Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 31 (17.4.1902)
- Date
- 1902-04-17
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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teil darf nur in vollständig abgeschlossenem Raume stattfinden. 2) Der Transport der Schlachtthiere hat stets in Säcken, Körben u. dgl. zu geschehen; wo solche fehlen, ist die Schechita zu verweigern. 3) Kein Thier darf, ehe es völlig todt und verblutet ist, weggetragen werden. Die strikte Befolgung und Einhaltung dieser Vorschriften kann unendlich viel Gutes stiften. Der Kampf gegen die beregten Mißstände erfordert wohl viel Energie, aber wo ein Wille ist, da'ist auch ein Weg, und der beabsichtigte Zweck—die Anerkennung und Werthschätzung der Schechita als Ausübung eines heiligen Gottesgebotes vor der Welt — ist wohl des „Schweißes der Edlen werth." ZeiLtMSsLrachrichLerr rmd Ssrresporr-errzen. Deutschland. Schönlanke, 14. April. Tna na»» rmsn mvt KJton np"!2i. „Eine Krone der Herrlichkeit ist ein greises Haupt, im Wege der Pflichttreue wird sie gefunden." Im vollsten Maße bewährt sich dieser Spruch des weisen Königs bei dem von uns hier v» mit rra gefeierten, herrlichen Feste. Unser hochverehrter, allbeliebter Rabbiner Waeldler feierte seinen 70. Geburtstag und unsere. Gemeinde ließ es sich nicht nehmen, diesen Tag festlich zu begehen. Die verschiedensten Abordnungen erschienen, um dem treuen Lehrer und Führer Glückwünsche zu übermitteln und Geschenke zu überreichen. In reicher Zahl schlossen sich ihnen die einzelnen Mitglieder unserer Gemeinde an. Von allen Seiten sandten Freunde und Verehrer Glückwünsche. Gegen Abend hatte sich die ganze Gemeinde in der festlich geschmückten und-reich verzierten Synagoge versammelt. Die Herren vom Vorstande geleiteten den Jubilar in die Synagoge. Ein für diese Feier geschulter Chor begrüßte ihn durch einen herrlich zum Vortrag gebrachten «an *jna Der Schwiegersohn des Jubilars, Rabbiner Dr. Fink, betrat dann die Kanzel und hielt die Festrede. Er feierte unseren ehrwürdigen Herrn Rabbiner als einen Rabbiner aus der alten Schule, welcher durch sein großes ntrnA und durch sein wahres mp"« uns die ehrwürdigen Gestalten früherer Zeiten in's Gedächtniß ruft. Herr Rabbiner Waeldler ist ja ein pnam des ^*st ivw ana in dessen Hause er auch erzogen würde. Durch seinen vn'v zu nno nw napo welcher seit einer Reihe von Jahren in der Zeitschrift fra» rttin erscheint, haben viele wam schon Gelegenheit gehabt, sein reiches nwpa und großes wenn zu bewundern. Der Redner konnte darauf Hinweisen, welcher Liebe und Verehrung sich der Jubilar während seiner 37jährigen segensreichen Wirksamkeit in unserer Gemeinde stets zu erfreuen hatte. Hierauf bestieg Herr Rabbiner Waeldler selbst die - Kanzel, um in ergreifenden Worten dem himmlischen Vater für seine Gnade zu danken, sowie der Gemeinde und allen Festtheilnehmern für alle Beweise der Liebe ' seinen Dank auszusprechen. Er erflehte den reichsten Segen für die Gemeinde, sowie für Kaiser und Reich. Festgesänge beschlossen die erhebende Feier/ In gesellig-gemüthlicher Weise vereinigte man sich später im Verein für Litteratur und Geschichtet Die Herren Moses Fabian und Lehrer Wolf begrüßten den Herrn Rabbiner als den Ehrenpräsidenten des Vereins. Herr Rabbiner Dr. Kraus feierte in längerer Rede sowohl den Rabbiner, wie die Gemeinde. Herr B o ch n e r toastete auf.Herrn Dr. Fink, dieser erwiederte mit einem Toast auf den Litteraturverein, und so folgte Toast auf Toast. In fröhlicher, gehobener Stimmung blieb man noch lange vereint. Für die treffliche Leitung der Feier gebührt Herrn Moses Fabian besonderen Dank. Dem hochverehrten Herrn Rabbiner rufen wir noch die Worte des Psalmisten zu: nrttna 'i jpaa. v'buw : w paak ma nis' *icna pnat!wp oyjjm dwi na'pa paw iw :inna» irpV« Aus Baden. Beim Durchlefen des als besondere Beilage zum „Israelit" angeschlossenen Bogens, die Erklärung der man enthaltend, ist mir zu meiner Freude der Gedanke gekommen, daß selbst Schreiber von Weltgeschichten, welche sich um die Auseinandersetzungen des Talmuds wenig bekümmern, den Aufenthalt in Egypten nicht nach dem scheinbaren Wortlaut der Bibel mit 430 Jahren annehmen. Denn sie setzen die Jahrzahl für Abraham mit 2000, für Isaak selbstverständlich 100 Jahre später, also mit 1900, für den Auszug aus Egypten mit 1500 vor der christlichen Zeitrechnung und berechnen dadurch von Jsak bis b'-.sb nrr'D 400 Jahre. Durch Einsicht habe ich die gleichen chronologischen Zahlen in der christl. biblischen Geschichte wahrgenommen. Ein Beweis, daß selbst die sog. gelehrte Forschung hier keine anderen Zahlen herausbringen konnte, als sie die jüdisch-mündliche Tradition ns ^pa» mm schon vor Jahrtausenden angesetzt hat. E. S ch w e i z. Basel. Soeben wurden die Einladungen zu der Sonntag, den 20. April, .stattfindenden außerordentlichen Versammlung der hiesigen israelitischen Gemeinde verschickt. Die Tagesordnung lautet: - 1) Antrag des Vorstandes betr. Gottesdienstordnung, an den Scholausch Regolim. 2) Erneuerung des Vertrages mit Herrn Rabbiner Dr. A. Cohn. Der Vorstand beantragt im Einverständniß mit Herrn Rabbiner Dr. A. Cohn dessen in Kraft bestehenden Vertrag in unveränderter Form zu erneuern.