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Der Israelit · 1902-05-12 · Heft 38 (12.5.1902) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 38 (12.5.1902)
Date
1902-05-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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48* Jahrgang. :c$e z« j* 38 Zur Frage k§ dcrsaakmMs in kr jWkn Sil 093 no VV2 *a*7. „Wie herrlich wirkt doch ein Wort, das zur rechten Zeit gesprochen wurde," so werden wohl gleich mir recht viele Leser gerufen haben, als sie die unter obigem Titel gebrachten Ausführungen in Nr. 36 des „Israelit" lasen. Es ist in der That zu possirlich, wie die vollständig degenerirte Reform heutigen Tages ihre Blöße dadurch zu decken sucht, daß sie ihre Helden mit allerlei erborgten Flittern herausputzt. Da erkühnt man sich sogar, die Oeffentlichkeit dadurch herauszufordern, daß man einen Mann, wie Frankel, als einen Heros hinstellt, der die Größe eines Ranban, Rambam, Rabbenu Tam und eines Amora zusammengenommen, in sich vereinigte. Diejenige jüdische Oeffentlichkeit. welche sich so etwas ohne den allerentschiedensten Widerspruch bieten ließe, hätte sich für alle Zeiten durch ihre Unwissenheit gebrandmarkt. Ein Beispiel möge das beleuchten. Ein etwas älterer Zeitgenosse Frankels war Rabbi Zwi Hirsch Chajes, Rabbiner in Zolkowo. Wo liegt denn Zolkowo, wird der freundliche Leser wohl fragen. Doch das thut nichts zur Sache. Es ist ein Ort in Galizien und jedenfalls keine europ. Residenz. Ich behaupte mit aller Kühnheit, daß schon in einer einzigen der zahlreichen Abhandlungen dieses galiz. Rabbiners mehr Wissen und vor allem — mehr Wissenschaft, als in den beiden Hauptwerken Frankens '211 und nAen-wi w2v zusammengenommen. steckt. Ich halte diese Behauptung so lange aufrecht, als ich nicht von dem .Herrn Rektor des Wiener Rabbiner-Seminars eines Bessern überzeugt werde. Hat das von dem Herrn Dr. Schwarz geleitete Institut etwa auch die Eentennarfeier dieses Gelehrten mit so viel Ruhmredigkeit begangen? Dieser Rabbiner Zwi Hirsch Chaies sagt an einer Stelle, wo er sich gezwungen sieht, eine Behauptung des y» zu bekämpfen, wörtlich' TW w-nrr 621 rrw o* Hält man sich das vor Augen, wie erbärmlich muß einem alsdann dieses ruhmredige Gebühren erscheinen? Wenn Herr Dr. Schwarz bofft. daß die hohe Bedeutung Z. Frankel's immer tiefer in das indische Volksbewußtsein eindrinqe werde, so hat er sich doch etwas sehr geirrt. Unser Volk hat nun einmal die Eiaenheit, daß es nur solche Männer in sein Herz schließt, deren Charakter ihm Bewunderung und Ehrfurcht einflößt.- Es ist aber merkwürdig, daß' davon unserem Volke nichts derrathen wurde, obwohl man so mit aller Gewalt daraus aus ist, Frankel zu einem Liebling desselben zu stempeln. Hatte denn der Mann keinen Charakter, hatte er keine ^stimmte religiöse Ueberzeugung gehabt? Wie verhält es sich denn damit? Warum haben denn seine zahlreichen Lobredner auch nicht ein Wort darüber zu verlieren gewußt?? Besäße er aber dergleichen wirklich nicht, dann traurig um die ganze Wissenschaft. :• Ein Schuhputzer hätte dann viel mehr auf die Dankbarkeit und Anerkennung der Nachwelt Anspruch. Diesem kann man es nicht zum Vorwurfe machen, wenn sein. Handwerk keinerlei Rückwirkungen auf seinen Charakter ausübt. Soll das aber bei der Beschäftigung mit unserer heiligen Wissenschaft ebenso gehen, dann hätte diese, sowie der Mann, der ihrem Dienste sich widmet, seinen Beruf gründlich verfehlt. Was die Schüler betrifft, so wollen wir lieber ganz schweigen. Unter denen gibt es selbst solche, die in Gemeinden, fungiren, wo statt des fcnp der Sonntag auch im Gottesdienste gefeiert wird. Ueberzeugungs- und die damit in Verbindung stehende Charakterlosigkeit ist deren gemeinschaftliches Merkmal. Diesen Stempel haben sie auch dem von ihnen beeinflußten Judenthume aufgedrückt. Was aber die anderen Spuren, die Hirsch's und Frankel's Wirksamkeit zurückgelaffen hat, betrifft, so scheint mir der Hinweis auf Prag nicht einmal den Gegensaß in seiner ganzen Scharfe zu treffen. Die Gemeinde Dresden kann in gewissem Sinne ebenso als eine. Schöpfung Frankel's bezeichnet werden, wie dle in Frankfurt eine solche Hirsch's ist. Was Dresden betrifft, so sei hier nur eines angeführt, das alles andere beleuchtet. Selbst am heiligen Jom Kipur singen dort in der Synagoge christliche Damen in dekolletirter Kleidung das w unb alle übrigen heiligen Gebete. Das genügt doch! N. LitterarWer Bericht. > >5; K-iipbe px sm dp noan mwn ibo Schemtob ben Josef ibn Falaqueras Propädeutik der , Wissenschaften, Reschith Chokmah, zum ersten Male auf Grund von vier Handschriften herausgegeben von Dr. phil. Moritz David. Berlin (Verlag von M. Poppelauer) 1902. Der vor kaum Jahresfrist in Bochum (Westfalen) angestellte Rabbiner Dr. David hatlmJahre 1898 das Targum Schein nach Handschriften und-mit einer -Einleitung versehen, herausgegeben. Dieser- Arbeit.^ lägen zu Grunde der Codex Kiffingensis, im Besitze deA- Äabb. Bamberger in Kissingen, der Codex Kratis-. laviensis auf der Stadtbibliothek zu Breslau und der Codex Hamburgensis auf der Stadtbibliothek zu Hamburg. Nun hat der Verfasser die jüdische Litteratur

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