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Der Israelit · 1902-05-05 · Heft 36 (5.5.1902) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 36 (5.5.1902)
Date
1902-05-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Aber die Richtung Frankens ist es, wie wir bereits erwähnt haben, welche jene Lobredner mit ihren Trompetentönen der Welt als Heilsbotschaft anpreisen wollten. Wir wollen daher sehen, welches diese Richtung war, durch welche Mittel sie sich eingefuhrt und welche Resultate sie gezeitigt hat. Selbstredend fällt es nicht in den Rahmen unseres Artikels, über diese Richtung im Allgemeinen zu sprechen, wir wollen einzig und allein nur das Frankel selbst Berührende hervorheben, indem wir wiederum nur von den Lobliedern, die für ihn gesungen worden sind und von dem dort Ausgeführten ausgehen. In der bereits mehrfach zitirten Monatsschrift berichtet uns Dr. Kisch in Prag folgendes interessante, Frankel betreffende Vorkommniß: „Das Jahr 1832, in welchem Z. Frankel das Amt eines Leitmeritzer Kreisrabbiners in Teplitz antrat, sah in Prag den „Verein für geregelten Gottesdienst" entstehen, der in seinen ersten Jahren ein wenig rühmenswerthes Dasein fristete .... In Prag mutzte zur Schasfüng eines Terrains für eine polizeilich genehmigte, von den „Oberjuristen" zensurirte Reform mancher Kniff und' manche Gewaltthat angewendet werden, zu welchen wohl einige Herren den Muth gehabt. . . . Die Altsynagoge „Altschul", die zum künftigen Tempel ausersehen war, wurde zum Theil durch polizeiliche' Hilfe den alten Standbesitzern, die ihr Eigenthum von den Voreltern ererbt hatten und in den Grundbüchern als Besitzer eingetragen waren, mit sanfter Gewalt gegen Sitze in anderen Synagogen abgenommen." „Der trostlose Wirrwar, der in dieser Angelegenheit herrschte, ist in wenig rühmenswerther, aber traurig wahrer Weise aus dem Aufsatze: „Aus dem Leben Leopold Zunz's" von S. Maybaum zu ersehen." „Damals dachte man an die Berufung Frankel's zur Schaffung der neuen Tempelordnung..... und berief zum 15. Februar 1835, dem Tage, an welchem die Altschul nach dreijährigem Prozeffiren vom „Magistrate" dem Verein für geregelten Gottesdienst feierlich übergeben wurde, als Festredner den jungen Leitmeritzer Kreisrabbiner Dr. Z. Frankel aus Teplitz." Auf das Berufungsschreiben antwortete Frankel: „Dem ehrenvollen Aufrufe, den Sie in einem Schreiben vom 1. d. Mts. im Namen des löbl. Vereins, an mich ergehen ließen. Genüge zu leisten, fordert mich nicht nur. die Achtung auf, die diesem Vereine und seinen würdigen Vertretern von jedem Redliche n gezollt wird, sondern noch mehr die Sache des Herrn, die hier gefördert werden soll.... Empfangen Sie daher hiermit die Zeichen meiner Bereitwilligkeit, ' die' p r iesterliche Funktion bei der Widmung der Alt Einem Vereine, welcher sich erdreistete, durch Raub und Vergewaltigung eine Synagoge in's Leben zu rufen, „den alten Stellenbesitzern ihr von den Vätern ererbtes Eigenthum fortzunehmen," und „durch.Kniffe und Gewaltthaten" in den Besitz der Macht zu gelangen, einen solchen Verein begrüßt Frankel mit herzlichen. Worten der Begeisterung, erhebt ihn in den Himmel und ist froh bewegt, daß er seine Dienste, diesem Vereine widmen kann, der „die Sache des Herrn fördert." . - ' . - . Unbegreiflich ist es uns, wie man so. verblendet sein kann, dies als rühmenswerthe Thät Frankel's zu feiern, es unter den Lobeshymnen für ihn und seine Richtung zu erwähnen und ihn damit zu verherrlichen. Aber abgesehen davon, wohin hat diese Richtung, welche Frankel als besondere Sache des Herrn bezeichnete, in Prag geführt?! Ja, man stellt die Richtung Frankel's der Richtung Samson Raphael Hirsch's gegenüber. Was ist heute aus Prag geworden und was. aus Frankfurt!? Prag, welches eine exi ' tp war und welches die Leiter jenes Vereins in ihrem Einladungsbrief an Frankel mit Recht „die erste Gemeinde Deutschlands" nennen, hat heutzutage durch jene Richtung, welche Frankel sanktionirte und forderte, feinen Namen unter den hervorragenden Gemeinden Deutschlands fast ganz eingebüßt; nirgends tritt es in die Schranken, wenn es gilt, für das Gottesgesetz oder das Judenthum im allgemeinen einzutreten. Welch' frisch vulsirendes Leben dagegen herrscht, in Frankfurt a. M. in allem, was Juden und Judenthum betrifft! Frankfurt, in welchem die Ideen und die Richtung Hirsch's. Geltung gefunden, haben, war früher eine ' atfi *vp und ist es bis zum heutigen Tage geblieben. Ja selbst die Neologie nimmt dort einen anderen Standpunkt ein, wie in anderen Städten, weil der Einfluß Hirsch's, den er . durch seine Richtung geschaffen hat, sich auch auf sie erstreckt. Die Sonne erwärmt auch die Stätten der Erdoberfläche, die sie nicht direkt beleuchtet. i Zum Schluffe aber wollen wir betonen,.', daß im Judenthume Richtungen, welche ihm von Menschen gegeben wurden, nie eine, dauernde Stätte gefunden haben; es gab u. gibt dort nur eine Richtung und das ist die von Gott gegebene und durch die Tradition bis auf den heutigen Tag erhaltene. Sie allein ist von uns zu vertreten; denn nur sie war und ist ein cpp'intfr v"n pp na. Auch der jüdischen Wissenschaft, kann.keine Basis gegeben werden, welche ihr durch Personenkultus aufgezwängt worden ist; frei von j e d e r. Voreingenommenheit darf sie nur das Wahre, suchest und yur d i e Männer feiertt;; bei •; welchen: sie das. Gediegen^und Wahre findet.i^^ k‘4 'iir. synagoge nach Ihrem Aufrufe zu übernehmen.^ . v Eine hohe,, edle Richtung, welche man d^r ganzen ’i ... v. Welt zur Nachahmung anpreisen muß! Man bedenke! :'Zück; s ‘ ^-Dr^Sch.

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