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Der Israelit · 1902-04-17 · Heft 31 (17.4.1902) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 31 (17.4.1902)
Date
1902-04-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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strömten herbei, denn ein jedes glaubte, es wäre gerufen worden. „Nun," rief der Hohenpriester, „welches Volk hat Dir noch solche Denkmäler errichtet?" Hocherfreut dankte Alexander für diesen sinnigen Beweis der Treue.. Recht gesehen, hat Simon der Gerechte diesen Gedanken aus einem Worte Josua's entlehnt, das auf die heutige Hastorah sich bezieht. Nach dem Zuge durch den Jordan ließ er 12 Steine in Gilgal zum Denkmal errichten. Es konnte den Anschein gewinnen, als wäre es ihm hierbei darum zu thun gewesen, auf diese Weise das Wunder des Durchzuges verewigt zu sehen. Er jedoch sagte genau das Gegentheil. Der Zweck sei: irwt :*®i6 v2'» rw nnmm /Skn 222x1 no mo 2222 pW» frmnx bxie« 22w2'2. „Dainit eure Kinder späterhin ihren Eltern gegenüber sich zu der Frage angeregt sehen: was haben diese Steine zu bedeuten, worauf diese ihnen antworten mögen: Trocknen Fußes zog Israel durch den Jordan." (Jes. 4, 21.) Es war also nicht die Unverwüstlichkeit der Steine, welche Josua für eine hinreichende Bürgschaft dafür hielt, daß an Wundern Gottes ein unauslöschliches Den.kmal gesichert bleibe. Er glaubte sie vielmehr erst, dann gefunden zu haben, wenn diese Steine die Eltern immer auf's Neue mahnen würden, diese Kunde in das Herz der-Kinder zu senken. In so ganz unnachahmbarer Kürze und Eindringlichkeit versteht es unsere Thora uns denselben Gedanken vor die Seele zu stellen, isx r6xn o»i2Tn vni TJ2J? diu5pi — *122^ nvn *71x2 •o:x. „Wenn die Worte, die Gott dir heute befiehlt, dir selbst am Herzen liegen, dann werden sie auch die Kraft erlangen, um in deinen Kindern Wurzel fassen zu können." Wo jedoch die Heranwachsende Jugend von den Eltern nicht mehr für die Religion gewonnen werden kann, so ist damit der untrügliche Beweis gegeben, — über den nichts in der Welt hinwegtäuschen kann — daß sie im Herzen der Eltern selbst bereits erstorben ist. Nunmehr erklärt sich uns auch eine höchst auffällige Lehrmeinung in unserer Hagadah: te» rrtm ^2» x'-m 21»2 »k — xrtn 21»2 b'2 emn VX12 Nr H272 — 7U 1272 b'T\ DT» 11722 «T»jbV otwtd im nxo vrv .17172 xbx »N12X „Du sollst dein Kind an diesem Tage unterweisen," heißt es in der Thora mit Bezug auf unser Peßachfest. „Etwa am Neumondstage schon?" geht die Frage. — Doch nein, denn deswegen heißt es: „an diesem Tage." „Nun, so etwa am Vortage des Festes?" — Doch „nein", denn es heißt: „Um deswillen hat es Gott gethan; das ist erst dann her Fall, wenn, gleichzeitig auch Mazzoth und.Bitterkraut vor dir . liegen."^ - : Unsere Hagadah will allem Anscheine' Nach 'damit' die 'verschiedenen Versuche beleuchten,' M,vön 'letze^un'^ texchinlmenwurden, um.die. krafivolle°und. eindringliche?. Lehre zu der Thora zu verwischem Die einen sagen: es ist schließlich die Hauptsache, daß unsere Kinder rechte Juden dem Geiste nach werden. Ob sie auch die einzelnen Gebote halten, scheint ihnen gleichgiltig. Diese Leute mußten folgerecht das Hauptgewicht aufi den Neumondstag des Nissan legen, an welchem die Potschast der Freiheit zum ersten Male greifbar verkündet wurde.. Daß dieselbe hinterher auch, verwirklicht worden/sollte ihnen eigentlich gleichgiltig erschnnen. Die anderen wieder sagen: Wir überlassen alles der lieben Zeit.' Die wird es schon auf's beste schlichten. Wir leben ja auch mit unserer Zeit. Sie werden demnach den Nachdruck auf den Tag legen, der die Befreiung gebracht. Alles, was zu seiner Vorbereitung erforderlich, besonders'das anxa nt» wird ihnen nur als eine störende . Last erscheinen. Unsere Thora jedoch verlegt den Schwerpunkt — ohne die anderen Umstände zu Unterschätzen -^7 auf die That. Denn w N7V2 vh* »rm* vb .11W272 y:zb DTixo 17121 71x2 nur dort, wo die Religion'bis zur That sich hindurchzüringen vermag, führt sie ein-wahres Leben. ' ' - (Schluß-folgte < ' ' Zertrrrrgsnachrichte« urrd Eorresporrvttsze«. Deutschla n d. Berlin. (Die sozialen Verhältnisse der Juden in Deutschland.) .Die amtliche Statistik Preußens, des Reiches u. s. w. zu Grunde legend, untersucht Arthur Ruppin in den Jahrbüchern für' Nationalökonomie und Statistikdie sozialen Verhältnisse der Juden in Preußen und in Deutschland. Die Untersuchung liefert in ihrem ersten KaMel für die Personenstands- und Familienverhältniffe der Juden im Vergleich mit den Christen überaus lehrreiche, zum Theil überraschende Ergebnisse. V; Während nämlich bis zum Jahre 1880 der Prozent tuale Antheil der Juden gegenüber den Christen (einschließlich aller Setten und Dissidenten) beständig stieg, ist seit 1880 in Preußen jener prozentuale Antheil. vöst 13.3 auf 11.4 pro Mille zurückgegangen und hat sich für ganz Deutschland von 12.6 im Jahre 1871 auf 11.6 lm Jahre 1890 pro Mille vermindert. Ausschlaggebend . hierfür ist der überraschend große Rückgang der jüdischen Geburtsziffer. Im Durchschnitt der Jahre 1820 bis 1866 kamen auf TOM Juden jährlich 37.20 Ge-; bürten, 1878 bis 1882 jährlich noch 30.32 Geburten; im. Jahrfünft 1893 bis 1897 dagegen ging jene Liffer anf r .. 22.26 zurück, während sie bei den Christen 38i15? betrug Das Zahlenverhältniß würde für die-Judett"NiichlM^; günstiger geworden sein, ^ivenn picht^M',<APWenMe^ 'in einer sehr günstigen Sterbeziffer^ein? ^egmgWM, . hätte.. Nach einer im.Jahre 1896 zu.Berlin veranstalts«! - ten Erhebung erreichen unter den JuVenweitmehrPekj'L 'sonen ein hohes Alter, als unter den Christen. Das . 70. Lebensjahr wird von 2.6 Pröz. aller Juden und i nur von 1.9 Proz. aller Christen, das 60. Lebensjahr

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