Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1902-06-05 · Heft 45 (5.6.1902) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 45 (5.6.1902)
Date
1902-06-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2449795-2449836--56029-2518794
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

mett worden, und was seit Jahren so eifrig erstrebt wurde, heute ist es zur That geworden. Das neue Gotteshaus, auf einem freien Platze an der Maxstraße stehend, repräsentirt sich in seiner äußeren und inneren Gestaltung als ein würdiger, architektonisch vollendeter Vau, der durch sein wohlgefälliges, malerisches Gepräge das Auge des Beschauers erfreut und eine Sehenswürdigkeit und eine Zierde der Stadt Kissingen bildet: es erhöht den Ruhm seines genialen Erbauers, Herrn Architekten Krampf, und macht der jüdischen Gemeinde Kissingens, die es an großen Opfern nicht fehlen ließ, alle Ehre. Die Einweihungsfeierlichkeiten, die anfangs für Schowuoth bestimmt waren, mußten verschoben werden. Diese Verschiebung erstreckt sich auf zwei Tage. Die Einweihung findet am Samstag nach Schowuoth, am 14. Juni, statt. Warum so Plötzlich diese Eile, diese Üeberstürzung, nachdem man bereits viele Jahre gewartet, ist nicht recht verständlich. Ein Mißton freilich fällt in die Fesiesstimmung. . Herr Rabbiner Dr. Stein-Schweinfurt. welcher bisher mit seltener Pflichttreue und Selbstlosigkeit das Rabbinat Kissingen als Verweser versehen, hat es sich in letzter Stunde versagen müssen, den Weiheakt der neuen Synagoge vorzunehmen. In Folge dessen wird auf Ansuchen der Kissinger Gemeindeverwaltung Herr Rabbiner Eckstein-Bamberg, der bekanntlich weitab vom altkonservativem Standpunkt siebt, die Weibepredigt halten. Freilich wären diese und andere unliebsamen Vorgänge ausgeblieben, wenn die Wahl des Kissinger Rabbiners endgiltig entschieden und bestätigt wäre. Nachdem aber die Kgl. Regierung und das Ministerium die von einem kleinen Theile der Gemeindemitglieder angefochtene Wahl anerkannt, ist der Protest gegen die Wahl weiter aufrecht erhalten und die letzte Instanz, der Verwaltungsgerichtshof, angerufen worden. Es wäre Zeit, daß ein Entscheid in diesem oder jenem Sinne getroffen und der seit zwei Jahren verwaiste Rabbinerstuhl wieder besetzt würde, daß mit dem neuen Rabbiner auch der alte Friede und die alte Eintracht, wie sie unter der weisen Leitung des unvergeßlichen Rabbi Bamberaer s. A. herrschte, in die Kissinger Gemeinde einziehe; denn die Kissinger Gemeinde hat, weil eben das Vad' alljährlich der Sammelpunkt vieler tausender jüdischer Gäste aus aller Herren Länder bildet, große, heilige Pflichten zu erfüllen. Dr. P. Münz, Nürnberg, Badearzt in Bad-Kissingen. Frankfurt a. M. Das Pflegamt des Almofenkastens der isr. Gemeinde vertheilte 1901 Mk. 78,258 gegen Ml. 76,487.im Vorjahr. Aus dem von Georg Svever gegründeten Ertrafonds gelangten Mk. 6200 zur Verkeilung, sodaß Ende 1901 nur ein Saldo von Mk. 600 verblieb, der jedoch durch eine weitere Zuwendung , des verstorbenen Herrn Speyer um Mk. 5000 erhöht wurde. Von größeren Gaben sind zn erwähnen Mk. 10,000 von den Hinterbliebenen des Freih. Wilhelm v. Rothschild. Mk. 2000 beim Hinscheiden von Frau Dreyfus-Jejdels. Mk. 2000 Legat des Kommerzienraths H. Rothschild. Gießen, 2. Juni. Das vom Schöffengericht Gießen gefällte, den Redakteur der antisemitischen ..Volkswacht" in Qffenbach, Reuter, wegen Beleidigung des Handelmannes Berlin in Großen-Bußek, zu 1 Monat Gefängniß verurtheilende Erkenntniß wurde heute von der hiesigen Strafkammer als Berufungsinstanz bestätigt. Der Verurteilte hatte einem „Eingesandt" in seinem Blatte Aufnahme gewährt, worin fälschlick. behauptet wurde, Berlin habe einen Einbruchsdiebstahl fingirt, um eine Versicherungssumme von 500 Mark zu erhalten. Tatsächlich war der Mann gegen Einbruch nicht versichert und hatte den Schaden selber tragen müssen. : v : < Karlsruhe, im Juni. Nachfolgende Kundgabe war diese Woche in der Vorhalle der hiesigen Synagoge zum Anschlag gebracht: < . „Die isralitische Gemeinde meiner Residenz hat die Aufmerksamkeit gehabt, mir in einer Adresse des Synagogenrathes und Stadtrabbinats zu meinem fünfzigjährigen Regierungsjubiläum Glück- Und Segenswünsche darzubringen. Ich habe mich über diese Huldigung sehr gefreut und sage für die Kundgebung treuer anhänglicher Gesinnung meinen aufrichtigen Dank, den ich bitte, allen Betheiligten zu übermitteln. Zugleich verbinde ich damit die -Versicherung meiner wohlwollenden Theilnahme für die Entwickelung der israelitischen Gemeinde Karlsruhe 7. Mai 1902.:: : > Friedrichs :• (An die isr. Gemeinde, zu Händen des Synagogenrathes Herrn Fritz Hamburger.) Frciburg i. B., 1. Juni. Herr Bezirksrabbiner Dr. Lew in bittet uns, zu berichten, daß er keinerlei Auftrag erhalten habe, ein Gebetbuch zu verfassen und auch nie beabsichtigt habe, ein solches interkonfessioneller Art zu schaffen. , ■ (Wir müssen es unserm Korrespondenten überlassen, zu dieser Berichtigung Stellung zu nehmen. Derselbe wußte uns sogar die Einzelheiten der von Herrn Dr. Lewin vorgenommenen Korrekturen mitzutheiken. So sollte es in dem Lewin'schen Gebetbuche beißen statt: Raufei cholei aman Jisroel, raufe cholim, statt Gaumel chasodim tauwim leamau Jisroel gaumel chasodim tauwim la-brijaus. Es wurde uns freuen, wenn die Fabrikation von reformirten Gebetbückern in Baden eingestellt sein sollte. Red. d. „Isr.") ■ Ung a r n. Budapest, 2. Juni. Im Prunksaäle der Pester israelitischen Religionsgemeinde hielt dieser Tage der ungarisch-israelitische Handwerks- und Uckerbauverein unter Vorsitz de- Präsidenten, Reickstagsabgeordneten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.