Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 46-47 (9.6.1902)
- Date
- 1902-06-09
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Geschlechter vor der Schöpfung war die Tauroh' bereits geschaffen/ und wenn die Zeit alles andere verändert und umgestaltet, die außer ihrem Raumbereiche stehende Tauroh verändert sie nicht. Diese zu beherzigende und zu betätigende Lehre gibt uns die Schrift in dem Wörtchen nr.i bi'2 Nicht ■ an jenem, fern liegenden Tage, xm, sondern mn an diesem Tage, an dem Tage, in dem wir eben leben, ist die Tauroh gegeben. Der wahre Jude feiert an jedem Tage den Mattan-Tauroh-Tag. Der erste Sonnenstrahl, der des Morgens ihn zu neuem Leben erweckt, entlockt ihm auf's Neue das Gelöbniß: soiwi new. Wir wollen sie hören und halten. Und so wie vor dreitausend Jahren aus sechsmalhundertausend Kehlen der einhellige Ruf erschallte: new "r in isx Alles . was Gott gesprochen, wollen wir halten; so wie damals' dieser Ruf wie aus einer einzigen Kehle heraus erschallte 11 n' (s. z. St. x*ny px), so schwört heute - jeder Jude jeden Morgen, ntwa n w nwt ^3. Alles, was Gott gesprochen, will ich halten. Aendern sich auch Zeiten und mit ihnen Gepflogenheit und Sitte, an meiner Tauroh ändert sich nichts; sie bleibt jung, wie am ersten Tag um wvr So ist nun dem wahren Juden jeder Tag ein Mattan-Tauroh-Tag, und die Schrift konnte dies nicht bester andeuten, als dadurch, daß sie uns den eigentlichen Mattan-Tauroh-Tag verschweigt. Begreifen wir hiernach wohl die Absicht unserer Weisen s. A., die am ... fünfzigsten Dmer, oder am sechsten Siwan bereits, also einen Tag vor dem eigentlichen Mattan-Tauroh-Vorgang, wnn po pt in die nbvn eingefügr. ES soll uns eben die Wahrheit vor Augen geführt werden, daß jeder Tag ein Mattan-Tauroh-Tag sein soll. Dieses nmr rraan, um fast tausend Geschlechter alter als die Zeit, läßl sich von ihren beengenden Grenzen nicht einengen. Es steht außer ihrem Rahmen, altert nie, überlebt sich nie, bleibt immer neu U'M - bwi H'«3. Das ist die Lehre, die uns das - .wwnn jno pt das Schowuaus-Fest geben will. Und wenn unsere neuerungssüchtigen Brüder vermeinen, auch an unserer Tauroh schleifen zu müssen, so - . mögen sie sich doch den Text der heiligen Schrift ansehen, mögen doch bedenken, daß unsere Tauroh nicht .uinn wa nicht für jenen Tag, sondern für diesen Tag nrn gegeben wurde, und daß wir auch am ersten - Schowuaus-Tage "wrrnn pa pt„ sagen! ZsrßrmMrschEesW ÄKd EorrMoKSemes. Merkt«/ Juni: Die'''heutige Repräsentanten- ^sitzustg tzing sehr schnell zu Ende. Die William und Sch'önlünk'Mtt' Eheleute haben der Altersver- . ... svrLÜngLaststalt 49,MÖ Mk. überwiesen. Der Rixdorfer Religionsverein erhält 400 Mk. Subvention. In den Vorstand der Synagoge Kaiserstraße wird Herr Berthold Israel und in die gemischte Kommission zur Beratung von Fragen des Religionsunterrichts Herr Dr. Cohn gewählt. Eine lebhafte Debatte ruft die Vorlage betreffs Zulvendung an den Deutsch-Israelit. Gemeindebund hervor, welche damit endete, den Jahresbeitrag von 9500 Mk. auf rund 1O,OO0 Mk. zu erhöhen. Der Umbau des zweiten Waisenhauses in Pankow wird gleichfalls beschlossen. Bon den erforderlichen 26,000 Mark sind bereits von einem anonymen Wohlthäter 20,000 Mk. gespendet, die Gemeinde hat dann noch 6000 Mk. beizutragen, die wahrscheinlich auch durch ein Geschenk gedeckt werden. Hamburg, 6. Juni. Der Jahresbericht für 1901 des „Israelit. Unterstützungsvereins für Obdachlose." welcher soeben erschienen, gibt in beherzigender Sprache Kenntniß von der Thätigkeit, die der Verein im Interesse jener armen, aus ihrer Heimath verdrängten Auswanderer und jener mehr bemitleidenswerter, verzweifelter Rückwanderer entwickelt hat, wonach der Verein, wie ja auch weit über Hamburg hinaus bekannt, weit mehr leistet, als seine bescheidene Firma: „Verein für Obdachlose," verspricht. Als ich Ihnen über den vorjährigen Bericht geschrieben und dabei an die Mitwirkung weiterer Kreise appellirte — wie denn auch der hamburgische Verein nach der Natur seines Wirkens in der That auf die mildthätigen Herzen aller Wohlgesinnten in Israel angewiesen ist — war mein Ruf kein vergeblicher. Der Bericht konstatirt mit vielem Danke die zahlreichen Zusendungen von außen, insbesondere für die Bekleidungsabtheilung, so daß es möglich war, 1996 Personen vollständig einzukleiden. Aber auch die Ansprüche an Vaarmitteln sind gewachsen; so betrugen die Ausgaben Mk. 23,345, Mk, 2300 mehr wie 1900.. welche durch die vergrößerten Einnahmen gedeckt wurden. Hierbei kommen Extra-Zuwendungen für bestimmte einzelne Fälle seitens des sog. Russenkomitees, Henry Jones Loge, Jsr. humanitäre Frauen-Verein, sowie sehr bedeutende Fremden-Unterstützungen seitens der „D.-Jsr. Gemeinde" nicht in Anrechnung. Durch den Tod des Baron Hirsch und dessen Gemahlin ist dem Verein eine Quelle versiegt, die allemal, wenn der Begründer und Präses desselben, Herr Dan. Wormser s. A.. dazu gesprochen oder angeklopst, reichliche Mittel lieferte. Aber neue Freunde hat der Verein oder richtiger gesagt, dessen unermüdlich wirkende Vorstandsherren zu erwerben verstanden, möge ihrer ehrend hier gedacht werden. Es sind die Herren Rechtsanwalt Alexander, erster Vorsitzender, Paul Laster, zweiter Vorsitzender, M. Goldfarb, Kaffirer, Leo Mendelsohn, Schriftführer. Dr. L. Allen, I. Moses, N. A. Stern. Max M. Marburg, Sauy M. Mainz, Revisor. ■ / Der Bericht beschäftigt sich noch mit den Ergebnissen des auf Anregung des Herrn Laskar in Breslau