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Der Israelit · 1902-04-07 · Heft 28 (7.4.1902) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 28 (7.4.1902)
Date
1902-04-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
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631 KM»; kt zimWeil MniottonL Köln, 1. April. Wir erhalten folgende Zuschrift: „In der zweiten Beilage zu Nr. 23 Ihrer Zeitschrift brachten Sie einen Bericht über die „Zionistische Kolonialbank,, dessen Behauptungen und Schlußfolgerungen von Anfang bis zu Ende unwahr stnd.- Unwahr ist erstens, daß ca. 64,000 Pfund Sterling „aus den sorgsam zu behütenden Kassen der Bank spazieren gegangen sind," unwahr ist, daß die Bank überhaupt noch keine Geschäfte macht, unwahr ist insbesondere die ausgestellte Vermuthung. daß hinter den erwähnten, eine Million übersteigenden ausstehenden Posten ganz oder zum größten Theil „Geschenke" L fond perdu an türkische Ceremonienmeister und andere Funktionäre zu verstehen seien. Unwahr ist ferner, daß die Korrespondentenposten in Höhe von 40,228 Pfund Sterling effektiv der Bank nicht zugeflossen seien, ebenso ist es unwahr, dass..die Aktivpost „Eigene Effekten" (25,661 Pfund Sterling) sich auf nichtverkaufte eigene Aktien und die Depots ohne fixe Termine (29,575 Pfund Sterling) auf Beträge beziehen, die von zionistischen Gruppen unbezahlt geblieben sind. Unwahr ist auch, daß die Zinseneinnahmen der Bank während ihres ganzen Bestandes mit 2041 Pfund Sterling fungiren, wahr ilt dagegen, daß diese Zinseneinnahme seit der letzten Veröffentlichung für die Monate Januar und Februar 1902 gebückt worden ist, während die Einnahmen für das Jahr 1900 und 1901 nach den früheren Veröffentlichungen der Bank 5695 Pfund Sterling und 7403 Pfund Sterling betragen haben. Endlich ist demnach auch die Schlußfolgerung unwahr, daß mehr als die Hälfte des eingezahlten Geldes bereits verschwunden zu sein scheine. Von all den aufgestellten Vebauvtunyen ist vielmehr das Gegentheil wahr, daß für jede vollbezahlte Aktie mindestens der volle Gegenwertb von 20 Schilling — 1 Pfund sich im Besitz der Bank befindet. Im Auftrag des Präsidiums des Aufüchtsraths der Jüd. Kolonialbank Jewish Colonial Trusi (Limited). Dr. Bodenheimer, Rechtsanwalt." Dazu bemerken wir: Wenn die Gelder zum Diskontiren von Wechseln und zur Hergabe von Vorschüssen verwendet wurden, so sind sie zweifellos aus der Kasse der Bank „spazieren gegangen." Wie man da berichtigen kann, daß dies unwahr sei, verstehen wir nicht. Wollte man etwas Tatsächliches berichtigen, .so hätte man sagen müssen: Die diskontirten Wechsel und die gegen die Vorschüsse erhaltenen Sicherheiten sind-, so über jeden Zweifel gut, daß, wenn unter der Redensart: Die Beträge sind aus der Kasse der Bank spazieren gegangen, etwa gemeint sein sollte, das Geld sei gefährdet oder gar verloren, dies unwahr ist. Dieser Berichtigung hätte man noch größeres Gewicht verleihen können, wenn man die Rgmen der Acceptanten der Wechsel genannt und die Natur der. empfangenen Sicherheiten näher bezeichnet hätte. Zweitens wird berichtet, es sei unwahr, daß die Bank überhaupt noch keine Geschäfte macht. Das war in unserer Korrespondenz gar nicht behauptet worden. Darin war nur gesagt, daß, da die Bank überhaupt noch keine Geschäfte macht (wie ja in zionistischen Blättern wiederholt feierlich erklärt worden ist; oder, sind etwa in Palästina schon Kolonien gekauft worden?), so liegt die Vermuthung nahe u. s. w. Das Diskontiren von Wechseln und das Beleihen von Werthobjekten wird. die Bank doch nicht als ihren Zweck betrachten!?Als> wiederum keine korrekte Berichtigung^. . . '....'T Was die dritte „Berichtigung" anbelangt, so ist .das Korrespondentenkonto „Nostro und. Loro" ein so unklares und für jeden Fachmann wie /.Laien so vollständig unverständliches, daß es sehr wiinschenswerth gewesen wäre, wenn die Bankleitung hier einige aufklärende Worte gegeben Hätte^ statt mit ihretp stereotypen: „Es ist unwahr? zur Aufhellung d-s undurchdringlichen Dunkels nichts beizutragen. - - — Die Beträge sind also effektiv der Bank zugeflossen, nun wissen wir aber immer noch nicht,' wer. sie bezahlt hat und wofür diese Zahlungen geleistet wurden. . Nun zur vierten Berichtigung: Eigene Effekten und Depots ohne fixe Termine. Auch hier wäre es den Aktionären sicher angenehmer gewesen, zu erfahren, woraus die eigenen Effekten und Depots besteben, als die Mittheilung zu erhalten, daß sie nicht aus eigenen Aktien sich rekrutiren bezw. von zionistischen Gruppen unbezahlt geblieben sind:- Zur fünften Berichtigung: Daß die 2041 Pfund die Zinseinnahmen nur für die ersten zwei Monate des Jahres darstellen, ist aus der Bilanz nicht ersichtlich, der Jrrthum unseres Korrespondenten also sehr verzeihlich. So viel wir wissen, ist es bei anderen Banken .üblich, bei Veröffentlichung ihrer Jahresabschlüsse die für das ganze Jahr erzielten Zinsen einzusetzen. Eine Bilanz mit Zinseinnahmen für zwei Monate bei einer Bank, die schon drei Jahre besteht, ist jedenfalls eine in Bankkreisen nicht oft vorkommende Sache. Und wo stecken in der Bilanz die Zinsen für die verflossenen, drei Jahre? Sind sie vielleicht in den Posten: „Reserve für verfallene Beträge" und „Reserve für andere'Zwecke" enthalten, so hätte das doch ausdrücklich gesagt werden müssen. Unter „andere Zwecke" kann man sich gar viel denken, und die Oeffentlichkeit hat wohl ein Recht zu verlangen, daß ihr mitgetheilt wird, wie diese Lstr. 22,596. 8.1 Verwendung finden. .. Nicht berichtigt . wird^. haß gw tzxuWnM/und' Saldospesen bis Geschästseröffnüng. .;17,152-^ Pfund oder 343,000 Mark, d. i. über sechs Prpzent des Kapitals, ausgegeben worden sind. Die Stempelkösten und

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