Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 56 (14.7.1902)
- Date
- 1902-07-14
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Er hatte leider nur zu sehr recht gehabt. Kaum war ich in daS Beth-Hamidrasch getreten, da wurde ich von allen Seiten umringt und mit Fragen bestürmt. „Jst's wahr, daß Sie e Packe! bekommen haben?" fragte der Eine, „darf ich zu Ihnen kommen?" der Andere, so daß ich in meiner Verzweiflung und um von den lästigen Fragestellern los zu kommen, zu allem „Ja" sagte. Es war eine glückliche Idee, daß ich eine bejahende Antwort ertheilte. Dieselbe bewirkte, daß sich die Schaar der mich Bestürmenden lichtete, und ich mich endlich ganz von ihnen los machen konnte, um meinen Chaser-Bocher, dessen Rath ich einholen wollte, aufsuchen zu können. Ich hatte ihn bald aufgefunden und nachdem ich ihm mein Leid geklagt und um seinen Rath — wie das Packet noch zu rettm sei — befragt hatte, antwortete er lächelnd: „Sehen Sie, daß ich's getroffen habe. Ich kenn' meine Leit ganz gut und weiß, wer David! Krämer ist. Ich will Ihne e Ezoh (Rath) geben, wie Sie das Packl noch mazil (retten) sein können, und wenn Sie mir nicht fvlgen, dann können Sie schoin heit Abend über Ihr Packl Rachbroche machen." „Gewiß will ich Ihnen folgen." sagte ich. „Rur sagen Sie mir, ich bitte, was ich thun muß." „Geh'n Sie heim," beehrte er mich, „und legen Sie das, was Sie nicht hergeben wollen, auf die Seite. Aber asoi, daß es Niemand find't. Am besten ist's. Sie geben es der Hausfrau, ste soll es Ihne aufheben. Das Uebrige werd' ich schoin machen." Ich that, wie mir Tannenbaum gerüthcn. Schnurstracks ging ich heim, nahm eine Gansbrust, zwei Ganslebern, einen halben Kuchen und ein Huhn aus dem Packet und gab diese Dinge meiner Hausfrau zur Aufbewahrung. Hierauf.setzte ich mich zum Tische und erwartete meine Gäste. Diese ließen denn auch nicht lange auf sich warten und kamen in Begleitung Tannenbaüms und Löwi's vom Beth-Hamidrasch direkt zu mir. Wieviel es eigentlich waren, die sich Tannenbaum angeschlossen hatten, weiß ich nicht, denn dieser sorgte schon dafür, daß nicht alle meiner gezwungenen Einladung Folge leisten konnten. Nachdem er, Löwi und diejenigen Bachurim, die beim Oeffnen des Packeis zugegen waren.und die, wenn auch ungern, doch aber auf ordentliche Art von mir geladen waren, eingetreten, schloß er die Thüre, die er von innen verriegelte und. kümmerte sich keinen Pfifferling um die vor derselben harrenden Bachurim, welche auch bald wieder abzogen. „Eigentlich hätt's Dir auch nit besser gebührt," sagte mein Chaser-Bocher zu Kramer, „denn Du bist Schuld, daß die ganze Jeschiwah vom Packl weiß." Da er aber nun einmal mein Gast war, wollte ich ihn nicht beleidigen lassen und. gab dem Gespräch dadurch eine andere Wendung, daß ich meine Gäste zum Waschen äufforderte. (Fortsetzung folgt.) Wochen-Rslenüev. Freitag, 18. Juli. 13. Tamus. Sabbat-Anfang in Mainz und Frankfurt a. M. 7 Uhr 45 Min. Samstag, 19. Juli, 14. Tamus. 1 Ti 'S Jjba Sabbat-Ausgang in Mainz und Frankfurt am Main 9 Uhr 25 Min. — Berlin 9 Uhr 14 Min. — München 8 Uhr 53 Min. — Hannover 9 Uhr 25 Min. — Stuttgart 9 Uhr 07 Min. — Prag 8 Uhr 50 Min. — Straßburg 9 Uhr 15 Min. — Posen 9 Uhr 03 Min. — Stettin 9 Uhr 18 Mn. Donnnerstag. 22. Juli, 17. Tamus. nora *** Der „JSraelit" «fchckst s^olraal, EIoBtOfja tazäd Uormerstesgs, jedeSmiü is mindestens zwei Dogen. Preis pro Vierteljahr Sei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Ma» ' abonnlrt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Duchhandkmgen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Drv Duchhandri vWärhrr durch G. §. SkriuarLrr, Nriprig, Rotzplatz ZS. — Inserate 25 Pfennig die viergespalrene KoopareLezkLe oder deren Kaum. Preis d« Zellr im Neelametyell 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jehrgaug für Deutschland und Oesterreich 14 KeichS-Mark oder iS Krone» österr., für'S Ausland iS Mark, an die Expedition franco einfenden. 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