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Der Israelit · 1902-04-17 · Heft 31 (17.4.1902) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 31 (17.4.1902)
Date
1902-04-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Zeit, als die eingeschworenen Fürsprecher der gegebenen" Zustände^ werden dem gegenüber wieder auf die großartigen Einrichtungen Hinweisen, über die'wir verfügen, —. auf die prachtvollen Tempel, ihre reiche Ausstattung und die künstlerisch vollendeten gottesdienstlichen Veranstaltungen — Aufführungen hätte ich beinahe gesagt. Um solche Ansichten in das gebührende Licht zu rücken, bedarf es nur, an eine Anekdote zu erinnern, die im Traktate Schekalim, Fol. 9, berichtet wird. Einst ergingen sich nämlich Rb. Chanina und Rb. Hoschija in den weiten Hallen der Synagoge zu Lydda. Plötzlich begann der erstere viele hohe Worte über die Opferwilligkeit derer zu machen, die das prachtvolle Bauwerk errichtet haben, nn pan u'nvrr u?p» pan mo „Wer zählt die Tausende," rief er, „die unsere Vorfahren in diesen Bau gesteckt!" worauf der andere ihm gemessen zurückgab: „Wer zählt aber auch die Tausende nr» mrr ipp» rMvz von Seelen, die sie unterdeß haben verderben und dem Judenthume verloren gehen lassen!" Doch die Sache läßt auch noch eine andere Veurtheilung von höheren Gesichtspunkten zu. Bekannt ist, was im Buche Josua, Cap. 22, erzählt wird: Das Versprechen Moses erfüllend, hatte er die zjveiundeinhalb Stämme, Rüben, Gad und halb Manasse, in dem Gebiete auf dem jenseitigen Ufer des Jordans angesiedelt. Kaum in die Heimath zurückgekehrt, gingen sie sofort daran,^ einen stattlichen Altar, ein wahres Schaustück, am Ufer des Jordans zu errichten. Die Kunde hiervon kam zu Josu.a und den Aeltesten. Man war darüber äußerst bestürzt und ungehalten. Der Abfall von Gott und. seinem Heiligthume schien damit offenkundig. . Pinchas wurde beauftragt, an der Spitze einer sofort' ausgerüsteten Heeresabtheilung, sich in das jenseitige Gebiet zu begeben, um die Sache auf alle Fälle zu schlichten. Als er dessen. Bewohner wegen ihres Treubruches herbe Vorhaltungen zu machen begann, betheuerten diese hoch und heilig, daß nichts ihnen ferner ge* legen henn dieses. rm. n pbx bu ,n -brr brr mn.-.BWi .»iwri. b» na bvvu vm nivr vrr n» m «Dex allmächtige Gott, der Ewige, der allmächtige Gott, der Ewige! — Er weiß es und Israel soll es erfahren: war es Trotz oder Abfall von Gott — so mögest Du uns heute nicht mehr , beistehen!" — Ganz im Gegentheile. Von der sehr, schweren Sorge geängstigt, es. könnten die kommenden Geschlechter, beruhten, der Strom bilde die GreM des. Landes, die, jenseits desselben Angesiedelten hättendaher, weder, an Gott, noch'an dessen Heiligthum einen Zlntheil zum - Zeugnisse dessen, haß ^: /dem nichh ^o'.-sei^Wten'sie den Alfar exrichtet.. Er-sollte alsy.rin. MMzeiEy. da^ur.i sein,, daß sie zum Volke Israel, und'zu-Hessen WstMume.sich-bekennen: hoffen .AnjlangMd der Zivischen-- fall^wäx.ldy'mit ^rledxg^. Keicher UeberraschünK hitzher- . Vorfall nach jeder Mchtung bot, war ein anderes kaum zu erwarten» Vtaren sie jedoch damals, gleich uns durchdie Erfahrungen einer mehr denn dreitausendjährigen Geschichte bereits gewitzigt, sie hätten die Sache schwerlich so von der harmlosen Seite blos hingenommen. Es hätte ihnen zunächst der Zweifel kommen müssen: woher denn so plötzlich die Sorge um die Zugehörigkeit zum Judenthume, wenn es sonst gut damit bei ihnen bestellt gewesen wäre? Ja, sie hätten noch weiter gehen können und ihnen Vorhalten: wer weiß, ob nicht dieser Altar, der die äußere Zugehörigkeit unter allen Umstanden verbirgt, nicht desto eher den Vorwand zu einem innerlichen Abfalle von demselben bieten werde? Was hier als bloße Muthmaßung ausgesprochen worden, das hat die spätere Geschichte über allen Zweifel zur Gewißheit erhoben. Als etwa 600 Jahre nachher Jerobeam zum Abfalle aufrief, da waren die jenseitigen Stämme trotz ihres Wahrzeichens, das sie dem Judenthum verschrieb, die ersten, welche ihm Heeresfolge leisteten. Und als es sich später um die Einführung des Götzendienstes handelte, so war es wiederum die in ihrem Gebiete gelegene Stadt Dan, die sich mit allem Eifer darum bewarb, daß die goldenen Kälber in ihrer Mitte Aufstellung fänden. Welche geistige Ueberlegenheit zeigt dem gegenüber das Beispiel, welches der Hohepriester pnxn pvvio gegeben hat! Auch unsere Weisen berichten, wie er mit dem hohenpriesterlichen Schmucke angethan, dem beranstürmenden Alexander von Makedonien an der Spitze der gefammten Priesterschaft entgegenzog. Der hochsinnige Macedonier, von dem Zauber seiner Persönlichkeit überwältigt, nahm ihn zu Gnaden auf und verschonte Jerusalem. Nun hat uns in Bezug darauf ein arabischer Geschichtsschreiber eine Nachricht, übermittelt, die ebenso wichtig als interessant ist. Nach mehrtägigem Aufenthalte in Jerusalem verabschiedete sich Alexander von dem Hohenpriester-. Er ließ jedoch bei diesem Anlasse nicht unerwähnt, daß er zunächst, einen Waffengang nach Egypten unternehmen werde, um alsdann wiederzukehren. Mt aller Bestimmtheit setze er voraus, daß alsdann an allen Orten . Palästinas, wie nicht minder in der Hauptstadt, sein Denkmal sich erheben werde. Solche Art der Huldigung hätten ihm auch alle übrigen Völker erwiesen. Nach etwa drei Jahren erschien Alexander wieder in Palästina. Allein nicht ein einziges Denkmal fand er vor. Nicht wenig darüber aufgebracht, gab er dem Hohenpriester seine helle Entrüstung zu erkennen. Doch, der entgegnete: Denkmäler von Erz und Stein — was konnten die Deinem Andenken frommen? Wir. haben :Dir eine über alles Erwarten große Anzahl von Denkmälern errichtet,, die mit Herz und-Sinn begabt, denken - -und sprechen können. Er führte ihn . hierauf aufden^ . Tempelberg, Dort , waren tausende von- Kindern yer- /.sammelt.-,-Der Hohepriester tratzin ihre.Mitte.und riesig /.den Namen. Alexander iw ihre - Schaars hinein.'- Alle;^

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