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Der Israelit · 1902-05-07 · Heft 37 (7.5.1902) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 37 (7.5.1902)
Date
1902-05-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Randegg i. B., 4. Mai.. Ein Ehrentag im wahren Sinne des Wortes war die von der Gemeinde dem Herrn Ra-biner gegebene Festlichkeit anläßlich seiner Dekorirüng. Letzterer wurde nach dem Minchagebetvöm Synagogenrath in corpore abgeholt und zum" Festlokal geleitet. Hier mit einem weihevollen «an -pa empfangen, wurde derselbe vom Vorsteher Herrn Dr. Rothschild begrüßt, dankte derselbe dem Jubilar für die geleisteten Dienste und daß derselbe durch seine im Amte ausgehende Thätigkeit die Gemeinde auf eine so sittlich religiöse hohe Stufe brachte.. Der Herr Rabbiner selbst dankte tief ergriffen für das so liebenswürdige Entgegenkommen, und brachte hierauf einen Toast auf den Großherzog aus für die ihm erwiesene Ehre. Als weiterer Redner führte u. A. Herr Max Rothschild aus, daß diese Ordensverleihung auch für uns eine ehrenhafte Anerkennung bedeute, indem diese altehrwürdige Gemeinde sich bemühte, den schon mehr als 150 Jahre bestehenden Rabbinatssitz zu erhalten. Diese wichtige Ausführung veranlaßt mich, von meiner eigentlichen Berichterstattung abzuschweifen. Wie bekannt, nehmen die Landgemeinden, immer, mehr ab und auch Randego. theilt dies Loos; wir haben, das Recht, einen Ortsrabbiner zu halten, sind aber dem Bezirksrabbinat Gailingen zugetheilt; Tritt für den Fall einer Pensionirung eine Vakanz der Stelle ein, so gestattet der Großh. Oberrath bei einem entsprechenden Gehalt die Wiederbesetzung. Die Gemeinde, bestehend aus ca. 50 Familien und 36 Mitgliedern, ist nicht allein in der Lage, neben den andern Angestellten noch einen Rabbiner standesgemäß zu besolden. Hier ist der Punkt, worauf ich Männer der strengen Orthodoxie aufmerksam machen möchte. Randegg ist ja in Baden eine der religiösesten Gemeinden, in dieser Beziehung gleichsam einer Enclave im badischen Oberlande; der fromme Sinn hiesiger Männer und Frauen wurde durch Errichtung von Stiftungen für den genannten Zweck, bethätigt, natürlich lange nicht genügend. Soll dieser mustergiltige Zustand, wie die strenge Beobachtung der jüdischen Speisegesetze. Samstags-Heiligung. Thoralernen u. s. w. ferner erhalten bleiben, so ist eine geistliche Führung unerläßlich; mögen sich Freunde fin- . den, welche für diese ideale Angelegenheit Interesse bekunden. Zu meinem Festbericht zurückkehrend, wurden, wie üblich, abwechselnd Reden und einzelne Vorträge gehalten. Angenehm berührt wurde die Versammlung durch ein Schreiben des Herrn Dr. Ehrmann, Bezirksrabbiner in Baden, worin derselbe um Mittheilung bittet, wann das Fest stattfindet, um demselben beiwohnen zu können. Bestimmt wären noch viele auswärtige Verehrer des Herrn Rabbiners herbeigeeilt, allein eine Verlegung war in diesem Falle verschiedener Rücksichten wegen nicht möglich. Gewiß wirb dieses Fest ein Markstein in der Geschichte der Israelitischen Kultusgemeinde' Rändegg bilden. Möge diese blühen, .wachsen und gedeihen!; Aus dem Bezirk Brette«. Die Festrede, welche Herr Bezirksrabbiner S chle ß i n g e r zur 50jährigen Jubelfeier der Regierung Sr. Kgl. Hoh. des Großherzogs verfaßt und an alle Gemeinden seines Rabbinatssprengelszum Vortrag in der Synagoge versandt hat, verbindet in schöner Weise die Bedeutung des Peßachfesies mit der in ganz Baden stattfindenden Jubelfeier.^ In der- Rede werden in kernigen Worten die Hauptpunkte derthatenreichen, segensvollen und glorreichen .Regierung unseres'Landesvaters hervorgehoben und .ebenso der Großherzogin gedacht, welche als Vorbild für die Frauen des Landes ein Muster jeder Art. von Wolhthätigkeit und Nächstenliebe überall segensvoll, wirkt. Eine Sache - des Edelmuthes und Elternverehrung,^ welche die Rede enthält, darf hier nicht verschwiegen werden. Während die Großherzogin ihren kaiserlichen Vater mit Mannesmuth und eigener Le-. bensgefahr bei einem Attentat geschützt, hat der Großherzog beim Kranksein seines Vaters, als dieser ihm die Hand reichte und dabei einschlief, eine Stunde stehend^ gewartet, um den Vater nicht zu wecken, und erst nach dem Erwachen des Vaters wurde die Hand des Sohnes frei.- >K.-- - . - Hürben (bay. Schwaben)- wird bei der bevorstehenden Reisezeit Erholungsbedürftigen, die. in gesünder, waldreicher Gegend einige Zeit verbringen wollen, angelegentlichst'empfohlen. Der Ort ist . umgeben von den herrlichsten Buchen- und Fichtenwäldern, durch die ausgedehnte Spazierwege führen. Die Luft ist sehr rein und außerordentlich reich an Ozon. Das '20 Minuten vom Orte entfernte Krumbad, 550 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, weist großartige Heilerfolge auf, namentlich bei rheumatischen Leiden und Frauenkrankheiten. Hürben besitzt gut eingerichtete Gasthäuser und billige Privatwohnungen. Das Cafe- und Weinrestaurant von S. Weil ist streng koscher und stehen beste Referenzen zur Seite. Allenfallsige Anfragen beantwortet bereitwilligst die Vorstandschaft des Verschönerungsvereins Hürben. Bühl, 4. Mai. Auch Herr Hauptlehrer E.- Jacob, hier wurde gelegentlich des Jubiläums unseres Großherzogs mit dem Verdienstlreuz vom' Zähringer Löwen beehrt. >' - . / Oe st er r ei ch. Wien, 5. Mai. In einer niederösterreichischen. Bezirksstadt erkrcmkt---vor^Kurz-m - da?-Kind christlichen Arbeiters an typhösen Erscheinungen. Es lagen aber' Anzeichen für Milliar-Tuberkulose vor, welche den behandelnden Arzt — einen Juden — bestimmten, zur Feststellung einer genauen Diagnose die sog. .Blutprobe" vorzunehmen. Dieselbe erfolgt , der-

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