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Der Israelit · 1902-07-14 · Heft 56 (14.7.1902) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 56 (14.7.1902)
Date
1902-07-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
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beä Glaubens gestützt fei, und daß daher die Bedingungen des fraglichen Artikels befolgt worden seien!! Die englische Regierung habe jedoch der rumänischen Regierung Vorstellungen gemacht, um eine vollständige und praktische Interpretation des Artikels zu sichern, und sie werde fortfahren, solche Schritte zu thun, die sie für am meisten geeignet zur Erreichung tes Zweckes halte. Das Auswärtige Amt habe keinen Grund zu glauben, daß die übrigen Unterzeichner des Berliner Vertrags eine gemeinsame Aktion mit Bezug auf diese Sache günstig ansehen würden. London, im Juli. In der „Daily Mail" schildert der bekannte Schriftsteller George R. Sims einen Sonntag-Abend in dem Londoner Judenquartier, bemerkt, wie vortheilhaft sich das jüdische Armenquartier von dem dicht daran grenzenden christlichen Armenquartier unterscheidet, sowohl hinsichtlich der Wohnungen, als der Bewohner und schließt dann: „Ueber diese Leute sind viele abfällige Urtheile ausgesprochen worden. Vieles davon überschreitet nicht die Grenzen der Billigkeit, anderes ist über die Maßen ungerecht. Sie haben ihre Fehler, einige von ihnen ihre Laster, aber im Großen und Ganzen gehorchen sie den Gesetzen, sind sie nüchtern und fleißig. Man kann mit Frauen ohne Furcht zu jeder Tages- und Nachtzeit unter ihnen sich bewegen. Man ist viel sicherer in den überfüllten Gaffen und Gäßchen des Ghetto als in so mancher Hauptstraße des Westens. Was wir auch darüber denken mögen, ob dies Anwachsen dieser fremden Kolonie wünschenswerth sei oder nicht. Keiner, der die Juden wirklich kennen gelernt hat, wird in Abrede stellen, daß die Reichen wie die Armen Tugenden besitzen, welche sie berechtigen, auf Rücksicht und Achtung Anspruch zu machen. Die armen Juden haben bei allen ihren Prüfungen und Verfolgungen niemals gewankt in ihrer Familienliebe und ihrem Glauben an den Gott Israels. Die reichen Juden haben niemals ihre armen Brüder im Ghetto vergessen und geben nicht nur Allen, die es nöthig haben, Geld, sondern gewähre» auch loyale herzliche Theilnahme, welche die wahrste Mildthätigkeit ist." .Türkei. Koustantinopel. Durch ein kürzlich ergangenes Jrade des Sultans ist die staatliche Anerkennung sämmtlicher in der Türkei belegenen deutschen geistlichen und weltlichen Wohlthatigkeits- und Unterrichtsanstalten ausgesprochen worden. Darunter befinden sich das „Deutsch-Israelitische Waisenhaus," das „Deutsch- JSaelitische Krankenhaus" (Bikur Cholim) und das „Allgemeine jüdische Krankenhaus" (Schaare Zedek) in Jerusalem. Die staatliche Anerkennung schließt im Prinzip die Befreiung der Anstalten von Zoll- und Grundsteuer-Abgaben ein. Uerfonatieit. Weitzenburg i. C., 11. Juli. Am 9. Juli verstarb hier eine Frau, welche es gewiß verdient, an dieser Stelle erwähnt zu werden, Frau Elisa Bollack, geb. Kern. In ihr verliert die Gemeinde eine der frömmsten Frauen, ihre Mildthätigkeit fand keine Grenzen, kein Armer, der Weißenburg besuchte, versäumte es, das Haus Bollack aufzusuchen, um dort zu übernachten oder sich zu sättigen. Die zahlreiche Betheiligung an ihrem Leichenbegängniß gab Kunde von ihrer Beliebtheit bei allen Konfeffionen, auch durch die tiefempfundene Rede des Herrn Rabbiners Dr. Koch wurde ihr Ausdruck verliehen. Möge sie sanft ruhen und ihr Andenken gesegnet sein. S. Feuilleton. Alls dm TüBuche ckes Wur's. Von P. Aacob-Kohn. rs 17. Oktober 18 .. Heute nach dem Gebet verkündete der Rabbiner, daß er am nächsten Sonntag das Schiur-Verhör abhalten will. Da heute schon Freitag und die „Suggie"*) sehr groß ist, gibt's Arbeit in Hülle und Fülle. Es ist eben keine Kleinigkeit, ein solches Schiur-Verhör. Es unterscheidet sich vom Nebenschiur-Verhör, daß man eine ganze Menge Kommentare auswendig lernen muß und weil es der Haupt-Schiur ist, der geprüft wird, viel strenger dabei verfahren. Man gibt sich aber auch alle mögliche Mühe, gut vorbereitet zu erscheinen. Auch ich will das Meinige leisten und habe für heute genug geschrieben. 20. Oktober 18 .. Das wäre also Gott sei Dank auch überstanden. Das Schiur-Verhör meine ich. Ausgenommen, daß es statt eine, zwei-Stunden dauerte und der Lärm ein größerer war, unterschied es sich nicht vom Nebenschiur- Verhör, welches ich bereits beschrieben habe. Auch die neue Suggie ist bereits ausgegeben. Sie ist sehr groß und wird viel zu schaffen geben. Aber damit hat's noch Zeit, denn bis zum nächsten Schiur- Verhör dauerts noch ganze vier Wochen. Das ist daS einzige Gute, was dieses Verhör an sich hat: es wieder-- holt sich nur alle vier Wochen.: 26. Oktober 18 .. Interessant ist ein Gespräch, welches ich gestern — Samstag — mitangehört habe, und das ein recht trauriges Licht auf die Stellung wirft, welche die Bachurim bei den Leuten einnehmen. •». Ein Abschnitt aus der Gemarah..

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