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Der Israelit · 1902-04-30 · Heft 34-35 (30.4.1902) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 34-35 (30.4.1902)
Date
1902-04-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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niß zu führen und durch Mahnung zu warnen, zu starken und zu ermuntern, das hat er getreulich gehalten und auch uns möge es in Erinnerung an ihn fernerhin vergönnt sein, in reiner Absicht dem einzig wahren Judenthum durch den „Israelit? unsere schwachen Kräfte zu weihen. . vbs sv w. ZeitrmgsrraHrrHterr mrd SsLresysnd«rze«. Deuts chland. Berlin. Das „Israelitische Kranlenheim der Chewra Kadischa (Adaß Jisroel)" versendet soeben den ersten Verwaltungsbericht, welcher die Zeit vom 1. Juli 1900 bis 31. Dezember 1901 umfaßt. Wie wir demselben entnehmen, hat die am 7. Adar 1890 in's Leben gerufene „Chewra Kadischa innerhalb der Adaß Jisroel" neben den Liebespflichten an Verstorbenen von Anbeginn auch die Fürsorge für arme Kranke in's Auge gefaßt, aber erst nach einem Jahrzehnt zu dieser Ausgestaltung ihrer Thätigkeit schreiten können. Dies geschah durch die Errichtung jener Heilstätte, welche dazu bestimmt ist, „Leidenden jedenStandes, Geschlechts . und Herkunftortes sachgemäße Behandlung und Verpflegung zu gewähren, als ein allen berechtigten Wünschen in hygienischer Hinsicht' genügendes, nach den Grundsätzen echt-jüdischen Gemiluth-Chesed geleitetes' Institut den weitestgehenden religionsgesetzlichen Anforderungen zu genügen." Es gelang in der Prenzlauer Allee 36, ein bereits früher ähnlichen Zwecken gewid/ metes Haus zu miethen, dessen Einweihung am 8. Juli 1900 erfolgte. Von diesem Tage an bis zum Ende des vorigen Jahres sind insgesammt 269 Kranken (134 Männer, 114 Frauen, 21 Kindern) die Wohlthaten der Anstalt zutheil geworden, und zwar im ersten Halbjahre 68, d. h. im monatlichen Durchschnitte 10, im zweiten Jahre 211, d. h. im monatlichen Durchschnitt . 18. Die Frequenz stieg also von Monat zu Monat, und während Anfangs von den 27 Betten nur ein Drittel belegt war, kam es in den letzten Monaten wiederholt vor, daß Kranke wegen Raummangels abgewiesen werden mußten. Zahlende Patienten waren 267, davon freilich 107 zu dem die Selbstkosten lange nicht deckenden Krankenkassen-Preise; 12 wurden unentgeltlich, d. h.. aus Kosten der Chewra Kadischa verpflegt. Weitere Anträge auf Aufnahme mußten wegen der beschränkten- Mittel leider abgelehnt werden Die Verpflegungtage , sämmtlicher Kranken betrügen 7369. davon für Rechnung des Vereins 675. Die durchschnittliche Dauer derAnwesenheit eines Kranken im Hause belief sichaus, 27 . Tage tz Stunden ..Die Sterblichkeit^ war eine relativ geringe:-.sie betrug Im ersten Halbjahre nur ca. 8 pCt., im zweiten Jahre sogar nur 4 pCt. - Trotz mehrerer sehr schwerer Fälle konnten von den eingelieferten Kranken ca. 50 pCt. als völlig geheilt entasten werden Als Aerzte fungiren die Herren Dr. S. Adler, Dr. L. Caro und Dr. I. Preuß, ersterer als Leiter der chirurgischen, die letzteren an der Spitze der inneren Abtheilung. Herr Dr. L. Horwitz ist als ständiger, im Hause wohnender Assistenzarzt thätig. Die wirthschaftliche Aufsicht ruht in den Händen der Frau Oberin Jda Königsberger, der zur Pflege der Kranken vier Schwestern und ein Wärter zur Seite stehen Eine seltene Anerkennung wurde dem Krankenheim durch eine Verfügung des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg vom 16. August 1901 zu Theik, laut dessen dasselbe „zu denjenigen Vereinen zu rechnen ist, die sich in Ausübung freier Liebesthätigkeit der öffentlichen Krankenpflege widmen." Eine'Folge dieser Verfügung ist u. A., daß der Vorstand, die Schwestern und die Kranken der Anstalt bei Badereisen oder sonstigen der Krankenpflege dienenden Reisen tarifmäßige Fahrpreis- Ermäßigung auf allen deutschen Bahnen genießen. Die Ausgaben der Anstalt betrugen 54,898.99 Mark, zu deren Deckung' ein Zuschuß von 20,800 Mk. aus den Beiträgen und Spenden nöthig war. Die Einnahmen betrugen aber nur 16,200 Mk., so, daß ein Vorschuß des Rendanten von 4600 Mk. erforderlich wurde. Reben der Beseitigung dieses Defizits ist aber auch eine weitere Ausgestaltung des Instituts unumgängig. nothwendig. Die dringende Bitte der.Verwaltung, ihr durch Spenden und Jahresbeiträge zu ermöglichen, einer größeren Zahl leidender Mitbrüder Hilfe zu bringen, verdient daher die wärmste Beherzigung. Das Krankenheim hat durch seine Leistungen und durch seine Erfolge den Beweis erbracht, daß seine Errichtung einem wahrhaften Bedürfnisse in großartiger Weise genügt. Eine Anstalt, welche nach kaum ein-, einhalbjährigem Bestehen mit berechtigtem Stolze auf ' eine solche Entwickelung Hinweisen darf, hat ein wohlbe-. gründetes Anrecht, sich an die breite Öffentlichkeit mit der Bitte um thatkräftige Theilnahme zu wenden, und diese . Bitte wird sicherlich um so bereitwilliger Gehör finden, da es sich ja um die größte aller jüdischen Liebespflichten handelt, um Vikkur Cholim. um die Fürsorge für Kranke. Das Kuratorium besteht aus den Herren A. Goldschmidt (Reue Friedrichstr. 45). erster Vorsitzender, Oskar Berlin, zweiter Vorsitzender. Sal. Ginsberg, Rendant, Dr. Meier Hildesheimer, Schriftführer^ G. Rosenberg. D. Struck und N. Wolfsohn. Beisitzer.. .. V V " .: Berlin, im April, In der neuen Garnisonvörschrift sind auch Bestimmungen über die im Reichstage! oft besprochene Seelsorge für katholische.Sol-': baten enthalten. Die Generalkommandos sinh ,er-'; mächtigt, nach den in den einzelnen.Landestheilen zür' anerkannten Geltung gelangten ftrchlichen Gebräuchen , dem religiösen Bedürfnisse der Mannschaften nöthigenfalls in weiterem Umfänge Rechnung zü tragen und

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