeckspassagiere mit koscherem Fleisch zu sorgen, und der Kapitän hat ihnen für den Sabbatgottesdienst einen besonderen Raum zur Verfügung gestellt. Da es unrathsam ist, daß die jüdischen Flüchtlinge alle in Newyork bleiben, hat man beschlossen, in Milwaukee ein Centrum zu schaffen, von welchem aus sie über den ganzen Staat Wisconsin vertheilt werden sollen. Man will den Ankömmlingen Stellen auf Farmen oder in Läden sichern und sie aus dem Newyorker Ghetto nach Milwaukee bringen, wo sie bis zur definitiven Anstellung umsonst beherbergt und verpflegt werden sollen. Die nöthigen Gelder sind ausschließlich von Juden aufgebracht worden. Trotzdem die amerikanischen Juden sich sonach selbst bemühen, Newyork von der jüdischen Einwanderung zu entlasten, sieht man dort vielfach scheel auf die jüdischen Einwanderer. Da ist es interessant zu hören, wie ein katholischer Geistlicher, Dr. Thomas A. Hendrick von der St. Bridget's Kirche in Rochester sich der. russischen und polnischen Juden annimmt. Cr schreibt u. A. in Erwiederung auf eine Beschwerde über angebliche Unfreundlichkeit der Juden im Osten Newyorks gegenüber Katholiken: er wohne seit elf Jahren in einem Stadtheile von Rochester, der von mehreren tausend russischen und polnischen Juden bewohnt sei, und er könne sich nicht erinnern, daß auch nur ein einziges Mal ein Katholik von Juden durch Wort oder That ungebührlich behandelt worden sei. Er sei zu jeder Tages- und Nachtzeit mit den russischen und polnischen- Juden zusammengekommen und habe Gelegenheiten gehabt, das Familienleben dieser Verbannten kennen zu lernen, wie sie nicht vielen katholischen Geistlichen vergönnt feien. „Ich habe Gelegenheit gehabt, zu ihnen zu gehen, um ihre Mithilfe zu erbitten zur Besserung der Lage entweder von Juden oder anderen Leuten, oder speziell Katholiken. Ich kann mich nicht erinnern, jemals anders als mit Höflichkeit empfangen worden zu sein, und ich benutze diese Gelegenheit, öffentlich anzuerkennen/ daß ick den Juden von Rochester für unzählige Gefälligkeiten zu Dank verpflichtet bin. In ihrer Gesammtheit

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