Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 29 (10.4.1902)
- Date
- 1902-04-10
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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seiner Auflösung entgegen, und in unthätiger Gleichgültigkeit sterben allmählich die Glieder dem Allgemeinen ab." — Das Vorstehende mag zur Klarstellung der Ansicht des sel. Herrn Rabbinen S. R. Hirsch s. A. über die in Rede stehenden Verhältnisse hier genügen. Die vorerwähnte Abhandlung wird übrigens in den „Gesammelten Schriften" desselben, deren erster Band demnächst erscheinen wird, enthalten sein und wird des Näheren hierauf Bezug genommen. ZettungsnsHrichterr ugP Esrresporrdenzen. Den tschla n.d. Frankfurt a. Al., im April. Dem dritten Rechenschaftsbericht des. „Verein , zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit (Schomre Schabbos), vom 1. Jan. bis 31. Dezember 1901, entnehmen wir: Das erste Jahr des neuen Jahrhunderts hat unserem jungen Verein Gelegenheit gegeben, die Festigkeit seiner Grundlagen einer scharfen Prüfung unterworfen zu sehen. Als unser Verein im Frühjahr 1898 ins Leben trat, da herrschte am wirthschaftlichen Horizont eitel Sonnenschein. Nicht nur unser Vaterland, fast der gesummte Welthandel befand sich in einer beispiellosen glänzenden Konjunktur. In unserem ersten Rechenschaftsbericht, der gerade vor zwei Jahren erschien, erlaubten wir uns, in einer Bitte um Beiträge für unseren Fonds darauf hinzuweisen, „daß die gegenwärtige günstige Konjunktur in Handel und Industrie nicht von ewiger Dauer sein kann, daß der Periode glänzenden Aufschwunges auch eine Zeit geschäftlichen Niederganges folgen mutz." Unserer Prophezeiung von damals ist die Erfüllung nur allzu rasch gefolgt. Das Jahr 1901 steht in der deutschen Wirtschaftsgeschichte mit schwarzen Lettern verzeichnet. Selbstverständlich spiegelt sich die gewaltige Krise,, die unser ganzes Erwerbsleben erschütterte, auch in der Entwickelung unseres „Vereins zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit" wieder. Wenn es uns aber trotz dieser schwierigen Allgemeinverhältniffe gelungen ist, die gleiche Zahl von Stellungen wie im Vorjahre zu besetzen, allen berechtigten Entschädigungs-Ansprüchen von Stellenlosen gerecht zu werden — unsere Leistungen auf diesem Gebiete betragen das dreifache des Vorjahres! — und wir trotzdem unseren Fonds noch um eine, kleine Summe vermehren konnten, so berechtigt uns das dazu, mit einigem Vertrauen in die Zukunft zu blicken. Unsere Vereinskasse zählte Ende 1900 271 Mitglieder. Einem lebhaften Zugang stand leider auch ein beinahe ebenso lebhafter Abgang gegenüber, der durch Ausscheiden, Streichung infolge Nichtzahlung etc. verursacht wurde. Es verblieben am Schluffe des Berichts- ' jahres 293 Mitglieder, mithin ein Zugang von 22 Mitgliedern. An Entschädigungen wurden gezahlt: 2088.23 Mk. an 28 Mitglieder, gegen Mk. 713.23 an 13 Mit- " glieder in 1900 und Mk. 997 an 10 Mitglieder in 1890? Die Summe der seit dem Bestehen des Vereins an ' Stellenlose ausgezahlten Entschädigungen beträgt somit-' Mk. 3798.60. Die Zahl der außerordentlichen Mitglieder blieb ungefähr gleich, 243 gegen 251 im Vorjahre. Die Ge- ' sammtzahl der Mitglieder beläuft sich somit aus 636 (522). Dagegen zeigen die uns von seiten der autzerordentlichen Mitglieder zufließenden Beiträge zumersten Mal einen Rückgang: Mk. 2034.70, gegen Mk. 2143.09 im Vorjahr. Ist der Rückgang auch kein sehr bedeutender und ist sein Eintreten auch gewiß nicht auf' ein vermindertes Interesse an unseren Bestrebungen zu- . rückzuführen, sondern lediglich als eine Begleiterscheinung der allgemeinen ungüstigen Verhältnisse äufzu- - fassen, so muß diese Thatsache doch eine ernste Mahnung- ' für uns sein, in der Gewinnung neuer Freunde für unseren Verein nicht nachzulassen. Wenn wir unseren Verein in seiner bisherigen Thätigeit erhalten, wenn wir seinen Wirkungskreis, wie geplant, nach der einen oder anderen Seite noch erweitern wollen, so dürfen die uns zuflietzenden Mittel eine Verringerung nicht erfahren? Die Stellenvermittelung konnte im Berichtsjahr 66 Stellen besetzen. Vacanzen waren gemeldet 233 (Vorjahr 286),, Bewerber 300 (Vorjahr 233). Es konnten somit nur 18 pCt. der Bewerber untergebracht werden gegenüber 26 pCt. im Vorjahr. In dieser Thatsache kommen die veränderten wirthschaftlichen Verhältnisses mit außerordentlicher Prägnanz zum Ausdruck. Offertbriefe wurden im Ganzen 2694 versendet. Unser Reservefonds (Sicherheitsfonds) stieg von Mk. 11,764.06 auf Mk. 16,278.62. Dieser erfreuliche Zuwachs ist ' zum größten Theile jener hochherzigen Zuwendung seitens der Hinterbliebenen des Freiherrn W. C. von Rothschild zu verdanken, für die wir unseren Dank bereits im vorjährigen Bericht zum Ausdruck brächten? Wenn der Fonds in absehbarer Zeit die von uns zur Sicherstellung unserer Verhältnisse erforderliche Höhe von Mk. 26,000 erlangen soll, so sind weitete größere Zuwendungen unerläßlich; hoffentlich haben' wir recht bald von solchen zu berichten.? Auf Antrag des Vorstandes bewilligte die vorjährige Generalversämmlüng Mk. 300 zu einem Dispositionsfonds. Dieser Fonds soll dazu dienen,' in '■?( Fällen, wo unsere Versicherüngskasse noch nicht'ödet' nicht mehr eingreifen kann. ' Hilfsbedürftiae .. LurchG^ Wahrung eines zinsfreien.Darlehens' 'zu u'nter'KLHeü^ v* Es wurden insgesammt in solchen Fällest'zusäm'mÄ Mk. 162 gewährt. Auf unseren Asitrag/ hat die letztes Generalversammlung eine gleiHi?' Sumine Htsdea^ Fonds neu bewilligt.' "r4 ' -