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Der Israelit · 1902-06-05 · Heft 45 (5.6.1902) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 45 (5.6.1902)
Date
1902-06-05
Page
– (sequence 18)
Language
German
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ArttrmgSnachrichk» »Kd Csrresps«deme«. Deutsch!« » d. Berlin, ,m Juni. Dem Jahresbericht des „Rabbiner-Seminars zu Berlin" (1900/1901), erstattet vom Kuratorium, entnehmen wir: Trotz des wirtschaftlichen Druckes, .der im Vorjahre, zumal in Deutschland, so empfindlich sich fühlbar gemacht hat, dürfen wir dennoch in der Berichtsperiode eine erfreuliche Steigerung unserer Einnahmen und einen größeren Ueberschuß als im Vorjahre verzeichnen. Wir danken diesen bemerkenswerten Erfolg der ausdauernden Treue der altbewährten Wohltäter, Serien ein stattlicher Kreis neuer Förderer unserer Bestrebungen beigetreten ist. Mit ganz besonderer Befriedigung heben wir die Unterstützung hervor, welche in Dänemark und Schweden dem Seminar zu Theil wurde. Es offenbart sich darin die wohlthuende Erkenntniß, daß unsere Anstalt den sördernswerthesten Interessen der Gesammtheit dient und deßhalb ein Anrecht auf die tätige Mitwirkung der Gesammtheit hat. Möge dieses edle Beispiel Nacheiferung wecken und durch die wetteifernde Bethätigung verständnißvoller Gabenwilligkeit endlich das — leider noch immer recht ferne —; Ziel ereicht werden, daß der finanzielle Bestand des Rabbiner-Seminars durch ausreichende Fundirung für alle Zukunft gesichert ist. Deßhalb erneuern wir die innigste Bitte, daß bei freudigen und ernsten Anlässen, namentlich bei letztwilligen Verfügungen, auch unserer Anstalt gedacht werde, daß alle diejenigen, denen die Erhaltung unserer überlieferten Wissens-und Religionsgüter Herzenssache ist, in Freundes- und Bekanntenkreisen thätigeS Interesse für das Rabbiner-Seminar wachrufen und dasselbe so in den Stand setzen mögen, den von Jahr zu Jahr wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Kuratoriums sind wiedergewählt worden. Den Vorsitz des Kollegiums hat als Nachfolger des Herrn Rabbiners Dr. Auerbach s. A. der bisherige stellvertretende Vorsitzende, Herr Hermann Gu mp ertz-Hamburg, bereitwilligst übernommen. Mt der Eröffnung des Wintersemesters 1900/01 hat unsere Anstalt das 28. Jahr ihrer Wirksamkeit angetreten. Die Erfüllung des bei dieser Gelegenheit ausgesprochenen Wunsches, daß sich in unserem Lehrhauseder Satz roa ■ *n Inp bewähren möge, daß im Lehren und Lernen, im Wirken und Schaffen der Lehrer und Schüler stets die Gottesstimme zur Geltung komme, ist Gott sei Dank allseitig mit Eifer und Fleiß angestrebt worden; und der Erfolg hat unsere Mühe reichlich damit belohnt, daß das Ergebniß der Semester-Prüfungen ebenso wie der mitten im Jahre vorgenommenen zahlreichen Repetitorien stets zu unserer vollkommensten Zufriedenheit ausgefallen ist und daß sowohl in den halachischen Uebungen, als auch in den homiletischen Vorträgen unserer Hörer deutlich und vernehmlich Fortschreiten im Wissen und Festigkeit im Glauben wahrzunehmen die Freude hatten. Im verflossenen Jahre erhielten von uns nach Absoloirung ihrer Examina die rarm nrinn und Rabbinatsdiplome die Kandidaten: Dr. Isidor Friedmann aus Hainsfurth (Bayern), Dr. Ludwig Warszawski aus Posen, Dr. Simon Auscher aus Straßburg (Elf.). Dr. Sally Mannes aus Dreschen, Dr. Naphtali Cohn aus Altona und Dr. Levi Emmrich aus Rhina (Hessen). Die Einnahmen betrugen Mk. 48,611, die bis auf Mk. 4683 verausgabt wurden. Berlin, Ende Mai. Gegen eine neue Geflügelschlachtmethode wollen die Thierschutzvereine die Hilfe der Behörden anrufen. Damit das Geflügel keine äußeren Verletzungen zeige, wird ihm verschiedentlich nicht wie bisher der Hals durchschnitten, sondern eine Scheere in den Schlund gestoßen, wodurch die Thiere unter entsetzlichen Qualen eingehen. Alle fühlenden Menschen werden aufgefordert, dieser abscheulichen Schlachtmethode entgegen zu treten und auf solcke Art geschlachtetesGeflügel nicht zu kaufen, um die Beseitigung dieser grausamen Thierquälerei zu erzwingen. Man beachte wohl, hier wollen also die Thierschutzvereine fiir den Halsschnitt wieder eintreten. S p r « ch s » « l. Hamburg, 1. Juni. * Soeben erhalten wir Nr. 1 der „Miitheilungen aus dem Verein zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit" (Schomre Schabbos) und lesen darin den Brief über die Berliner Delegierten-Konferenz der bestehenden vier Schomre Schabbos-Vereine. Dieser Bericht und speziell der am Schlüsse desselben gegen deu Hamburger Verein erhobene Vorwurf muß dessen Vorstandsmitglieder sehr befremden. Der Artikel berichtet wohl über die Ablehnung einiger Berliner Vereinbarungen, streift aber nicht einmal kurz die geltend gemachten Gründe, obwohl dieselben in einem ausführlichen Schreiben an die andern Vereine genau ausgeführt wurden. Jeder Leser des Berichtes muß unwillkürlich glauben, der Hamburger Verein verfolge Sonderintereffen und habe den Beschlüssen seine Zustimmung versagt, ohne dabei das Interesse der Allgemeinheit in Erwägung zu ziehen. Nebenbei sei nur erwähnt, daß die Behauptung des Artikels, die Abstimmung des Hamburger Vertreters sei theilweise vom Vorstand desavouirt worden, unrichtig ist. Der Unterzeichnete Herr Jacobsen erklärte in Berlin ausdrücklich, seine Abstimmung geschehe nur unter dem Vorbehalt, daß der Vorstand des Hamburger Der-

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