Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 30 (14.4.1902)
- Date
- 1902-04-14
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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ZettrmgsrrachriHterr uud Sorresponderrzerr. Deutschland. Mairtz, 11. April. Der abgesetzte Lehrer N. Herzberg in Oldenburg hat neuerdings ein Circular herumgeschickt, das in den Augen jedes reinlichen Menschen sich selber richtet. Dieser Schmutz reicht denn doch an Herrn Landrabbiner Dr. Mannheimer nicht heran. Vergebens werden sich nunmehr die Herren Steinhardt. Leßmann und Consorten bemühen, Herrn Herzberg von ihren Rockschößen abzuschütteln. Aber das Bemühen ist ein nutzloses, der Name des Herrn Herzberg wird unzertrennlich mit den Blättern für „Erziehung und Unterricht" verknüpft bleiben. Mainz, im April. Dem Rechenschaftsbericht des „Israelitischen Hilfs-Vereins" in Mainz . über seine Wirksamkeit im Jahre 1901 entnehmen wir: Das verflossene Veveinsjahr zeigt uns leider nicht das erfreuliche Bild seiner Vorgänger. Die durch Wegzug oder Tod einiger Mitglieder entstandene Lücke ist zwar durch Neuaufnahmen der Zahl nach ungefähr ausgefüllt — finanziell haben wir ca. 200 Mk. pro Jahr an Beiträgen verloren. Dagegen haben sich die Ausgaben des Vereins von Mk. 7628.53 auf Mk. 8196.23 erhöht. Dies trat ein, obwohl wir mit der größten Sparsamkeit und erst nach genauester Prüfung unsere Unterstützung gewähren. D.a wir nur Mk. 5880 regelmäßige Einnahme hatten, so mußten wir von den Zinsen und Geschenken Mk. 2316 entnehmen. Die Geschenke, die dem Verein zu Theil wurden, belaufen sich auf Mk. 3242.06. Der Fonds zur Erbauung eines Pfründner- und Krankenhauses betrug am 31. Dezember 1901 Mk. 10,824.67. Es harren unser noch bedeutende Aufgaben, wenn wir unserem Ziele näher kommen wollen. Vor allem müssen wir erstreben, die Pfleglinge, die wegen ihres Alters oder Siechthums auf uns angewiesen sind, in möglichst ausreichenderem Maße zu unterstützen. Dafür reichen unsere Mittel noch gar nicht aus und bitten wir, dafür sorgen zu wollen, daß wir mehr Mitglieder mit höheren Beiträgen bekommen und daß auch bei Freud und Leid häufiger auf **>ie edlen Zwecke unseres Hilfs-Vereins hingewiesen wird. * Köln, ll. April. Die Schechitah-Angelegen heit hat nun doch seit dem 1. April d. Js. ihre endgiltige Erledigung gefunden, indem nunmehr die vier.Schochtim als Kultusbeamte von der Gemeinde angestellt sind und von dieser: bezahlt werden, während die erhöhten Schächtgebühren durch städtische Schlachthof-Beamte eingezogen und am die Gemeinde? kaffe zur Ablieferung gelangen. Je-"zwei.Schochtim.' stehenunter Aufsicht des Gemeinde-Rabbiners und-bes RabbiuerL.der. Gemeinde Adaß.Jeruschrun^Hettn DE Plato. Die-. Regelung, dieser wichtigen-' Angelegenheit erforderte ein hohes Maß von Arbeit der damit^ betraut gewesenen Kommission, deren liberaleMit-"- - - glieder aber Leinen Augenblick darüber im Zweifel waren, daß es sich hier um eine der wichtigsten ANge?' - -? legenheiten unseres aesammten Gemeindelebens '* •- handelte und die deßhalb in Uebereinstimmüng rnitihren konservativen Kollegen die schwierige Aufgabe-'^? glücklich lösten, unter voller Berücksichtigung der orthsi- ^'? '^ doxen Interessen. Wenn die liberalen Herren die gleichen Grundsätze auch in der von ihnen aufgeworfenen ebenso wichtigen Frage, betreffend' den Charakter ÜM',' seres Gottesdienstes, vertreten wollten, wäre der Friedenin der Gemeinde nicht mehr bedroht. Sie brasichten"-! nur ihr Orgel-Steckenpferdchen nicht länger zu reiten/ und die konservativen regelmäßigen Besucher des Gottesdienstes ungestört und unbehelligt' zu lässech ^'' dann wäre Allen geholfen, und in einer Zeit, wo Juden und Judenthum von äußeren Feinden rings umgeben'- sind, der so notwendige Friede im Innern ungestört.';':C - Aber auch noch andere. Erwägungen'könnten sind- ' müßten die „liberalen" Herren, soweit sie wirklich äüf^ -^- die ehrenvolle Eigenschaft im eigentlichen Sinne?des^?E Wortes liberal, d. h. von vorurtheilsfreier,?vohl?^1 -- ‘ wollender Gesinnung zu sein, berechtigten Anspruch er? heben wollen, bestimmen, auf ihre Orgel-Liebhäbrrei - und -Spielerei im Hinblick auf einen sehr schwerwiegenden Gesichtspunkt verzichten. Wir haben hierbei die Armenpflege der Gemeinde im Auge..Die?i Zeiten sind ernst und andauernd mehren sich die än unsere Wohlthätigkeitsanstalten und ' Vereine' heran- / - tretenden Ansprüche. Eine Schwächung dieser Ver-';' eine und ihrer Leistungen durch eine Spaltung der Gemeinde in zwei Hälften würde und müßte für die Wirk? - samkeit unserer Wohlthätigkeitsvereine verhängnißvoll -?■ werden. Zu denselben gehören Mitglieder beider Par-'?' teien, in ihren Verwaltungen sind Angehörige beider Parteien vertreten und unbeschadet der in religiösen' : Fragen abweichenden Anschauungen der Mitglieder ^>ri vereinigten sich Alle in der Ausübung der hohen und '' heiligen Pflichten jüdischer Wohlthätigkeit, der Zedoko?--- Das würde sicherlich anders werden, wenn eine unüberbrückbare Kluft die Gemeinde in zwei Lager spalten'' sollte, mit dein einmüthigen Zusammengehen beider?-^ Parteien in den Chewras ' und Wyhlthätigkeits-Äer-^^^ einen würde es bald aus sein, und die Kosten des Zwve-- ^'' spalts hätten zunächst diejenigen zu zahlen^ die an berN''?'^ unheilvollen Streit am; unschulbigstensind tln—.n'! .ter'stLtzungsMürfü'Mf'^-7'? ,**•?s Bor uns liegt der,' vorjähriges HeDungsabschlüß^"^ -sprechend,'' Verjammluiig