Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 31 (17.4.1902)
- Date
- 1902-04-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2449795-2449825--55754-2518441- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jahrgang. M Bl. Kenlrak-Hrgan für das orthodoxe IMönOÜE 'Begründet von, ' r,!P,! yDr. UshMKNN in MstttF. ' ' Donnerstag, den 17. April 5662 [19Ö2). Unserer heut. Nummer liegt der sechste Bogen der „MsA»L«.st schei Pesacli“ von Dr. Letzmann dei. Jede einzelne Lieferung rann von uns gegen Doreinsendung von 23Pfg. «achbezogen werden. . . Unsere nächste Nummer, eiueDoppelnuwmer, erscheint Montagden 2i. April. — Inseraten - Annahme bis Montag Morgen 8 Uhr. „ :r'?P:i : / Die Erhaltung des )udenthums. (Wetrachtung zürn UeßcuHfeste.);■■■ 33oreinigen auf einen fehr bemerlenswerthen Gedanken. "• Er richtete nämlich an die hervorragendsten jüdischen Gelehrten aller Länder die Frage: Ist das Judenthum im Niedergang begriffen?.—; Kaum hatte die Oeffentlichkeit etwas von diesem Unterfangen erfahren, als sich sofort einer Anzahl von jenen Männern, die zu einem großen Thrile die Verantwortung für unsere inneren Zustande in der Gegenwart tragen, eine Art höchst reizbarer Nervosität bemächtigte. Es scheint fast, als hätte jener Mann, ohne darauf gerade ausgegangen zu sein, damit auf einen sehr wunden Punkt den Finger gelegt. Wenn jene Frage an dieser Stelle wieder ausgenommen wird, so geschieht es nicht, weil ich mir einrede, sie könnte so ohne weiteres hier beantwortet werden. Das Judenthum zählt heutigen Tages gegen elf Millionen Seelen. Ueber alle fünf Erdtheile zerstreut, unter äußeren Verhältnissen der allerungleichsten Art lebend, in allen möglichen Erwerbszweigen thätig, von allen vorherrschenden Geistesströmungen mit sich fortgeriffen: liegt in demselben eine so überaus verwickelte Erscheinung vor, daß wohl kein Mensch auch nur einen rechten Ueberblick über dieselbe zu gewinnen vermag. Nichtsdestoweniger sollte diese Frage nicht ohne weiteres aus unserem Gesichtskreise verschwinden. Ist es nicht angängig, sie in dem'ganzen Umfänge, in. welchem sie ursprünglich gestellt worden,, zu beantworten, so sollte man sie aus einen engerenÄreis, dev sich wohl überschauen läßt,; einschränken. Allein /auch unter solchen Voraussetzungen, wäre eine" gedeihliche Losung.. Echt^leichk zü'erwarten? rS)e'nn eLÄüßte vorher erst der^ Gesichtspunkt,sestgestellt werden, von^dem aus an die Be- / urtheilung uns eres augenblicklichen Zustandes, herängetreten werden soll. - . Für uns ist derselbe jedoch im ^vorhinein gegeben. Wir können die Frage nur im Sinne des wahren Judenthums stellen. Dann aber' erscheint damit keines-, Wegs ein neues Problem aufgeworfen. Schon längst lag diese Frage dem Genius Israels am Herzen. Im hohen Liede hat er ihr folgende Wortegeliehen: -nn bu ' twrb tourt"* '2U2.' mKiV ' ' 'n-rn nur o'jmn «in. „In den Nußgarten stieg ich' hinab, um unter den Pflanzungen'des Baches Umschau zu halten, um nachzusehen, ob der Weinstock blüht, die Granatenbäume knospen? — Des Bildes entkleidet und in glatte Prosa 'umgesetzt, hätte die Frage etwa zu lauten: vtopn m — mni' tüh nja to*. Der Nutzgarten — bedeutet die Welt; brnrr» m—toon '2Ü2 mm!? die Pflanzungen des Gartens — Israel, das am Ströme seiner Thora sich erheben soll; mv m’B» 'm pan nrnwi niviiv, der Weinstock in dessen Mitte --- das sind die Bet- und Lehrhäuser; mi bS njtan Äk* bwn mm DpDOT inmv pi die Granaten, das sind wiederum die jüngeren Schüler,' die im Geiste dem Studium der Thora sich ergeben, ü ' '•&?? ,T‘.: So abgesteckt, wird die Frage wohl kaum zu einer erhebenden.. Antwort führen... Die Wortführer unserer