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Der Israelit · 1902-04-17 · Heft 31 (17.4.1902) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 31 (17.4.1902)
Date
1902-04-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Wie soll nun diese Einwirkung vor sich, gehen? xnm unsere Weisen erklären pro n»p „streng, thatkräftig und unablässig." 'Wichtig soll eZ Dir sein. Deine ganze Kraft sollst Du dieser Deiner wichtigsten aber auch dankbarsten Aufgabe hier auf Erden widmen; sie gewährt Dir die innigste und höchste Befriedigung. Du sorgst ja auch dafür, daß Dein Kind ein Gewerbe erlernt und vorwärts kommt in diesem Leben, warum nicht auch in jenem Leben, das doch ewig dauert und nicht auf einige Jahrzehnte beschränkt ist? / nt tops „um dieser Dinge willen, die vor Dir liegen, Pesachopser, Mazza und Moror, hat Gott Dich aus Egyptens Knechtschaft geführt." Weil Du Seine Gebote hieltest und d a m i t Du deren noch weiter ausüben könntest. Lege an der Hand dieser Mittel der Anschauung und dieser Thatwandlungen Deinem Kinde den Zweck dar, zu welchem Israel berufen ist. Laß es auch einen Blick thun in die Geschichte Israels und lehre es die wechselvollen Geschicke seines Volkes verstehen, die so überwältigend deutlich darthun, daß sowohl der Volkskörper, als auch seine einzelnen Glieder nur allein m tom „um der Mizwaus willen" gedeihen und wohlfahren. btoöo 'nnM Ä *n rm nt tops. „Nur um der Gebote willen hat Gott mich aus Egypten geführt." Doch auch Gewöhnung und Erziehung genügen alleine noch nicht. Das Kind wächst heran. Sein Geist forscht und fragt, denkt und grübelt, lechzt nach Erkenntniß und Wissen. Es hört und horcht, erwägt und prüft. Darum , mußt Du bei Zeiten ihm Wissen und . Wahrheit darbieten. Tiefe und reine Wahrheit. Mußt es schützen vor Jrrthum und Irrlehren. Lasse es in den Brunnen zu der Quelle hinabsteigen,' daß es sich satt trinke an dem klarsten und frischsten Wasser, das seinem Organismus wahre Erquickung und Förderung gewährt. Und dies verlangt unsere Hagada, denn sie fährt fort cmn »*no und weist, ausführlich nach, daß zu keiner anderen Zeit Du erzählen sollst, als zu derjenigen, wo auch Pefach, Mazzo und Moror vor Deinen Augen liegen. Denn die Hagada wußte wohl, daß einst Lehrer nach Art deS pen erstehen würden, die das Herz der Kinder mit ihren Irrlehren einnehmen und ihren Verstand durch ihr Blendwerk täuschen könnten, darum deutet sie Dir an: laß Dein Kind von Grund auf unterrichten, lehre es Geschichte, denn dann wird es erfahren, daß die Anschauungen, welche vom PtM vertreten . werden, zum Heidenthum führen, daß sie Abgötterei darstellen und. ärß der Abfall von Gott und die Verwerfung des Höchsten nicht Fortschritt, sondern Rückschritt bedeuten. Daß der pvi mit seinen Grund-; säßen n i cht auf dem Boden unserer Zeit und der -modernen Bildung und Kultur steht, sondern, daß er langst , widerlegte Anschauungen wieder hervorgehölt hat und.in überwundene Jrrthümer zurückverfallen ist. U'TON m otoö TOD rÄnro „ja in der Urzeit, da waren unsere Vorfahren Götzendiener," und jene Zeiten und Kulturzufiände sind es, in die seine Weisheit zuruckbringt; in die finstere Zeit eines Terach. der anbetend mitten unter seiner Götzenschaar steht. Aber darüber sind wir doch hinweg, ein Abraham hat gelebt, der die Götzen mit seiner Axt zertrümmert hat, eine Reihe großer Geister haben in Israel gewirkt. wtop^ oupon mnp rtwpi. „Jetzt" hat uns Gott zu seinem Dienste geführt. Mit welchem Stolze stellt die Hagada dieses v»2p, dieses jetzt jenem traurigen nbnno „im Anfänge" gegenüber! Und je treuer wir dienen, je hingebungsvoller wir im Dienste Gottes arbeiten, desto rascher und weiter schreiten wir und die Welt vorwärts: „Und es schreiten fort viele Völker und sagen: „Kommt, wir wollen hinaufsteigen auf den Berg Gottes und zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns lehre von seinen Wegen, damit wir gehen in seinen Pfaden, denn von Zion geht Lehre aus und das Wort Gottes von Jerusalem." (Jesaja 2,3.) Mit Recht also pellen unsere Weisen die Gestalten der vier Söhne der Pesach-Erzählungen voraus und geben uns in ihrer sie auszeichnenden Kürze und treffenden Weise unschätzbare Mnke und Lehren für die Erziehung und Unterweisung unserer Kinder. Und Heil dem, der sie zu befolgen versteht, denn an ihm erfüllt sich das cra bä» „reichlich wird sein die Wohlfahrt seiner Kinder;" aber nicht allein seiner Kinder, sondern auch tm , der Erbauer ihres Volkes, der Bauleiter der Zukunft. . ZettrmgssaHrrHLttt «erd Corresporwerrzerr. Deutschland. Köln, y. April. (Jüdischer Tu rnvere i n.) Mit seiner ersten Turnstunde eröffnete der neubegründete „Jüdische Turnverein" am 26. März seine praktische Thätigkeit. Konstituirt am 11. März nach dem Muster des Jüdischen Turnvereins Bar Kochba in Berlin, ließ es sich der Verein angelegen sein, sobald als möglich an seine Hauptaufgabe zu gehen. Fur'L Erste müssen wir mit der kleinen Gymnasialturnhalle in der Marzellenstraße vorlieb nehmen, die leider schon am ersten Abend bei der großen Zahl der Erschienenen, besonders bei den Freiübungen, nur knapp für uns ausreichte. Die uns zugesagte größere städtische Turnhalle werden wir wegen einiger dort nöthiger neuer Anlagen erst in einigen Wochen beziehen könen. Mit Lust und Liebe sah man Alle, von denen manche schon gar lauge keine Leibesübungen gepflegt halten, sich unter Leitung des Turnwarts H. Meyer an den Uebungen betheiligen, und'wenn auch nur bei Wenigen die vorgeführten Leistungen hohen Ansprüchen gerecht wurden, so laßt

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