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Der Israelit · 1902-07-14 · Heft 56 (14.7.1902) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 56 (14.7.1902)
Date
1902-07-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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II. j schwere Verantwortung, die auf euren Schultern lasttet! Und hatte denn Israel auf seinem langen Zuge I (Schocher tob. 8.) (Jalkut Jeremia 2.) Der Kampf durch die Jahrhunderte und Jahrtausende nicht immer! gegen die äußeren Feinde, den wir zu führen haben, ist dieselbe zwiefache Hufgabe zu lösen! Mußte es nicht! nur zu bekannt, als daß wir auch nur ein einziges immer mit der einen Hand gegen den grimmigen Feind! Wort darüber zu verlieren brauchten; aber schwieriger kämpfen und mit der anderen Hand die religiöse Er-! noch, ja gefährlicher, als der Kampf nach außen, ist der ziehung der Jugend, die Erhaltung des göttlichen Hei-! Krieg, den wir im Innern, im eigenen Hause bei der ligthums und die Rettung seiner geistigen Schätze und religiösen Erziehung der Jugend zu führen haben. Reichthümer besorgen! Im Alterthum. um nur Wie ganz anders war es einst, und wie ganz anders ist Eines von Vielem zu erwähnen, da war's Hadrian, der! es heute! Was gibt es Schädlicheres und Gefährlicheres, römische Kaiser, der bei Todesstrafe das Lernen und als wenn Schule und Haus, das Familienhaus und Lehren der Thora in den jüdischen Schulen verboten. 1 das Lehrhaus, in fortwährendem Kampfe miteinander Welchen Kampf, welch' heroischen, blutigen, beisviel-! begriffen sind, als wenn zwischen Schule und Haus losen Kampf mußte Israel mit der einen Hand Disharmonie, Uneinigkeit und Ungleichheit herrschet führen, um, diesem Gesetzt zum Trotze, mit der anderen! und waltet, als wenn das Kind in der Schule zur Hand das Kleinod Israels/ ' die am Sinai gegebene Religiosität und im Hause zur Irreligiosität erzogen Thora zu retten und sich zu erhalten. Im Mittelj wird! dreien um apjr» "»«n ro.. Zuerst alter waren es wieder die Zeiten der Kreuzzüge, sprich „zum Hause Jakob" und dann unteran die uns die Sefirah-Tage erinnern, wo in! richte, unterweise die „Kinder Israel!" (2. B. den größten Gemeinden Deutschlands Hunderte und M., 19, 3.) Die Grundlage der Religion sei daS Tausende hingeschlachtet und hingewürgt wurden, ob! Haus, die häusliche Erziehung, und auf dieser der Heiligung Gottes, der sich am Sinai geoffenbart!! Grundlage erst baue der Lehrer den festen Bau der Er- Welche Kämpfe, welch' bittere, grausige Kämpfe kostete! ziehung und Ausbildung. Früher war es ja so! Da es, um mit der einen Hand sich vom ehernen Joch, von! war das „Ha u s Jakob", die häusliche Erziehung, der ehernen Umklammerung der Todfeinde zu befreien I die Hauptschule der Jugend. Zu Haufe mußte das und mit der anderen Hand die Jugend den Weg Gottes, Kind täglich unter Aufsicht der Eltern beten, zu Hause den Weg der Thora zu führen, die Jugend für das I iah es den Sabbat wie alle Gesetze und Gebote Gottes Erbgut Jalobs zu entflammen und zu entzünden. Und! üben und heilig halten, zu Hause sah es das beständige die Gegenwart? Welch' einen sauren, harten und un- I Feuer der Gottesfurcht auf dem Altar der Häuslichkeit unterbrochenen Kampf haben wir zu führen, um mit der! brennen und leuchten, die Schule hatte das nur fortzueinen Hand unsere zahlreichen Gegner abzuwehren, zu I setzen, zu vervollkommnen und zu entwickeln, was im bekämpfen, zu entwaffnen, und wenn es geht, zu be-! Hause so segensreich begonnen und unternommen siegen, und mit der anderen Hand die Heiligthümer des! wurde!! Jndcnthums uns zu erhalten, die Edelsteine der Thora! Wie sieht es aber heute aus? Wird das Kind zu retten, die Krone der göttlichen Lehre, den Glanz I heute auch noch angehalten, daß es täglich früh und derselben uns ungetrübt zu bewahren, und was das! abends andächtig bete? Sieht das Kind heute auch noch Schwierigste, das Wichtigste und Heiligste ist, die! zu Hause den Sabbat wie alle Gesetze und Gebote Jugend mit dem Geiste des Glaubens und der Gottes- I Gottes hüten und beobachten? Sieht das Kind heute furcht zu erfüllen, die Jugend vor Abtrünnigkeit und 1 auch noch die Flamme der Gottesfurcht im Herzen der Gottesleugnung zu behüten, die Jugend vor Gering-! Eltern und das heilige Feuer der Religion auf dem schätzung und Mißachtung der Ideale des Judenthums! häuslichen Herd brennen und lodern? Gehen Haus und zu bewahren, die Jugend mit Liebe und Begeisterung I Schule Hand in Hand, genießt die Schule die Unterfür den Glauben der Väter auszustatten!! I stützung des Hauses? Müssen wir nicht im Gegentheil. Fühlt Ihr nicht. Israeliten, wie schwer die Ver-! mit der einen gegen das Haus, gegen alles, was antwortung für die religiöse Erziehung der Jugend auf! das Kind im Hause sieht, Krieg führen, und mit der Euren Schultern lastet. Als Gott der Herr, sagen! anderen Hand das Heiligthum der Religion im Herzen unsere alten Weisen. Israel die Thora geben wollte, da! der Jugend aufbauen!!! Das Haus unterstützt, ersprach Er zu Seinem Volke, gebet mir Bürgen, daß ihr! leuchtet nicht die religiöse Erziehung in der Schule. Im diese Thora auch hüten und halten werdet und unsere I Gegentheil! Die Schule ist jetzt noch der einzige Ort. Vorfahren antworteten: uw w „Unsere 1 wo noch Thora. Religion, Gottesfurcht, die hebräische Kinder mögen Bürgen sein!" „Run ja." antwortete! Sprache gelehrt und geübt wrd. Die Schule muß heute Gott; „ich bin zufrieden mit diesen Bürgen; aber wisset! auch dos Haus ersetzen, d. h. wir müssen in der Schule und bedenket: .y» oa nvVU TP^ wnn rcpm*. I nicht nur die Kinder unterrichten, sondern auch üben. „Wenn ihr der Lehre eures Gottes vergesset, vergesse 1 wiederholen, was wir unterrichtet, da doch zu Hause ich auch eure Kinder." (Hosea 4, 6.) Fühlt ihr die ' nichts, garnichts geschieht!!

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