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Der Israelit · 1902-07-21 · Heft 58 (21.7.1902) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 58 (21.7.1902)
Date
1902-07-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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(ärgert), fangen wir alle an zu lachen. Dann machen wir seiner Mutter Komplimente, weil sie e soi gute Köchin ist, und laden ihn schließlich zum Miteffen ein." Alles verlief programmäßig. Wir hatten nahezu Alles vertilgt, als Krämer heimkam. Als er eintrat, aßen wir ruhig weiter und nähmen keine Notiz von seiner Anwesenheit. Im ersten Augenblick schien es; als wollte er über uns herfallen und uns sein Eigenthum entreißen. Dock mußte er es sich überlegt haben — wahrscheinlich, weil er sah, daß es schon zu spät sei — und er begnügte sich, seinem Zorn in Worten Luft zu machen. „Das ist e Gemeinheit," schrie er, ,,e ganz gemeine Geneve (Diebstahl) ist's und Ihr seid Reiber!" Eine Lachsalve war unsere Antwort auf diesen Ausfluß seines Aergers. „Schämen sollt Ihr Eich die Augen aus dem Kopf'," schrie er noch erbitterter. „Sei kein Narr und reg' Dich nit auf," ließ sich jetzt Tannenbaum hören. „Es war, soll ich leben! großartig und Deine Mutter verdient die Morenu (.Ehrendiplom), weil sie so gut kochen und bachen (backen) kann." „Wirtlich großartig!" riefen wir alle im Chorus. „Wenn Du gesckeidt bist, fetze Dich her und halt mit," sagte wieder Tannenbaum, sich ein Stück Kuchen aus dem Kistchen nehmend. Krämer gab keine Antwort. ' „Nu, Krämer, setz' Dich her!" sagte ein anderer Bocher. Dieser schwieg noch immer. * „Wenn er nit will, soll er's bleiben lasten," ließ sich Liebermann vernehmen. „Wir werden ohne ihn auch damit fertig werden." „Das glaub' ich!" brach jetzt Krämer sein Schweigen. „Du kannst allein e soi Paäl aufeffen!" „Mach' Dir nix draus!" sagte Tannenbaum zu Krämer. „Vorbei ist vorbei! Jeden Tag geschieht's ohnedies nit." „Das Packl liegt mir garnix asoi viel auf," sagte Krämer, der allmählich einsah, daß sein Aerger ihm .. nichts nützen könne und der sich wenigstens unserem Spotte entziehen wollte. „Es verdrießt mich nur, daß Ihr alles soi im Geheimen gemacht hab't." „Lass' es gut sein, Krämer. E andersmal werden wir uns vorher bei Dir anmelden," sagte Tannenbaum- „Aber jetzt wollen wir benschen, wenn Du's erlaubst." „Meinetwegen," erwiederte Krämer, schon halb versöhnt. „Thu' mir die Teuwoh (Gefälligkeit) Krämer und wasch' Dich. Ich will. Du sollst Mesumen benschen," sagte Bürger. r Auch dazu ließ er sich endlich bewegen. Er benschte vor und wir schieden versöhnt von einander. 24. November 18.. In der ganzen Jeschiwöh weiß und spricht man von dem Streich, den wir Krämer gespielt haben. Das Schönste an der Sache ist, daß uns ein Jeder Recht gibt und daß allgemein behauptet wird, dem Krämer sei Recht geschehen. Er schämt sich fast, unter die Bachurim zu gehen, denn er wird allseitig aüsgelacht und gehänselt. (Fortsetzung folgt.) Wochen-Kslenöer. Freitag, 25. Juli. 20. Tamus. Sabbat-Anfang in Mainz und Frankfurt a. M. 7 Uhr 45 Min. Samstag. 26. Juli. 3t. Tamus. '121, .dnr'v Sabbat-Ausgang in Mainz und Frankfurt am Main 9 Ubr 15 Min. — Berlin 9 Ubr 03 Min. — München 8 Uhr 44 Min. — Hannover 9 Uhr 12 Min. — Stuttgart 8 Ubr 56 Min. — Drag 8 Uhr 40 Min. — Straßburg 9 Uhr 05 Min. — Posen 8 Ubr 58 Min. — Stettin 9 Ubr 14 Min. - Der Kobold des Setzkastens hat uns einen argen Streich ge« gespielt; auch in unserer Berichtigung war der 17. Tamus irrthümlich auf Donnerstag angegeben. cS muß selbstredend Dienstag heißen. Der „JSraelit" «scheint *ySckeQtlIc& Bweinol, Mentagß mmS Bemzier&tags» jrdeSrmck t» mindestens zwei Sogen. Preis pro Vierteljahr bet der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höh«. Man absnnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehme» Bestellungen an. — Sev Buchhandel orvLehrk durch 8. Olriunckrr, Cem?rs,Notzplatz1S. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Konpareillezeüe oder deren Raus. Preis der Zckls im Neclametheil 75 Pfennig. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 KelchS-Mark oder 16 Kronen österr.. für'« Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3793. Telephon 1035. Stellesucheude und sonstige Interessenten können aus Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine AnSgaba de§ ZSsaelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht mau den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 85 Pfennige daS Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post, auf diesäbe unter Nr. 3792a abonnirrn. Ans Wunsch stunden Vir die Zahlung des JnserttouSbetragS an außer Stelle Befindliche bis «ach Erlangung einer solche». ___ Inhalt ISauptblLtl): Eine Vorlesung Henri) George's über Moses (Fortsetzung). — Zeitungsnachrichten und Corresoondenzen: Deutschland: Berlin. Breslau. Aus Westprcutzen. Eyotkuhnen. Hannover. Illingen. Leipzig. Rumänien: .Bukarest. Rußland: Petersburg. Persien: Hanmdan. — Feuilleton: Aus dem Tagebuchs eines Dachur's (Fortsetzung). Drhait dcr DeUage: Das ortbodoxe Juoenthum (Schluß.) — Zeitungsnachrichten und Cörrespondenzen: Deutschland: Werfen. Vom Rhein. Eydtkubnep. Rußland: Warschau. England: London. Perantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition de» ^Israelit". Schottstraße Nr. 2. Mainz. . Druck und Verlag der Job. Wkrtb'schen Hofbuchdruckerei Aetien-Gefellschaft ln Mainz. Hierzu eine Beilage.

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