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Der Israelit · 1902-06-05 · Heft 45 (5.6.1902) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 45 (5.6.1902)
Date
1902-06-05
Page
– (sequence 19)
Language
German
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eins nach Berathung der betreffenden Punkte seine Zustimmung gebe. Um nun.die in Hamburg gemeldeten Bewerber und die sonstigen Mitglieder nicht lange in dem Glauben zu lassen, als sei der erhobene Vorwurf berechtigt, halten es die Unterzeichneten für richtig, mit einer Ergänzung des Frankfurter Berichtes nicht bis zum Erscheinen der Nr. 2 der „Mittheilungen" und bis nach Stellungnahme des Vorstandes zu dem betr. Artikel zu warten, sondern den Mitgliedern sofort die Gründe der versagten Zustimmung zu einigen Berliner Vereinbarungen 31t verrathen: „Hamburg hat sich gegen gemeinsame Versendung der Anfragebogen ausgesprochen." Wie die Herren Geschäftsinhaber wissen, find die Ansragebogen (Vacanzanmeldungs-Gesuche) länger als ein Jahr von den drei Vereinen gemeinschaftlich versandt worden. Das Resultat war, datz dem Hamburger Vereine weit weniger Vacanzen angemeldet wurden, als früher und leidet derselbe noch heute an den Folgen dieser verfehlten Praxis. Rach dem alten Sprichwort „Gebranntes Kind scheut das Feuer" war es somit unthunlich und wäre gegen das Interesse der in Hamburg gemeldeten Bewerber gehandelt, wenn der mißglückte Versuch nochmals wiederholt würde. Die vielleicht eingetretene nur unbedeutende Kostenersparniß dürfte bei dem wieder sicher zu erwartenden Rückgang der Vacanzanmeldungen nicht in Betracht kommen, zumal bezweifelt werden muß, ob später die Gesammtzahl der bei allen Vereinen angemeldeten Vacanzen eine Steigerung erfahren hätte. Es ist sehr fraglich, ob ein Geschäftsinhaber, dem ein dicker Briefumschlag mit vielen Drucksachen (vier Anfragebogen, Begleitbrief etc.) zugeht, die Papiere nicht einfach bei Seite legt, während bei Eingang von vier briefartigen Circularen im Gebrauchsfalle das intereffirende an die betreffende Geschäftsstelle abgesandt wird. Der zweite Punkt des Berichtes der „Mittheilnngen," der Hamburger Verein habe sich prinzipiell gegen eine gemeinsame Eingabe an den Rabbinerverband ausgesprochen, muß bestritten werden. In Wirklichkeit ist nur die Eingabe in der vom Frankfurter Verein redigirten Form, wegen eines darin enthaltenen unrichtigen Passus nicht unterschrieben worden. Wenngleich viele der Hamburger Vorsteher sich sagten, daß diejenigen orthodoxen Herren Rabbiner, welche Associationen, wie im betreffenden Circular erwähnt, ihre Zustimmung ertheilen, zuvor sicher auch die Folgen in Erwägung gezogen haben werden, so hätten dennoch sämmtliche Herren gerne im Interesse der stellesuchenden jungen Leute, die Eingabe unterzeichnet, wenn nicht der Passus, es wird von jener Seite als ein Gebot der religiösen Selbsterhaltung betrachtet, „die Beobachtung des Sabbats soviel als irgend möglich zu erleichtern," einen wohl unbeabsichtigten indirekten nichts destoweniger beleidigenden Vorwurf gegen diejenigen orthodoxen Herren Rabbiner enthielte, die gerade durch Anwendung der Gesetzesvorschrit betreffs Association, dem Chilul Schabbos zu steuern für richtig halten. Um zu erproben, ob diese Ansicht richtig, unterbreitete der Vorstand des Hamburger Vereins die Eingabe einer hinsichtlich Frömmigkeit und talmudischer Gelehrsamkeit über allen Zweifel erhabenen rabbinischen Autorität — und siehe da — der betreffende ehrwürdige Herr Rabbiner, welcher nach diversen Verhinderungsversuchen, einige Male Geschäftsinhabern den Text der Schabbos-Affociations-Kontrakte aufsetzte, machte so- ' fort auf oben angeführtuen beleidigenden und unrichtigen Passus aufmerksam. „Der Hamburger Verein lehnte also nur den theilweisen Wortlaut, nicht aber, wie berichtet, die g a n z e Eingabe ab." Die Gründung des projektirten Bundes der israelitischen Stellenvermittlungsvereine endlich kam für Hamburg nach Ablehnung anderer Punkte nur noch wenig in Betracht. Der Bund hätte den Vereinen jedenfalls Kosten auferlegt, obwohl momentan gemeinsam zu Verathendes nicht vorliegt. Wird dies der Fall sein, so kann auch ohne Gründung eines Bundes (es gibt gerade genug Vereine und Bünde) schriftlich eine gemeinsame Konferenz, wie in Berlin, angeregt werden. Diese Gründe sind von Hamburg den anderen Vereinen ausführlich mitgetheilt worden und wurde bei dieser Gelegenheit die Bitte ausgesprochen, die Versicherung entgegenzunehmen, daß der Hamburger Verein keinerlei Sonderinteressen, die denen der Allgemeinheit zuwiderlaufen, zu verfolgen gedenkt. Es wurde ferner mitgetheilt, daß, wenn die Praxis die erwähnten Bedenken nicht rechtfertigen sollte, Hamburg den jetzt abgelehnten Beschlüssen gerne nachträglich beitreten werde. -;' -v. Ein Jeder wird aus dieser Darlegung ersehen, daß nicht nur „die anderen Vereine," wie es am Schlüsse frag!. Berichtes heißt, sondern auch der Hamburger Verein das Veste gewollt haben, und wäre es sicher ' kollegialischer gewesen, wenn man in Frankfurt, statt den Hamburgern vor aller Welt Vorwürfe zu machen, auch von den Ablehnungsgründen im betr. Artikel Notiz genommen hatte. / . Es mag noch erwähnt werden, daß ein wichtiger Grund für Ablehnung der Fusion,— dieselbe würde übrigens von allen Vereinen verworfen — darin zu finden ist, daß. Frankfurt, im Interesse des Bestandes seiner Dersicherungskasse, in erster Reihe für die versicherten Mitglieder sorgen müßte. Wenn auch vom Hamburger Verein der Anschluß an die Versicherungskasse warm empfohlen wird, so muß dennoch und zuweilen gerade deßhalb für die nicht versicherten jungen Leute ebenso kräftig gearbeitet werden. Im Interesse solcher — nicht versicherter — Bewerber war deßhalb,

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