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Der Israelit · 1902-07-21 · Heft 58 (21.7.1902) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 58 (21.7.1902)
Date
1902-07-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1234 verstorbenen Herrn G. Bernheim gearbeitet, taufte der Chef in eine Lebensversicherung ein, damit der treue Diener seine alten Tage bei Arbeitsunfähigkeit in der wohlverdienten Ruhr beschließen könne und keine Noth zu leiden brauche. Ein Vetter des Herrn F. wurde zum Prokuristen ernannt und einem Lehrling ein halbes Jahr der Lehrzeit geschenkt. In einem opulenten Diner im Hause des Prinzipals in Kibarty wurde das Personal auf's Reichlichste mit Speisen und Getränken bewirthet. Möge der Firma unter der thatkräftigen Aera des jetzigen Inhabers, der das Verhältniß zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer so harmonisch auszugestalten versteht, noch das silberne und goldene Jubiläum bei ungetrübtem Wohlergehen zu feiern beschieden sein!. Das Personal selbst hat Herrn Freidberg ein werthvolles Geschenk überreicht. Die Feier , wurde im Bilde festgehalten. . Herr Freidberg hat aus eigener Tasche auch ca. 2000 Rubel für den Bau der neuen „Kol-"Synagoge in Kibarty gespendet. Die Synagoge wird sich nach Fertigstellung zu den höhen Feiertagen, wie ich mich heute selbst überzeugte, sehr schön ausnehmen. In Kibarty bestehen zur Zeit nur 2 Privat- - Bethäuser, die Klaus von Goldberg und die noch altere von Herrn I. Wolpe. Eduard Segall. .Hannover, 16. Juli. Dem Rechenschaftsbericht des „Wohlthätigkeits-Vereins der Synagogen-Ge-- meinde Hannover" entnehmen wir: Der Verein besteht 140 Jahre. Die Einnahmen im letzten Vereinsjahre betrugen Mk. 20,326.84, die Ausgaben Mk. 49,475.87, es bleibt demnach ein Kassenbestand von Mk. 851.07. Im Jahre 1901 wurden 32 Männer, 16 Frauen, 3 Knaben und 2 Mädchen, im Ganzen 53 Personen, auf dem Friedhofe beerdigt; davon gehörten dem Verein 14 als Mitglieder"an, bezw. sechs Frauen von Mitgliedern, während auf Kosten desselben 16 Leichen.bestattet wurden. Nach außerhalb überführt wurden 7 Leichen. Im letzten Jahre wurden 17 neue Mitglieder ausgenommen; der Verein zählt gegenwärtig 397 Mitglieder und 61 beitragende Frauen. Das hiesige Komitee für Ferienkolonien, welches seine Sorge unterschiedlos den Kindern aller Konfessionen zuwendet, bei den jüdischen Kindern aber noch durch Vermittelung des Herrn Landrabbiners dafür sorgt, daß sie in. Familien untergebracht werden, in denen sie rituelle Beköstigung erhalten, hat in diesem Jahre 25 kränklichen und schwächlichen Kindern jüdischen Glaubens, 18 Knaben und 7 Mädchen. die Wohlthat einer kräftigen Sommerfrische zu Theil werden lassen,- wofür dem Komitee herzlichsten Dank ausgesprochen wird. Zur Bestreitung der durch rituelle Beköstigung erwachsenden Mehrkosten wurden auch in diesem Jahre vom Vereine 159 Mk. gezahlt. Unterstützt wurden regelmäßig 24 hiesige Kranke, 78 je nach Bedürfniß. Eine große Anzahl Kranker hat in dem israelitischen Krankenhause an zusammen 1458 Verpslegungstagen Aufnahme gefunden; ' im hiesigen tädtischen Krankenhause waren 3 Kranke mit zusam-' men 58 Verpflegungstagen untergebracht, während Fürsorge für eine Geisteskranke durch einen Zuschuß zu deren Unterhaltungskosten getroffen werden konnte. Zum Schluffe meldet der Bericht den schweren Verlust, den der Verein durch den Tod des am 25. Oktober v. I. verstorbenen ersten Vorstehers der Synagogengemeinde, Herrn I. Kauffmann, erlitten. Der Verstorbene hat über ein Menschenaktcr der Verwaltung des Vereins angehört, in heiligem, von inniger Frömmigkeit getragenem Ernste an den Arbeiten sich betheiligt und durch seinen klaren Blick und seinen einsichtsvollen Rath den Verein in ausgezeichnetem Maße gefördert. Die Generalversammlung fand am 3. Juli statt. Jllirrgc», im Juli. In wie weit ein Kultusbeamter seine erzieherische Kraft in den Dienst der Religion und der geistigen Bildung zu stellen vermag, davon ist uns durch unseren Kantor und Lehrer, Herrn Marx, ein nachahmenswertstes Beispiel gegeben. Dieser überaus tüchtige Beamte wirkt bereits feit zwei Jahren in unserer Gemeinde. In dieser Zeit hat es derselbe verstanden, durch seine erhebende Abhaltung des Gottesdienstes, durch sein aufrichtiges, religiöses Betragen und seinen Amtseifer einerseits, die Herzen unserer Gemeindeangehörigen zu erwerben, während er andererseits durch sein korrektes Auftreten und freundliches Benehmen jedem Mitmenschen gegenüber, die Hochachtung und Sympathien unserer christlichen Mitbürger sich errungen hat. Von welcher Seite Herr Kantor Marx seinen Beruf a'.lffaßt, beweist der von ihm am Lag beomer d. I. gegründete isr. Jünglingsverein „Cevro hanorim." ... Der Verein verfolgt in erster Reihe den Zweck, durch allwöchentliche Vorträge des Herrn Kantor Marx über die laufende „Sidra mit Raschierklärung" und daran geknüpfter Erläuterung der Dinim und Minhogim bei den jungen Leuten, das Interesse für die heilige Lehre wieder zu wecken und zum Festhalten an derselben beizutragen. In zweiter Reihe hat es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, durch vierteljährliche Vorträge über ein in jüdische Volksgeschichte einschlagendes Thema, den Gemeindemitgliedcrn mit ihren Familien einen geistig genußreichen Abend zu schaffen. »Aber auch der Verherrlichung des Gottesdienstes soll der Verein dienen, indem unter der Leitung des Herrn Marx ein vierstimmiger Männerchor aus den stimmbegabten Vereinsmitgliedern sich gebildet hat. Daß dieser Verein in unserer Gemeinde einen äußerst guten Anklang fand, beweist unsere Vereinsliste, welche bereits 56 aktive und passive Mitglieder zählt. Die Gründung und Erhaltung solcher Vereine, besonders in den Landgemeinden, ist allerdings nicht immer leicht, da nicht selten Interesselosigkeit und Par-

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