Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 34-35 (30.4.1902)
- Date
- 1902-04-30
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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überreichten. Seitens der israelitischen Religionsgesellschaft überreichte der Vorstand derselben, Herr Samuel Strauß und Herr Bankier Meier Strauß, gleichfalls eine Adresse. "' ’ Wie Sie sehen, sind alle badischen Israeliten einige wenn es gilt, ihrem Großherzog zu huldigen, und ihn zu erfreuen. Wenn auch sonst, in Folge der hierzulande bestehenden religiösen Neuerungen, leider eine Trennung der Israeliten besteht, sind sie doch vereinigt in der Liebe zum Großherzog, in der Treue zum angestammten Herrscherhaus und dem Wunsche, daß der edle Fürst noch viele Jahre zum Heile Badens und ganz Deutschlands wirken möge. Amen. ZetLungSlraHriHterr und Eorresporrvenzen. D e u t s ch l an d. Karlsruhe, 24. April. Züm Jubiläum des Großherzogs sind zahlreiche Festschriften erschienen. Auch von Seiten der Juden ist eine solche herausgegeben. worden, die außerordentlich freundliche Aufnahme fand, so oaß der Verleger der Schrift, Hofbuchhändler Braun, eine zweite Auflage veranstaltet. Verfasser der Schrift ist Herr Rabbiner Dr. M. L. Bamberger in Karlsruhe. Die Festschrift enthält Forschungen zur Geschichte der Juden in Baden. E. Karlsruhe, 25. April. Bei den Ordensverleihungen aus Anlaß des Jubiläums wurden auch viele Israeliten bedacht. Es erhielten die Jubiläumsmedaille die Mitglieder des Oberrathes der Israeliten und die Inhaber der Bezirksräbbinäte, den Titel Geheimer Hofrath Professor Dr. Cantor in Heidelberg, den Titel Hofrath Professor Dr. Jellinek in Heidelberg, den Titel Banrath Professor Levy in Karlsruhe, den Titel Medizinalrath Dr. Jacob Kusel in- Bruchsal, das Ritterkreuz erster Klasse mit Eichenlaub Hofrath Dr. Rosin-Freiburg und Geh. Regierungsrath Dr. David Hugo Maier, das Ritterkreuz erster Klasse Dr. Sally Maas in Karlsruhe, Dr. Max Hachenberg in Mannheim, Professor Dr. Lefmann in Heidelberg, Rabbiner Pikard in Randegg und Bezirksrabbiner Dr. Schlesinger in Breiten, das Ritterkreuz zweiter Klasse Bankier Maier Strauß in Karlsruhe, das Verdienstkreuz vom Zähringer Löwen Heinrich Eppstein in Eichstetten, Emanuel Rothschild in Konstanz, Direktor Drieser-Karlsruhe, die kleine goldene Verdienstmedaille Cantor Wolf Schuster in Mannk^im, Elias Eichstetter in Eppingen, Cantor Sommer in Freiburg. Cultus-« beamter Leopold Mayer in Mannheim, die silberne Verdienstmedaille Synagogendiener Heinrich Hirsch in Karlsruhe. - Eppingen i. B., 24. April. In Gegenwart des Synagogenraths, des Oberbürgermeisters und sämmtlichrr Mitglieder des StadtratheS; der evangelischen und katholischen Geistlichen, des Vorstandes der hiesigen Realschule, sammtlicher Lehrer der Volksschule und vieler Anderer, wurde auf dem hiesigen Rathhause vom Herrn Oberamtmann von Boeclh dem Herrn. Lehrer Eich st etter dahier die diesem von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog verliehene goldene Civil- und Berdicnstmedaille nach einer angemessenen Ansprache feierlichst überreicht, worauf sämintliche Anwesende dem Herrn Dekorirten die Glückwünsche darbrachten. H. - — In gleich feierlicher Weise erhielt der. Chef des Handlungshauses Simon L. Epstein in Eichstetten, Herr Heinrich S. E v st e i n, den Orden des Zäbringer Löwen. Von Herrn Epstein ging s. Z.' die erste Anregung zur Begründung des Siechenhauses in Gailingen aus, ebenso hat er sich als Mitglied der Synode hervorragende Verdienste um das oberbadische Judenthum erworben. Auch auf dem Gebiete der städtischen und staatlichen Angelegenheiten ist der Antheil des Herrn Epstein nicht klein. Um den Bau der Kaiserstuhlbahn hat er sich sehr verdient gemacht. Herr Epstein ist ein Jehudi im guten alten Sinne des Wortes, rriuen w -pn» ovru . Randcgg i. B., 25. April. Heute kann ich Ihnen eine frohe Botschaft verkünden, indem Se. Kgl. Hoheit der Großherzog unserem hochverehrten Herrn Rabbiner Pikardt den Zähringer Löwenorden erster Klasse verliehen Hai. Diese hohe Auszeichnung erregt überall die lebhafteste Freude und auch gewiß bei den Lesern Ihrer geschätzten Zeitschrift. Ist doch der Herr Rabbiner seit Jahren ein treuer Verfechter des orthodoxen Judenthums. Die Gemeinde wird'sich nicht nehmen lassen, zu Ehren unseres Seelenhirten eine kleine Festlichkeit zu veranstalten, um gleichzeitig noch nachträglich den 80. Geburtstag und die 50jährige Wirksamkeit desselben am hiesigen Platze zu feiern. Möge es dem Jubilar mit Gottes Hülfe vergönnt sein, noch eine Reihe von Jahren diesen Orden in bester Gesundheit zu tragen, sowie seines Amtes walten zu können. - ... Frankfurt a. M» Dem sechsten Jahresbericht des Vereins „Kindergarten für Israeliten" ist zu entnehmen: Die Jahre 1900 und 1901 weisen eine stetige Entwickelung unseres Kindergartens auf. Die statutengemäße Hauptversammlung fand im Januar 1901 statt, in welcher der Rechenschaftsbericht über das Jahr 1900 verlesen wurde, nach welchem die Einnahmen Mk. 9788.68, die Ausgaben Mk. 8971.39 betrugen. In beiden Jahren war die Anzahl der Zöglinge 60. die Frequenz betrug durchschnittlich etwa 55.... Die Kinderfeste wurden am 16. Dezember 1900 und am 15. Dezember 1901 in herkömmlicher Weise gefeiert. Beide Male hatte der Vorstand des Kaufmännischen Vereins die Gute, uns den großen Saa! feines Vereinshauses unentgeltlich für die Abhaltung der Feste zur Verfügung zu stellen, wofür wir demselben den herzlichsten Dank sagen. Daß die städtischen Be-