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Der Israelit · 1902-05-28 · Heft 43 (28.5.1902) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 43 (28.5.1902)
Date
1902-05-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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906 r. vor. Im Anfänge des Jahres 1898 drückte das Mit- F v glieddes Vörsenkomitees, der wirkliche Staatsrath Baron Horace von Günzburg, den Wunsch aus, 25,000 ■ Rubel für eine Baracke im Börsenhospital, die den Namen seines Vaters Joseph von Günzburg tragen ' soll, zu spenden, und zwar für bemittelte Kranke, die nicht im allgemeinen Hospital sich kuriren lassen wollen. . Die'ganze Baracke kostet ungefähr 35,000 Rubel. Kiew. Mi ld er e Seiten scheint jetzt die Kiewer Polizei in Bezug auf den Aufenthalt der Juden .; in Kiew aufzuziehen. Ein Circular des Gouverneurs , von Kiew an die Vorstände sämmtlicher Polizeireviere ' dieser Stadt ordnete nämlich an, daß allen Juden. /' Welche 'aus irgend'einem Grunde Kiew verlassen ten, eine Galgenfrist von einigen Tagen gewährt werden soll.^ Motivirt wurde diese Verordnung mit dem v humanen Hinweis auf das jüdische Peßachfest, das die - Jüden in Kiew ungestört feiern sollten. Die zarte ' ' Rücksichtnahme auf die jüdischen Feste ist umso dankens- - werther, als die Kiewer Polizei bisher gerade das . Peßachfest den Juden zu vergällen suchte^ An" diesem ' Feste, namentlich am ersten Sederabende, pflegten sonst . alljährlich die Schergen der Kiewer Polizei große Razziasauf Juden zu veranstalten, da sie sehr gut wußten, daß an diesem Abende die Juden am ehesten zu Hause . . zu finden und abzufangen sind. ' T. Bulgarien. . Sofia. (Freisprechung eines jüdische n .Offizier s.j Der jüdische Unterleutnant Graziano, welcher in der Nothwehr seinen Angreifer, einen pensionirten Soldaten, getödtet hat, wurde seiner- - zeit trotz zahlreicher Sympathiekundgebungen des Offizierkorps und des gesummten bulgarischen Heeres von dem Gerichtshof zu Schumla zu der höchstzulässi- . gen Strafe von acht Monaten Gefängniß verurtheilt. - . Das Äppellationsgericht zu Sofia hat nunmehr den Urtheilsspruch aufgehoben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung einem neuen Gerichtshof zu ' / Tirnowo überwiesen. In der dreitägigen Verhandlung wurde nachgewiesen,, daß Graziano, indem er gegen seine nächtlichen Angreifer, welche zwölf Mann stark ihn heimtückisch überfallen haben, -von seinem. Degen ^Gebrauch.gemacht hat, .nur seine Pflicht als Offizier Y erfüllt hat^. Darauf wurde der tapfere jüdische Offizier .glänzend. freigesprochen. Das Urtheil ist von ganz . Vulgärien.namentlichaber vön der bülgarischen Armee, großes Geüugthuung"ausgenommen worden. st r n a.< .Jerusalem, im Mai. Durch die- Einrichtung einer. tz'r,uLLdentschen^.-Post^m..'Aahre.; 189.9 heranläßt^ haben wir jetzt nicht.wMge^äl^ Mnfi verschiedene. Postanstalten ußrleM, -Me sich Eoncürren^ machen und gegen- ^^felLiß' aüreKn^''ivohlqugehrachte V^sixsterungen - und Neuerungen einzuführcn. So haben wir jetzt tägliche ■ r BsrbmdungLN mit Jaffa von Seiten verschiedener Postanstalten. Die Auslandspost wird möglichst rasch nach Jerusalem heraufbefördert; man bekommt sie meist schon am Abend des Ankunftstages in Jaffa, obgleich nur die türkische Post mit der Eisenbahn befördert werden darf. . ' Der Postpacketverkehr ist sehr erleichtert u. verbilligt worden. Die österreichische Post befördert sogar Postfrachtstücke bis zu einem.Gewicht von 50 Kilogramm. Auch die türkische Post befördert jetzt Pallete und hat Postanweisungsverkehr eingeführt. Seit einem halben Jahre hat sie neue Marken, und zwar die Inlands- und Auslandsmarken verschieden, eine Einrichtung, die höchst wahrscheinlich nur mit Rücksicht auf den hierdurch gesteigerten Absatz an die Markensammler getroffen worden ist. Seit Anfang Dezember ist die heilige Stadt mit reichlichem frischen Trinkwasser versehen. Mit großer Feierlichkeit wurden die beiden neuen Röhrenbrunnen eröffnet, die der Bevölkerung täglich 90,000 Gallonen vorzügliches Wasser liefern. Der eine Brunnen ist für die Mohammedaner bestimmt und steht im Hofe der Omer-Moschee, an dem Platze des alten salomonischen Tempels; der zweite befindet sich mitten auf der Straße zwischen dem Bahnhof und dem Jafsa-Thore, an dem Platze des alten Birket-Es-Sultan. Von beiden Schöpfstellen aus kann das Wasser durch Träger, Wagen und kleine Leitungen der ganzen Stadt übermittelt werden. Die Anlage ist ein Verdienst des Gouverneurs Dschewad Pascha, der alles daran setzte, um das Werk mit den zur Verfügung gestellten geringen Geldmitteln von 2000 türkischen Pfund (34,000. Mary durchführen zu können. Das Wasser wird aus einer Entfernung von fünf geographischen Meilen nach Jerusalem geleitet, und die alten Wasserbauten aus der Zeit Salomons konnten nur bei der Herstellung des Reservoirs mit benützt werden. ent! I e t o tu KrzÄycrrng von Babette Fried, Kv«rg. : ui - - ■ Alle Sinne waren in seinem Gehöre konzentrirt; er lauschte mit verhaltenem Athem, ob er die ihm wohlbekannten schlürfenden Schritte vernähme,-ob die alte Frau bald einträte, den Brief von Teinitz in der Hand. Seine Körperschwäche war aber allzugroß,.als daß er auf die Dauer die Anstrengungen des Aufhorchens ertragen hatte.- Seine Augen schlossen sich müde.' Der Kranke verfiel in' einen Heilsamen Schlummer. ' Was war das? Träumte, er, , wachte er? . Es schien ihm, als schlöffen sich zarte Frauenhände um seinen Nacken, und ein warmer Mund drückte leiden- ..: schaftliche Küsse auf seine Augen, auf seine Lippen. . )

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