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Der Israelit · 1902-07-17 · Heft 57 (17.7.1902) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 57 (17.7.1902)
Date
1902-07-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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der sozialen Pyramide bildeten, gab es nur die Geißel, um ihre Arbeit anzufeuern und die Anbetung der Thiere, um die Sehnsucht ihrer Seele zu stillen. Seit undenklicher Zeit bis auf den heutigen Tag war das Schicksal des egyptischen Bauern die Arbeit und der Hunger, damit die über ihm Steheyden herrlich und in Freuden leben könnten. Er hat nie rebellirt. In ihm war schon lange der Muth dazu unterdrückt durch Gesetze, welche ihn zu dem gemacht haben, was er ist. Er weiß nur zu leiden und zu sterben. Welche begünstigenden Umstünde man sich auch vorstellen mag — die Organisation und Durchführung der Befreiung eines großen Volkes von einer solchen körperlichen und seelischen Tyrannei — gegen eine Armee von Million geschulter Krieger — erfordert eine gewaltige und geniale Führerschaft. Aber diese That, so erstaunlich groß sie ist, ist nicht der Maßstab für die Größe des Leiters des Exodus. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Eorresporrdenzen. Deutschland. Berlin, 12. Juli. Aus der Statistik über die Volkszählung vom 1. Dezember 1900 werden im „Reichsanzeiger" vergleichende Zusammenstellungen über die Bevölkerungsvertheilnng nach denl Religionsbelenntniß gegeben. Danach war im letzten Jahrzehnt die prozentuale Zunahme der Katholiken etwas stärker als die der Evangelischen, wahrend die Zunahme der Israeliten hinter beiden prozentual sehr zurücksteht. Die Gesammtbevölkerung hat um 14 Prozent zugenommen. Auf die Evangelischen entfällt eine Zunahme von 4,204,294 (von 31,026,810 in 1890 auf 35,231,104) oder 13,6 pCt., auf die Katholiken von 2.652,992 (von 17.674.921 auf 20,327,913) oder 15 PCt., auf die Israeliten von 19,064 tvon 567,884 auf 586,948) oder 3,4 pCt. Bekenner nichtchristlicher Religionen (ohne Israeliten) sind 995 gezählt gegen 562 im Jahre 1890. Personen anderen Bekenntnisses 10,602 gegen 6510. Berlin, 15. Juli. Ein vor Kurzem zusammengetretenes Komitee hat soeben einen „Verein für jiU dische Statistik" mit der Centrale in Berlin gegründet. Der Verein beabsichtigt, zunächst alle vorhandenen Angaben über die Zahl und die Lebensverhältniffe der über die ganze Erde zerstreuten jüdischen Bevölkerung zu sammeln und sie dann durch eigene Erhebungen zu ergänzen. Ferner wird geplant, ein ständiges Bureau für jüdische Statistik zu errichten, dessen Publikationen die. Veränderungen im Zustande der jüdischen Bevölkerung fortlaufend zu registriren hätten. Seine Tätigkeit eröffnet der Verein mit det für Herbst dieses Jahres geplanten Herausgabe des ersten Bandes seiner Publikation. Dieser wird neben methodologischen Aufsätzen und einer Bibliographie der jüdischen Statistik hauptsächlich monographische Arbeiten bringen. Beiträge namhafter Sozialpolitiker sind bereits gesichert. Der Verein wird von einem Komitee geleitet, das seinen Sitz in Berlin hat, und erfüllt seine Aufgaben durch Organisirung von statistischen Arbeitsgruppen. Vier Arbeitsgruppen dieser Art sind zur Zeit in Berlin thätig; überdies haben sich bis jetzt Arbeitsgruppen in Wien, Odessa, Warschau und Krakau gebildet. Zum Vorsitzenden des Vereins wurde Dr. Alfred R ossig, zum Sekretär A. I. K a st e l i a n s k i gewählt. Der Jahresbeitrag für Mitglieder wurde auf 6 Mark (auch halbjährlich zahlbar) festgesetzt. Für diesen Betrag erhalten die Mitglieder die Publikationen des Vereins. Briefe, Anfragen u. \. w. sind zu richten an das Sekretariat des Vereins, A. I. Kastelianski, NW., Klopstockstraße 24; Mitgliederbeiträge und einmalige größere Spenden an die Expedition der Zeitschrift - „Palästina", Halensee, Ringbahnstraße 125. /; Frankfurt a. M., 13. Juli, lieber die hier stattgefundene „Rabbiner - Versammlung" . haben wir noch zu berichten: In den Centralausschuß des „Rabbinerverbandes" wurden gewählt: Rosenthal, Maybaum, Horovitz, Guttmann, Werner, Prager, Gronemann, Munk, Plaut, Vogelstein, Cohn- Jchenhausen, Salfeld, Frank, Winter, Kopfstein. Als Stellvertreter: Kohn-Ansbach, Rülf-Braunschnreig, Bloch, Silberstein, David. Der Vorstand des Rabbinerverbandes besteht aus den Herren: Dr. Maybaum, erster Vorsitzender, Dr. Horovitz, zweiter Vorsitzender, Dr. Werner, Rendant, Guttmann und Munk; Stellvertreter: Vogelstein-Stettin und Dr. Eschelbach». Wir wollen nun auch noch registrieren, daß das Festessen die Restauration Westheimer hatte und hörte man über deren Küche nur lobenswerthes. Die Buchhandlung Kauffmann hatte eine Verkaufsstelle in der Loge Karl errichtet, als neueste Erscheinung auf dem Büchermarkt fielen auf Dr. Goldschmidt's Tefillo. ferner das durch Dr. Bondi's Publikationen bekannt gewordene Doroth Horischonim von Halevy. Leipzig, .14. Juli. Von dem Vorstand der hiesigen Israelitischen Religionsgemeinde erhalten wir folgende Zuschrift:; «In der ersten Beilage von Nr. 60 Ihrer Zeitschrift befindet sich ein „König Albert von Sachsen" überschriebener Artikel, der uns zu folgender Entgegnung veranlaßt: Vor allem empfinden wir es als Deutsche ». Sachsen schmerzlich, daß man den Tod des überall hochverehrten und von seinem Volke als wahrer. Landesväter geliebten Königs zum Anlaß nimmt, um daran abfällige Bemerkungen über sächsische Verhältnisse zu knüpfen. Diese Verquickung erscheint um so

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