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Der Israelit · 1902-06-09 · Heft 46-47 (9.6.1902) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 46-47 (9.6.1902)
Date
1902-06-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
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als das Bestreben, nicht nur dem Talmud, sondern auch i Baale Toffafot gern, weil sie in einem westlichen Lande jeder alten Chronik und jedem mittelalterlichen I zu Hause find, ungeachtet ihres ehrwürdigen Alters? Erklärer des Talmud unbedingte Autorität zu geben. I Bezüglich der Baale Tossafot ist das Benehmen Herr Elbogen ist so gütig, uns im Schlußkapitel seine! Halevy gegenüber höchst sonderbar. Sobald Halevy eigene Ansicht von der Orthodoxie mitzutheilen, die sich I eine Ansicht der Toffafot zu vertheidigen. sucht, „ein eigenthümliches System der Versteinerung"-schuf. I so hat das seinen Grund, „weil er nicht den Muth hat. Zu solch versteinertem Orthodoxen wird ihm gleichfalls I seiner persönlichen Meinung den Vorzug zu geben." Halevy. Was immer im Dorot Harischonim steht, wird I Ein Schüler von G.rätz kann es natürlich nicht verstehen, von Versteinerung und Rückständigkeit diktirt. Unser daß die Tossafot auch einmal recht haben. Herrn Elbogen Kritiker ist von seinen Ideen so befangen, daß er blind I wird die „Mutlosigkeit" Halevy's Tossafot gegenüber, wird für die ausgehende Sonne objektiver Forschung I sobald er das Wort ausgesprochen, zur Ueberzeugung, auf dem Gebiete der talmudischen Geschichte. I und der auf Seite 6 als muthlos hingestellte Autor Oft hat Halevy Gelegenheit, die modernen jüdi- I wird auf Seite 7 schon gerade darum unkonsequent geschen Geschichtsforscher siegreich zurückzuweisen und die I nannt, weil er trotz seiner sonstigen Muthlosigkeit auch Haltlosigkeit ihrer Ansichten darzuthun. Herr El- I dann und wann in historischen Fragen seine Ansicht bogen hält es nicht für räthlich und geboten, seine I der der Tossafot gegenüber aufrecht hält. Es ist über- . Schützlinge im Einzelnen zu vertheidigen, er hat genug I Haupt ein sehr durchsichtiges Manöver unseres Kritigethan, wenn er Herrn Halevy irgend einen laden- I kers, Herrn Halevy dadurch bei den Männern drrWissen- - scheinigen Grund für seine Kritik unterschoben hat! schüft zu diskreditiren, daß er ihn zuerst als einen Mann und durch die nicht schwerfallende Widerlegung dieses I hinstellt, dem alle möglichen, aus früher Zeit stammen- Phantoms die Freunde und Lehrer in den Augen der! den Autoren und Geschichtswerke unantastbare Autori- Uneingeweihten gerettet hat. Hören wir den Phanta-! tät seien. Wenn dann aus Halevy's Werken sich wiedersieen über das Seelen- und Geistesleben Halevy's I holt Gegenbeweise bieten, so thut Elbogen, als seien ihm einmal zu und lesen wir die goldenen Worte! für seinen Kampf diese Funde willkommen und sieht er zur Charakterisirung dieses Forschers: „Je jünger eine! darin Inkonsequenz des Autors und „Spielen mit Autorität ist, je näher sie unserer Zeit steht, desto! den Prinzipien der Orthodoxie." Man weiß nicht, ob weniger Respekt genießt sie, je älter sie ist, mit desto! man zürnen oder lachen soll, wenn Elbogen Pag. 6 mit größerer Ehrfurcht wird sie genannt. Auch der! Hinweis auf Pag. 170 des Dorot Harischonim lll dem Wissenszweig, in dem ein Autor sich auszeichnet.! Leser vorfpiegeln will, Halevy habe das Seder Olam wird für seinen Werth maßgebend; Verdienste um! suta als „kanonisirtes Büchlein" erklärt, um dann auf die Geschichte wiegen bei weitem nicht solche um I der nächsten Seite sich zu wundern, daß der Autor von die H a l ä ch a auf. In diesem Buche scheint auch das! dem „rezipierten" S. Olam suta ohne Bedenken be- Land der Geburt für die Beurtheilüng von hauptet, „daß alle Namen darin falsch seien." Hat . Gelehrten mitzusprechen, es ist beinahe ein Verbrechen,! Herr Elbogen noch nie von Gräbers Literarischem Maaus Deutschland zu stammen, man steigt im Werthe, gazin gehört, das den Namen mnvvn "wx führt, weiß wenn man in einem östlicheren Lande zu Hause ist."! er nicht, daß im modernen Hebräisch nviBD Litteratur Einen der Sätze Elbogen's unterschreiben wir voll I bedeutet und daß man von einem Werke, dem man ge- und ganz; und mit uns wird dies auch Halevv thun.! wissen literarischen Werth zugesteht, sagt, es hat Vollkommen wahr ist es, daß Verdienste um die Ge-! wibd T® * Nichts anderes sagt Halevy an der angeschichte bei weitem nicht solche um die Halachah auf-! führten Stelle vom Seder Olam suta. ivx rvan «2 wiegen. Als Vorwurf ist dieser Satz sinnlos: handelt I miivv bypnn D>2 ana» v2vv nt es sich hier dock zunächst nur um die Geschichte der Ha-! Hierher gehört auch die spöttische Bemerkung, Halevy erlacha. Auch bei den profanen Disziplinen muß das zähle von einer Inspiration Rabbi's, R. Aschi's und Verdienst um die Geschichte der beir. Wissenschaft! der Saboraim bei Abschluß der Mischnah und bei Rezurücktreten gegen Alles, was den Wissenszweig selbst! daktion und Abschluß des Talmud. Halevy spricht nur fördert. Unwahr jedoch ist das Andere, was! von einer himmlichen Fügung, durch welche diese hochhier Halevy unterstellt wird. R. Jechiel Heilprin s. A-,! wichtige Thätigleit gerade in dem günstigsten Auaender Verfasser des -.neim ins lebte in einem östlichen blicke vorgenommen wurde. Seite 23 des Dorot Ha- Lande, in Minsk, ganz in der Nähe der Heimath Ha-! rischonim III findet sich diese angebliche neue Ersinlevy's, und er lebte vor zwei Jahrhunderten, und doch! düng Halevy's: scheut Halevy sich nicht, ihn-sehr häufig richtig zu stellen. I ex '2 arb? iB2n wran rrt>V ^2i D'2 -So überaus, hoch, wie Herrn Halevy die Autorität der! JUtwsw *ina ’oart lüBQrn *'n n nnwa vw x . Baale Tossafot in halächischer Beziehung steht, so finden! v MV wx *1 ’D'i .Tn Lws p . . . rivrinn aiav . 7 sich dennoch.einige Widerlegungen historischer Aus-! "7 Vp fex b*ib Äv ^xx a^ru m warn n?x a*n anwa >. führungen selbst der Toffafot in den Werken Halevy's. | noscfti ana 'vrn t>2 «aaanv wi : Vielleicht widerspricht jedoch Halevy. gerade den » Keine falsche Uebersetzung, aber eme direkte Enk-

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