Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 28 (7.4.1902)
- Date
- 1902-04-07
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2449795-2449822--55692-2518376- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
636 -iners Hermann Fischer, welcher am Purim in ein besseres Jenseits abgerufen wurde. Zum Zeichen ihrer -pietätvollen Dankbarkeit veranstaltete die schmerzlich betroffene. Gemeinde am 25. März eine würdige .Trauerfeier für den verewigten Rabbiner. Zu offiziellen Trauerrednern berief sie die ehrw. Rabbiner Salomon Schuck (Karczag) und Dr. Moritz Weis z (Zögling des Hildesheimer'schen Rabbiner- Seminars), ' Torokczent Miklos. Ersterer gab in deutscher, letzterer in ungarischer Sprache in ergreifenden Worten, welche die mehrhundertköpfige Zu- Hörerschaft zu Thränen rührte, dem großen Schmerze ..Und Verluste der Familie, der Gemeinde und ganz Israel Ausdrucki > ^: ' - Ferner. sprachen die ehrw. Rabbiner Fischer N. aus Gzönk, ein Bruder des Verewigten, und -sein Sohn Bezalel, der zu dieser traurigen Pflicht aus Marburg, - wo er seine Studien beenden will, nach Hause geeilt war. Ein Zeichen der größten Liebe, Anhänglichkeit und Dankbarkeit . bekundete die Gemeinde, indem sie vor dem Leichenbegängniß eine außerordentliche Generalversammlung berief, in der sie den Antrag des Karzager Oberrabbiners, eine Tochter des Verewigten mit einem Rabbinatskandidaten zu vermählen und die vakant gewordene Rabbinerstelle mit ihm zu besetzen, einstimmig angenommen hat. .. Möge Gott der trauernden Wittwe, den Kindern und der Gemeinde Seinen Trost um den großen Verlust für den verewigten Zadik gewähren. Moritz Schuck, Karczag. A m e r i k a. Lordschaft, als die Parteien aufgerufen wurden, .bemerkt habe: «Es ist ein Jude." Der Richter susvendirte hierauf den Anwalt. Dieser will die Angelegenheit ün Parlament zur Sprache bringen lassen und event. auch an den Geheimen Staatsrath in London appelliren. WNheilMgeu ms dm W. AmeilMüM M |8r Ufeftlftoi. ' ■ : (SLmmUtHe jüd. Wa«dervetterveret«e ««» Kasse» für DrrrHseiserrde find gebeten, uns srtttheUmrge» über Erfshrmrge«, die sie a»f dem Gebiete ihrer THLLillkeit machen, zrrkommerr z» lassen.) Von Worms wird uns mitgetheilt. daß ein gewisser Hermann Finge r aus Eidlitz, Kreis Komotau (Böhmen), welcher seit Jahr und Tag seine Frau und Kind böswillig verlassen hat, an den jüdischen Armenkassen mit der Behauptung hervortritt, daß er für eine .kranke Frau und kleine Kinder zu sorgen habkr was auf Schwindel beruht, da er seiner an 'sich gesunden Frau, die sich von ihm scheiden lassen will, noch nicht einen Pfennig geschickt hat. fgr e *t i Ile t » tu Nach vierhundert Jahren. so) Von Friedrich Rott. Äus Kanada, im März. Vor einem hiesigen Gericht hat sich, kürzlich ein antisemitischer Konflikt abgespielt, der bis vor die höchste Instanz in Kanada und event. selbst vor den Geheimen Staatsrath in der britischen Reichsmetropole in London gebracht werden soll. \ Der Richter Papnulo ist. als ein grimmiger Antisemit . bekannt. Selten einmal, wenn je, hat ein Jude bei ihm einen Prozeß gewonnen. Als jüngst in einem Civil- Prozesse ein Jude der Verklagte war, sagte der Richter: '■] „Es handelt sich um einen Juden." Der Vertreter des ■*! Verklagten, Rechtsanwalt Cranischaw, hatte das gehört und sagte daher, zumal.der Richter sich sogar eine Ver- - letzung der Prozeßordnung erlaubte: „Obgleich mein Klient ein Jude ist,' hoffe .ich doch,, daß Ew. Lordschaft bei Ausübung der richterlichen Befugnisse nicht ver- 7 geffen werden.daß im britischen Reiche Alle ohne Unterschied der. Abstammung und des Bekenntnisses gleich -Diese Ae.ußerung' nahm - der Richter' gehörig krumm, esnem^K nente^.-gegenuber geWdelt/ besonders!^ha Ke. Trotzdem, als Frau Müller ihrer Zusage entsprechend, in den Rachmitiagsstunden herunter kam, ging ihr Frau Klaaßen mit rothgeweinten Augen entgegen. . 7 „Frau Doktor, was sagen Sie dazu, ich gehe fort, das gnädige Fräulein hat mir gekündigt t" „Gekündigt? Jst's möglich!" „Ja, nicht wahr? Sie staunen auch, denn Sie wissen, ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen. Aber ich darf mich eigentlich nicht beklagen., ich bin reichlich entschädigt worden. Aber wehe thut es doch, wenn man weiß, daß man seine Pflicht gethan hat und dann so mir nichts dir nichts entlassen wird.- ~ „Sie dürfen sich das nicht zu sehr zu Herzen nehmen, Fräulein von Rauhenstein wird Ihnen sicherlich nicht nur eine Entschädigung an Geld, sondern auch ein gutes Zeugniß gegeben haben." t-~ „Gewiß, ein sehr gutes Zeugniß hat mir das gnädige Fräulein gegeben/ ich sagte es ja. ich darf mich nicht - beklagen. — Aber bitte, Frau Doktor, wollenste sich r-nür. hinembemLhenj'' das gnädige i-Fräuleitr -Erwartet - Fsäbelld iani der' asten D ame-?mit'^ausgestttÄer . Hand entgegen,^Millkömmen, liebe 'Frau^Mller!