Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 46-47 (9.6.1902)
- Date
- 1902-06-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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T: 973 Er war ein großer Lalmudist und in seinen früheren Jahren. durch , seine gelehrten Abhandlungen im „Israelit" (die er unter einem Pseudonym schrieb) auch weiteren Kreisen bekannt, v . Eduard Seg all. Jnowrazlaw, 2. Juni. Unser verehrter Herr Rabbiner Vamberger hat gestern seinen hiesigen Wirkungskreis verlaffen und ist nach Wandsbeck, der Stätte seines neuen Wirkens, übergesiedelt. So sehr wir auch dem Herrn Rabbiner diese Verbesserung gönnen, so können wir es doch nicht unterlassen, öffentlich unser Bedauern über sein Scheiden aus unserer Mitte auszusprechen. Mt seltener Pflichttreue und Opferfreudigkeit ausgerüstet, hat er es verstanden, den verschiedensten Anforderungen, dL sein Amt . an ihn stellte, nachzukommen. Seine sabbathlichen Predigten, die sich stets durch treffliche Dispositionen auszeichneten, und die von aufrichtiger Frömmigkeit zeugten, Predigten, die deutlich erkennen ließen,. wie sebr ihm die Erhaltung der Emunah, die Pflege von Thora am Herzen liegt, haben viel zur Hebung des Beth Hamidrasch beigetragen. Nicht minder ist ihm manche Verbesserung in der Religionsschule, die vor seinem Hierherkommen sehr daniedergelegen ist, zu verdanken. ' Daß er stets bereit war, mit Rath und Thai jedem Einzelnen beizustehen, der sich an ihn wandte, bedarf .wohl kaum der Erwähnung. Er hat darum hier fast . ...nur Freunde zurückgelassen, und. die wenigen Feinde, — sie erkennen es heute an, daß nicht persönlicher Haß sie erfüllt, sondern daß ihre religiöse Gesinnung keinen so von der ihrigen abweichenden überzeugungstreuen Mann dulden kann. — Wie sehr man ihn hier geliebt, konnte man bei seinem Fortgange erkennen. Im dichtgefüllten Beth Hamidrasch hielt unser Freund am pv mpn2?v seine Abschiedsrede, die uns Allen lange im Gedächtniß bleiben wird. In fast einstündiger Rede, die mit der Erklärung trefflicher Midraschworte durchsetzt war, verbreitete er sich über die Gesetzgebung, legte die Gründe seines Fortgehens dar und nahm Abschied von der Stelle seines Wirkens. Die allgemeine Anerkennung, die ihm am Schlüsse seiner Rede zu Theil ward, ließ es erkennen, wie sehr zu Herzen gesprochen seine Worte wären. Am Montag Vormittag fanden sich in der Wohnung der Schwiegereltern des Herrn Rabbiner Bamberger der Vorstand des Beth Hamidrasch nebst dem Rabbinate und vielen Gemeindemitgliedern ein. Dort- . selbst überreichte der Vorsitzende, Herr Louis Sandler, dem Herrn Rabbiner unter einer, dessen Wirken kennzeichnende Rede, einen großen Pokal, mit der Bitte, sich stets daran zu erinnern, daß eine große An- : zahl von Freunden seinen Abgang aufrichtig bedauert. In kurzen Worten dankte Herr Rabbiner. Vamberger für diese Aufmerksamkeit. Nachmittags fand sich eine Deputation der Religionsschule mit Herrn Lehrer Samuel an der Spitze, bei dem Herrn Rabbiner ein, und ein Schüler Lberbrachte im Namen Aller unter! einer kurzen Ansprache zwei prächtige Kandelaber. In? kernigen Worten legte ein Schüler das Gelöbniß ab, j die vom Rabbiner erhaltenen Lehren zu beherzigen und daß alle Schüler stets bemüht sein werden, ihnen entsprechend zu leben. Abends war der Bahnhof der Zielpunkt einer \ großen Anzahl von Freunden, die-es sich nicht nehmen lassen wollten, dem Herrn Rabbiner nochmals vor feiner Abreise die Hand zu drücken. Unter ihnen bemerkten wir Herrn Rabbiner Dr. Kohn, nebst dem Lehrer der Religionsschule. Herr Rabbiner Bamberger hat uns wohl verlaffen, aber wir werden seiner stets in Achtung, Ehrerbietung und Dankbarkeit gedenken, ihn als Muster und Vorbild eines echten Jehudi rühmen. Möge er in seinem neuen Wirkungskreise stets zufrieden fein und sich so viele Freunde erwerben, wie er hirc verlassen. Posen, 5. Juni. Herr Qberkantor Schaß aus Regensburg in Baiern ist von der Gemeinde Hierselbst einstimmig zum Kantor gewählt worden. Derselbe übernimmt bereits zum Sch'wuausfest sein neues Amt. — Der Bau einer Zentralsynagoge wird null ernstlich besprochen. Jnbetreff der Platzfrage gehen die Meinungen erheblich auseinander. Ncgensburg, Zi). Mai. nb ma orwo wrnrvn vnsj Noch ist die Wunde um den Verlust des am 15. Kislev Heimgegangenen Herrn Adolf Rosenb l a t t frisch und schon wieder haben wir einen theuren Tobten zu beweinen. Heute früh, ipart rfnya nahm der Allmächtige einen seiner Getreuen, Herrn Max Rosenblatt npnw ruvoi zu sich, der mit feinem Vater, Herrn Adolf Rosenblatt s. A., in rührender gegenseitiger Liebe enge verknüpft war. Ein langes, ach so schweres Leiden, hatte ihn zu einem Dulder gemacht, der, wie ein echter Jehudi, das ihm Auferlegte geduldig, standhaft und mit liebenswürdiger, bescheidener Rücksichtnahme auf die Semen trug, gehegt und gepflegt von seiner seit neun Jahren in immer wachsender Liebe mit ihm verbundenen braven, frommen Frau. Nur auf wenig über 34 Jahre hat er seine Erdentage gebracht, aber e&v njp v* mH er gehört zu denen, die in kurzer Zeit sich vielen ttov erworben haben, dessen Ziel und Streben war, rein seinem Gotte n*a zu dienen, nn» nron inre Li-vn bn Mb ps> pi vW-ss er hat es zu erfüllen wahrhaft sich bestrebt und an ihm wird es sich auch bewahrheiten und in Gemeinschaft mit seinem ihm vorausgegangenen Vater sel. wird er jetzt des Göttlichen Glanzes sich freuen. ••■•••• Hochgeachtet in allen Kreisen, . mit denen er zusammenkam. wegen seines lauteren Charakters und seiner Tüchtigkeit als Kaufmann, wegen seines men-- fchenfreundlichen Wesens, seiner ererbten, weichherzigen^