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Der Israelit · 1902-05-07 · Heft 37 (7.5.1902) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 37 (7.5.1902)
Date
1902-05-07
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Trumpf ihnen von den Juden selbst in die Hand gedruckt wird. * Ein zweiter Faktor zur Bestimmung der Zahl der auszuhebenden Soldaten bildet die Festsetzung der Anzahl der von je Tausend Stellungspflichtigen in das aktive Heer einzureihenden Rekruten. Dieselbe bleibt in Rußland ganz den Provinzialbehörden überlassen, welchen auch die Vertheilung der von den einzelnen Gemeinden zu fordernden Soldaten unter den in diesen Gemeinden nebeneinander lebenden Konfessionen obliegt. Dabei scheint aber von den Beamten eine nur in Rußland vorkommende eigenartige Rekrutirungsgeometrie betrieben zu werden, bei welcher Vruchtheile eines Prozentes bei den Christen nach unten, bei den Juden und Mohamedanern aber nach oben abgerundet werden. Die einzelnen Vruchtheile summiren sich in den vielen Tausenden von Dörfern, Städten und Städtchen zu einer furchtbaren Militärlast, welche sich im Jahre 1901 sich auf 4722 Soldaten zu Gunsten der Christen und zu Üngunsten der Juden belaufen hat. Gehen wir nun die einzelnen Ländergebiete durch, um an der Hand der vom Minister gegebenen Zahlen die Zahl der von den Juden daselbst dem russischen Heere zugeführten frischen Rekruten festzustellen. Zu diesem Zweck wollen wir das europäische Rußland in einen den Juden verbotenen Rayon und einen ihnen als Wohnsitz überlassenen Ansiedelungsrayon eintheilen. Die jüdische Bevölkerung im ersten 74,500 Quadratmeilen umfassenden Gebiete beläuft sich auf kaum über 200,000 Seelen bei einer Bevölkerung von nahezu 60 Millionen Menschen. Ihre Zahl muß aber vor 21 Jahren kaum 150,000 betragen haben, da die Anzahl der stellungspflichtigen jüdischen jungen Männer jenes Gebietes mit 1311 im Verhältniß zu den nichtjüdischen um ein volles Drittel zu niedrig ist. Die Behörden suchten den dadurch bedingten „Ausfall" an Soldaten durch starke Erhöhung der von den 1311 jüdischen Militärpflichtigen pro Mille zu erhebenden Rekruten von 290,03 der Nichtjuden auf 330,28 ein wenig zu korrigiren. Es gelang ihnen auch, die Zahl der jüdischen Soldaten aus jenen Ländern von 382 auf 433 zu erhöhen. Dasselbe ist auch von den vier Gouvernements Südrußlands zu berichten. In dieses Gebiet scheint in den letzten 20 Jahren eine lebhafte Einwanderung von Juden stattgefunden zu haben. Das Verhältniß der jüdischen zur nichtjüdischen Bevölkerung war 1881 jedenfalls geringer, als zur Zeit der Volkszählung, da . sonst das Minus von 654 Militärpflichtigen, welche die dortigen Juden trotz nachlässiger Matrikelführung und notorisch starker Auswanderung im Verhältniß zu den Nichtjuden gestellt haben, unerklärlich bliebe. Die Behörden gaben sich redlich Mühe, durch Erhöhung der von diesen militärpflichtigen Juden auszuhebenden Soldaten auf 318,73 pro Mille, gegen 306,8 bei den Christen, - aus - den Juden mehr Rekruten herauszupressen. Allein das dadurch erzielte Mehr von 67 Soldaten konnte den durch den Abgang von 654 Gestellungspflichtigen bedingten Ausfall von 200 Soldaten doch nicht ganz ausgleichen. Dafür haben sie sich in den übrigen drei Gebieten des Ansiedelungsrayons überreichlich schadlos gehalten. ' Im Königreich Polen fand sich in den jüdischen Ma- - trilelbüchern ein Mehr von 2,440 Stellungspflichtigen, was bei dem in Polen aufgestellten Satz von 309,14 pro Mille schon allein ein Mehr von 754 Soldaten ausmacht. Darauf wurde durch die Erhöhung der von den 14,068 jüdischen Militärpflichtigen zu entnehmenden Rekruten auf 342,90!!! ein weiterer Profit von 474 Soldaten erzielt. Macht zusammen für die 1,316,456 Juden des Königsreichs Polen ein Mehr von 1228 Soldaten!!! 1 Schlimmer noch erging es den Juden Südwestrußlands, welche. mit ihren 1,410,000 Seelen kaum 9,63 pCt. der dortigen Bevölkerung bilden. Der Zahl ihrer Militärpflichtigen nach, hätten sie aber 11,24 pCt. und der Zahl ihrer Soldaten entsprechend gar 12,3.pGt. - bilden müssen. Der Militärbezirk des Generäl Drago-: mirow brachte aus den Juden 25^4 Militärpflichtige und 1310 Soldaten zuviel "heraus. ' Am allerschlimmsten schnitten aber bei der Rekrutirung die Juden Nordwestcußlands ab. Die dortigen-: Tschitschikows haben in den jüdischen Matrikelbüchern - ein Mehr an Stellungspflichtigen in Höhe von 5445." entdeckt. Darauf erfuhr die Zahl der von den. 150 künstlich auf 18,098 emporgeschraubten stellungsvflichtigen Juden pro Mille zu entnehmenden Soldaten eine .Extrasteigerung von der in jener Gegend festgesetzten Norm von 300,66 pro Mille auf 329,15. Das Resultat war ein sehr befriedigendes. Man rechne mir: J5445r Militärpflichtige mehr machen schon bei dem allgemeinen - Satz von 300,56 pro Mille 1636 Soldaten mehr, aus;^ Dazu die erwähnte Ertrasteigerung, durch welche bei: einer Gesammtzahl von 13,098 Militärpflichtigen ein weiterer Ueberschuß von 617 Soldaten erzielt wurde. Macht zusammen 2163 Soldaten aus. - < Angesichts dieser Zahlen ist es. gelinde gesagt, geradezu verwunderlich, daß der Minister die Thatsachen in ihr Gegcntheil umzuwandeln sucht. Statt die Juden als Stützen des Heeres zu preisen und die Ueberzahl der - von ihnen gestellien Soldaten hervorzuheben, sucht er bie; selben beim Kaiser noch anzuschwärzen. Zu - diesem: Behufe wird die Zahl der in jedem Gouvernement zur Erfüllung ihrer Militärpflicht nichterschienenen Juden besonders hervorgehoben und die einzelnen Zahlen am Fuße der Kolumne zu einer effektvollen Ziffer summirt. Dasselbe geschieht mit den „fehlenden" jüdischen Sol-; baten. Die Schlußzahlen bilden eine auf den ersten j Blick wirklich imponirende Ziffer: Von den.55,416 j militärpflichtigen Juden haben 10,390 — 1874 pCt..! von den zu stellenden 18,629 Soldaten 1320 7,12 ) PCt. gefehlt. ' ' . . .7 ) Solche Zahlengruppirung ist wohlgeeignet, einem j oberflächlichen Beurtheiler sehr zu imponiren. Allein .'„Won die ernste nichtjüdische Presse in Rußland, wie dir

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