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Der Israelit · 1902-04-21 · Heft 32-33 (21.4.1902) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 32-33 (21.4.1902)
Date
1902-04-21
Page
– (sequence 19)
Language
German
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der öffentlichen Krankenpflege widmen/ so daß seine Schwestern und Krankenpfleger, sowie die Kranken bei Badereisen rc. tarifmäßige Fahrpreisermäßigung erhalten. Im Berichtsjahre erhielt es zwei Stiftungen von 10,000 Mk. und 10,000 Mk. Die Einnahmen betrugen 50,000 Mk., die Ausgaben 54,000 Mk., so daß ein Defizit von etwa 4000 Mk. vorhanden ist. Da in. Folge dessen viele Anträge auf unentgeltliche Aufnahme zurückgewiesen werden mußten, wendet sich das Krankenheim an die öffentliche Wohlthätigkeit, mit der Bitte, um Beihilfe. Das Kuratorium besteht aus neun Mitgliedern unter dem Vorsitz des Herrn A. G o l d - s chmidt. Bad Soden. (Kuranstalt für arme Israeliten i n B a d Soden a. T.) Als vor nunmehr 16 Jahren.die Anstalt begründet wurde, da war es Freiherr Wilhelm Carl von Rothschilds der durch seinen Beitrag es möglich machte, die ersten Kosten des Betriebes zu bestreiten. Die Wirksamkeit der Anstalt nahm zu und mit ihr wuchs auch die thatkräftige Unterstützung, die der Heimgegangene ihr zuwendete. Das Wohlwollen, das er der Anstalt entgegenbrachte, gab sich in den verschiedensten Formen zu erkennen. Es beschränkte sich nicht etwa auf einen bedeutenden jährlichen Beitrag, es fand seinen deutlichen Ausdruck auch in der Stiftung von Freibetten, sowie in der Zuwendung größerer Summen, so oft es galt, außerordentliche Bedürfnisse zu decken. Mit der gleichen Bereitwilligkeit stiftete der Verklärte namhafte Extrabeiträge zur Unterhaltung der Winterkür für solche Kränke, die dieser Verpflegung bedurften, und wie mitfühlend zeigte er sich dann in der Theilnahme, wenn er sich über das Befinden der Kranken berichten ließ. Sein edles Herz, das ja jederzeit weit geöffnet war, so oft Roth und Elend der Armen seine Hilfe erforderten, war natürlich von dem Mitgefühl doppelt ergriffen, sobald sich zu der Armuth noch Krankheit und Siechthum gesellten. Das hat unserer Anstalt die Gunst verschafft, die der Verklärte ihr von ihrer Begründung an unausgesetzt bewiesen hat. Dankbar empfinden wir es. welch' edlen Wohlthäter die Anstalt in ihm besessen hat und dankbar werden wir uns dessen stets erinnern. Die Anstalt und deren Verwaltung werden stets sein Andenken segnen und' ehren, segnen und ehren werden es noch in spaten Zeiten die Kranken, die in der Anstalt Heilung und Linderung ihrer Leiden suchen und finden werden. In dankbarer Erinnerung an der; Dahingeschiedenen erhielten wir von dessen Hinterbliebenen für den Kapitalfonds den-Betrag von Mk. 10,000 und für den gleichen Fonds ein Legat des seligen Herrn Adolphe von Rothschild in Paris im Betrage von Mk. 6000. Ferner wurde uns von Frau Freifrau Wilhelm Carl von Rothschild Mk. 6000, von Herrn Max B. H. Goldschmidt Mk. 5000 und von Frau Baronin Edmund von Rothschild in Paris Mk. 6780 für den Betriebsfonds überwiesen. Den edlen Gebern sei herzlicher Dank für diese so hochherzigen Gaben ausgesprochen. Unser verehrtes Vorstandsmitglied Herr Lismann Fürth und dessen Gemahlin haben zum Andenken an die verewigte Frau Selma Ettlinger geb. Fürth ein Freibett im Betrag von Mk. 6000 gestiftet. Auch ihnen sei an dieser Stelle herzlich gedankt und können wir bei dieser Gelegenheit den Wunsch nicht unausgesprochen lassen, daß solche Stiftungen zur bleibenden Erinnerung an theure Dahingeschiedene recht viel Nachahmung finden mögen. Wenn auch durch die vorerwähnten Zuwendungen unsere Einnahmen sich günstiger gestalteten, als im Vorjahre, mußten wir dennoch unsere Leistungen etwas einschränken, da bei der größeren Frequenz im vergangenen Jahre unsere Räumlichkeiten sich als unzureichend erwiesen haben. Es war uns nicht möglich, mehr als 214 Patienten gegen 241 in 1900 in unseren jetzigen Gebäuden aufzunehmen. In Frankfurt, wo Wohlthätigkeit in so hohem Maße ausgeiibt wird, werden sich sicher Glaubensgenossen finden, auch hm zur Förderung wohlthätigster Menschenliebe freudigs! einzugreifen. . „ 7" Oest e rre i ch. .... Wien, im April. Durch die Bauthätigkeit in der älteren Theilen der inneren Stadt sind in den letzterer Jahren mehrfach Funde zu Tage getreten, die für dü ältere Geschichte Wiens in vieler Hinsicht von besonder rem Interesse sind. Auch in der letzten Zeit wurde bein Neubau an der Ecke der Roththurmstraße und Kohl messergasse ein beachtenswerther Fund gemacht. Kr be sieht aus vier Steinen mit hebräischen Inschriften, vor denen drei Grabsteine sind, der vierte, stärk verwittert und schwer lesbare, möglicherweise eine Bauinschrif - trug. Von den Grabsteinen ist nur einer fast ganz, voi den beiden anderen sind nur Bruchstücke erhalten; doö läßt sich der eine dieser beiden genau datiren: er zeig gleich dem vollständigen das gleiche Jahr 6007 der Er Schaffung der Welt, d. i. 1247 gew. Z. Auch der dritt Stein dürfte in dasselbe Jahrhundert, etwa in dai Jahr 1290 bis 1299, gehören, während der vierte viel leicht auf's Jahr 1310 weist. Diese Grabsteine fml die drei ältesten datirten, die bis jetzt in Wien erhaltei sind und sie gehören überhaupt zu den ältesten aus den Mittelalter erhaltenen und datirten Steinen; es gib nur sehr wenig ältere. In den letzten Jahren sind woh mehrfach hebräische Grabsteine gefunden worden, so vo einigen Jahren vier Fragmente in der Spiegelgass Nr. 6, im Vorjahre zwei in der Wipplingerstraße Nr 29. Jene waren, der Schrift nach zu schließen, vielleich älter, aber unpatirt. Der älteste, bisher jüdische Fried Hof in Wien befand sich vor dem Kärntnerthor; er wurd im Jahre 1456 nach der Berjagung der Juden den Bür gern überlassem. Gleich den früher zu Tage getretenei waren auch die.neugefundenen Steine als Baumaterio im Fundamente des abgetragenen Hauses verwende

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