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Der Israelit · 1902-05-12 · Heft 38 (12.5.1902) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 38 (12.5.1902)
Date
1902-05-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
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836 mit der Herausgabe des oben bezeichneten Werkes bereichert. Schemtob ben Joseph Jbn Falaquera, ein jüdischer, philosophischer Schriftsteller, lebte ca. 1226 bis ca. 1290, vermuthlich in Spanien und der Provence, ein ärmliches Wanderleben führend. Das ist alles, was uns von seinen Lebensverhältnissen bekannt ist. Dagegen ist uns reichlich Kunde geworden von seiner ausgebreiteten, litterarischen Thätigkeit einerseits dadurch, daß der größte und wichtigere Theil seiner Arbeiten uns erhalten ist, andererseits dadurch, daß Falaquera uns selbst Titel und Inhalt seiner Jugendschriften mittheilt. Wie der Verfasser in seiner Einleitung uns sagt, habe F. in seiner im 38. Lebensjahre verfaßten Schrift wpzan (Forscher) geschrieben, daß er in seiner Jugend, viele Verse gemacht, was ihm stets eine Erholung von seinen anstrengenden Studien * gewesen sei. Außerdem habe er bereits folgende Schriften verfaßt: 1) 'pan rarurr. mxnnn rurum p*nn rrc&n. Alltagsvorschriften für die Leitung der körperlichen Gesundheit und die Leitung der Seele. 2) inan nts Kurze ethische Abhandlung. 3) pj'rr '12,. Balsam des Kummers. 4) pian rfeo, Rolle der Erinnerung (Leidensgeschichte der Juden). 5) mann rnm, Kurzer Dialog (zwischen einem -Orthodoxen und einem Philosophen). 6)ntemBD, Buch der Grade (Volk, Gelehrte, Propheten). 7) ppacn,' Der Forscher. 8) ri'vn v'wo ib'Ön, Ansichten der Philosophen. 9) iav Buch der Seele. 10) man rn» Führer der Widerspenstigen, ein Commentar zum Moreh nebuchim des Maimonides. 11) yatr& v"n ' *iipa 'oa Auszüge aus der Lebensquelle des Salomo Jbn Gabirol. 12) enve. Ein Commentar zur Thora und zu anderen Büchern der heiligen Schrift. 13) »rnn nao, Buch der Auslegung schwieriger Midraschstellen. 34) aibna nu«, Abhandlung über den Traum. 15) anaa, Ein Brief zur Verteidigung der Moreh, geschrieben anläßlich des Bannes, der im Jahre 1290 in Damaskus gegen die Verketzerung des Maimonides geschleudert wurde. 16) naan xw«V Einleitung in die Wissenschaft. ‘ , . Letztere Jugendschrift Falaqueras hat nun Dr. David auf Grund folgender Handschriften herausgegeben: 1) Cod. München 402, Fol. 18 b ff. (Steinschneider, Cataloges Codd. Ms. Biblioth. R. Monocensis T. I. Pars. I. S. 187. 2) Cod. München 45, Fol. 618 b. ff. 3) Cod. Güdemann (im Besitze des Herrn Oberrabbiner Dr. Güdemann in Wien. 4) Cod. Saraval 19 Nr. 66 der Bibliothek des jüd. theol. Seminars in BreSlau. ES ist eine Riesenarbeit, dieses Werk mit den genannten. Handschriften zu vergleichen, die der Herausgeber zuweilen noch, besonders im deutschen Theile, mit trefflichen Anmerkungen versehen hat; es ist aber auch ein großes Verdienst des Verfassers, Reschith Chokmah an's Tageslicht gefördert zu haben, da dasselbe äußerst interessant ist; die Ueberschristen einzelner Kapitel beweisen dieses: „Uetjet die zum Studium der Wissenschaften erforderlichen moralischen Eigenschaften." „Wie entsteht die Sprache in einem Volke?" „Die Wissenschaft der Sprache." „Die Logik und ihre Theile." „Allgemeines über die Logik, deren Nutzen, deren Namen." „Die Wissenschaften, Mathematik, Geometrie, Optik, Astronomie, Musik, Mechanik, Exverimentirkunst." „Die Naturwissenschaft und die Methaphysik und ihre Theile." „Staatskunst, Rechtswissenschaft und Rechtfertigungskunst." „Nothwendigkeit der Philosophie, um die wahre Glückseligkeit zu erlangen." „Kurze Darstellung der Philosophie des Plato und deS Aristoteles." Wir müssen Dr. David uneingeschränktes Lob dafür entgegenbringen, daß er ein so bedeutendes philosophisches Werk an's Tageslicht gezogen, das des Hebräischen kundige Leser bei eingehendem Studium mit großem Genüsse aus der Hand legeu werden. Mögen aber auch diese Leser in so großer Zahl sich einstellen, daß der jugendliche Verfasser sich veranlaßt sehen wird, mit der Wünschelruthe seines Könnens und Wollens noch manches unbekannte und interessante Werk zur Bereicherung der jüdischen Litteratur aus Tageslicht zu bringen. R- ZeLturrgönachrrchterr und Corresporrderrze«. Deutschland. Eydtkrchncn, 6. Mai. (E d e l) Der in voriger Woche in Nizza verstorbene bekannte russische Fürst Oginsly hatte noch bei Lebzeiten dem Gymnasium und der Kirche in Polangen Schenkungen gemacht. Ferner hat er testamentarisch bestimmt, daß „sämmtliche jüdische Verkäufer in Plunian auf zehn Jahre von der Zahlung der Pacht für ihre Läden befreit sind." Wäre er (der Fürst) von seiner Krankheit genesen und am Leben geblieben, dann sollten sie 20 Jahre nichts zu zahlen haben. Alle diese Versprechungen haben aber den edlen Fürsten nicht vor dem Tode schützen können, wider den bekanntlich kein Kräutlein gewachsen ist. Eduard Segalt. Friedberg (Hessen), 5. Mai. (Judenbad.) Die Fürsorge, welche die hessische Regierung der Erhaltung wichtiger Denkmäler der Kunst der Vorzeit zuwendet, hat jüngst an einem besonders bemerkenswerthen Beispiel zu einem höchst erfreulichen Ergebniß geführt. Es handelt sich hier um die Erhaltung und Instandhaltung des „Judenbades" (fälschlich auch Römerbad genannt) zu Friedberg, welches einer Gattung von

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