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Der Israelit · 1902-05-07 · Heft 37 (7.5.1902) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 37 (7.5.1902)
Date
1902-05-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Frankfurt a. M., 4/ Mar. Hier erscheint eine von einem Nichtjuden herausgegebene Zeitschrift „Für Wahrheit und Recht," deren Inhalt auch meistens für christliche Leser berechnet ist. Gleichwohl enthält dieses Blatt unter der Rubrik „Sprechsaal" die folgende Notiz: Geehrte Red action! Als Abonnent Ihrer werthen Zeitung glaube ich Ihrer Sache, die Sie verfechten, einen guten Dienst zu thun, wenn ich Ihnen Nachstehendes mittheile: In Ruhrort i. W. hat nämlich die jüdische Firma G. ihren Angestellten bei Strafe event. Entlastung, verboten, während der Pesachfeiertage weder im, noch außerhalb des Geschäfts Mazzen zu essen. Auch wurden schon — tvie mir inzwischen mitgetheilt wurde — verschiedene Angestellten, die Mazzen aßen, zu je Mk. 1 Geldstrafe verurtheilt. Diese Angelegenheit zeigt so recht, welche Behandlung sich diese Herren ihrem Personal gegenüber erlauben und wäre es wohl im Dienste der Religion angebracht, diese Sache nä^r zu beleuchten. Hochachtend! X. X. Das Blatt knüpft daran die nachstehende Bemerkung: (Anmerk. d. Red. Wir bringen dieses uns von einem Abonnenten aus Ruhrort zugehende Schreiben auf Wunsch hier wortgetreu zum Abdruck. Das Verhalten der jüdischen Firma gegenüber ihren jüdischen Angestellten finden wir mehr als sonderbar und wäre es interessant, zu erfahren, welche Gründe die Firma G. hat, um ein so auffallendes Verbot zu erlassen. Vielleicht nimmt sich die verehr!. Redaction des in Mainz erscheinenden „Israelit" der Sache an.) Wir können die Sache nicht recht glauben, bisher hat selbst der'fanatischste Reformjude ein derartiges Verbot nicht erlassen. Der Einsender der Notiz möge den Namen der Firma nennen, damit dieselbe sich rechtfertigen kann. Köln, 4. Mai. Am 18. April fand hier im Hotel Disch seitens des Zentral-Komitees der „Alliance isr. univers." eine internationale Konferenz statt. Anwesend waren die Herren: Grand-Rabbin de France Zadoc Kahn, Narcisse Leven, Präsident der „Alliance" Salomon Reinach, Membre de l'Jnstitut Jaq. Beigart. Sekr. der „Alliance" (aus Paris), Dr. Alfred Stern, stellvertr. Vorsitzender, als Vorstand der Kultusgemeinde Wien, Dr. Wahrmann (Wien), Mr. Hermann Landau,-Londow. Dr. Paul Nathan und Dr. Heinrich Meyers Cohen, Berlin, Sonnemann, Verleger der „Franks.. Zeitg.", Schiff, Frankfurt a. M., Rabbiner Dr. Frank. Dr. med. Apfel, Köln. Von dem,) was die Herren konferirt und beschlossen haben.^jst vorerst nichts in die, Oeffentlichkeit. gedrungen — doch etwas, sie nahmen das Diner im „Hötel Kaufmann" ) ,)auf ^der- -Ruhr ein -und äußerten sich sehr befriedigt darüber, daß in Deutschland so vortrefflich für Diejenigen gesorgt sei, die auf eine koschere Küche xi* flectiren. . Haunober, 4 Mai. Der „Verein ehemaliger Schüler der M. M. David'schen Freischule" hielt aür- 24 April seine diesjährige erste Vorstandssiyüng ab.^ Auch weitere Kreise dürste es intereffiren. über' diesen Verein Näheres zu erfahren. Die Schule, welche, eine ^. Stiftung des bekannten König!. Großörst.'.'Kämmer->% agenten M. M. David ist, blickt auf ein. mehrals),'? hundertjähriges Bestehen zurück. Obwohl vom,. Mif- - ter für die damalige Zeit mit beinahe verschwenderischer' - ' Grotzmuth dotirt, hat die Stiftung in den letzteren . Jahren ihre segensreiche Thätigkeit nicht im vollen - Umfange entfalten können. Hier helfend und ergänzend . - einzutreten, ist die Aufgabe des Vereins.' Derselbe wurde anläßlich der vor drei Jahren stattgehabten / Säcularfeier gegründet und schon heute, hat es sichdeüt- . lich gezeigt, daß er nicht nur berechtigt, sondern noth-- . . wendig ist. Zunächst gewährte er einen nicht ünwesrnilichen Zuschuß zu den Kosten, die eine zeitgemäßere, und gesündere Einrichtung der Schulräume erfordert, des). Weiteren subventionirt er eine beträchtliche Anzahl ) ' friiherer . Schüler der Anstalt, wodurch er diesen theil»'' den Besuch höherer Schulen ermöglicht, theils ihnen bei) Erlernung eines Handwerks etc. behülflich ist, endlich .. ermöglicht er durch Zuschuß zu den Lehrergehältern die . Anstellung von Lehrkräften für Unterrichtsgegenstände^, die in der Stiftungsurkunde nicht vorgesehen sind. —- So ist die Zahl der Benefizianten des Vereins bereits - zu einer ansehnlichen angewachsen. Welch' reichen ' - Segen könnte der Verein stiften, wenn alle ehemaligen? Mtschuler der Anstalt ihm beitraten. Der Vorstand s besitzt nur .ein geringes Material von Adressen ehe-- maliger Schüler der Stiftungsschule und gibt sich der Hoffnung hin, daß diese Zeilen den einen oder anderen ^?' veranlassen dürfte, dem Vereine beizutreten, bezw.seine Areffe dem derzeitigen Inspektor Herrn Meyer.(Münzer''' >s straße 4) auftugeben. ,? l :; . Glogaui. Schl., 4 Mai. Heute Nachmittag 3 Uhr wurde unter überaus großer Vetheiligung aller Konfessionen der am 2. d. Mts. im Alter von 84 Iah-- '? ren verschiedene,Herr Großkaufmann §mil Frie.d--^ l a e n d e r, Inhaber der Weltfirma S. Friedlaender...^ zur letzten Ruhe bestattet. Der Entschlafene, 'Alters- - Präsident und seit mehr als 40 Jahren Mitglied des-^^ \ Stadtverordnetenkollegiums und ebenso lange stellver-;.'; tretender Vorsitzender des Vorstandes der hiesigen jüdi-.'<^ '- schen Gemeinde und . sämmtlicher Wohlthätibkeits^ '! anstalten * etc.; erfreute sich in allen'. Kreisen? Lefsndsr4! in der großen Geschäftswelt, allgemeiner Hochachtung^ »! und Verehrung. Sein. allbeka'nnter?WohlWligkeittzstnn'"?Ä j verdient. ganz besonders hervorgetzoben-?' zu.werdenA/Z I . Das Andenken dieses Edelsten der Edlen, welcher stets .. J voll und ganz für seinen Glauben eintrat, wird ewig' zum Segen fortleben. St.

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