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Der Israelit · 1902-04-07 · Heft 28 (7.4.1902) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 28 (7.4.1902)
Date
1902-04-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
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«sä Wir gewinnen, also tmt dem täglichen irdischen Brod auch das geistige, das himmlische der Gotteserkenntniß. durch das tägliche Manna', werden mittäglich an Gott J erinnert und LaS sind die E d e l st e i n e, die Perlen, die mit dem Manna täglich vom Himmel fallen. Die Edelsteine und Perlen heißen: Glauben an Gott, vertrauen auf Gott, hoffen zu Gott! :: II. r-; - - ' ~ ' - Ein« zweite Lehre! „Un d a! f o sammelten s i e e S M o r g e n für Morgen!" Das Manna fiel draußen auf's Feld nieder und Israel mußte hinaus gehen, .es sammeln und nach Hause bringen. Konnte Gott das Manna den Leuten nicht in ihre Wohnungen, nicht vor ihrem Zelte niederregnen lasten?!Wozu erst das Volk hinausbemühen außerhalb des Lagers?! Das lehrt uns wieder, daß „Arbeit, Thätigknt die erste Bedingung" aller Existenz, alles Lebens ist: Das Brod ist da, das gibt Gott, das läßt er aus dem Innern der ' Erde wachsen und emporsprießen; aber sammeln muß cs der Mensch. Wer die Mühe des Sammelns scheut, wer nicht arbeiten, sich nicht anstrcngen will, der darf sich nicht über Mangel und Entbehrung beklagen. Ja! Fleiß, und Anstrengung ..^22 ip22" tagtäglich und zwar am frühen Morgen schon, verlangt die Thora, soll der Mensch mit seiner Arbeit und Thätigkeit beginnen und Gottes Segen wird der Arbeit gewiß nicht fehlen: „Arm wird, wer da arbeitet mit lässiger Hand, aber die Hand des Fleißigen macht reich.". (Sprüche 1.0, 4.) „Der Lästige brät sein Wildpret nicht: aber' köstliches Gut: des Menschen ist Fleiß." (Sprüche 12, 27.) Wehe dem, der die Wichtigkeit des Wortes ip22 1^22" „tagtäglich seine Pflicht erfüllen." nicht einsteht. Es gibt .nämlich Menschen, die sich in dieser Beziehung Vieles zu Schulden kommen lassen, die über die genannte Pflicht leichter und leichtfertiger denken, als sie denken sollten und dadurch Unglück und Elend über sich und über ihr Haus bringen. Einen Tag der Woche, sagen manche Menschen, kann man doch müßig gehen, und wenn es zwei Tage sind, bleiben noch immer vier Tage zur Arbeit. Das ist der Weg zum Elend und Verderben! Wer einen Tag, zwei Tage müßig geht, dev. taugt an den anderen vier Tagen auch nicht zur Arbeit. Aus den zwei Tagen werden dritihalb. drei, viev und schließlich gibt man sich ganz dem Laster, dem Müßiggang hin, die Kinder rufen nach Brod, und das Elend^ünd die Hilflosigkeit - und Schmach Und' Schände vegleit'eWben-Unglücklzchen auf'allen seinen Wegen: : -idojnifi» Vf«*w-'Wrtn ■•mW i. M III. Eine dritte Lehre! *922 Hpm -.in* sopV»! Und sie sammelten am hellen lichten Morgen! Unser Erwerb soll offen und klar vor aller Welt daliegen können und das Tageslicht nicht zu scheuen brauchen! Was das heißt, brauchen wir nicht erst zu sagen. Unser Erwerb, der Erwerb des täglichen Brodes, muß auf Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit gegründet, muß von Redlichkeit und Lauterkeit getragen sein, dann brauchen wir uns vor Niemandem zu fürchten, dann können wir Jedem frei in's Gesicht schauen, dann brauchen wir unser Thun und Lasten nicht in Nacht und Dunkel zu hüllen. Der Dieb, der Räuber, erwirbt auch sein tägliches Brod für die Seinigen, wie wir, er müht und plagt sich für das Stückchen Brod wie wir. ja gewiß viel mehr als wir, denn er setzt dabei fern Leben den größten Gefahren aus; aber er erwirbt das Brod nicht „1P22 am hell e n.licht e n Tage, er muß warten, wie das Raubthier, bis es dunkel wird und die Nacht hereinbricht, dann beginnt für ihn die. Arbeit und der Erwerb. Welche Schmach! Diese Schmach ladet aber jeder auf lein Haupt, der in seinem Erwerb nicht, offen und ehrlich, nicht währ und klar, der auf dunklen Schleichwege?», auf finsteren Umwegen und Irrwegen, seinen Nebenmenschen zu hintergehen, zu' überlisten und - ihn um das Seinige zu bringen sucht. „*$32 "Y22"! Nur immer licht und klar, offen und wahr, dann fallen uns mit dem täglichen Brod zugleich die Per l e n der Selbstachtung, die Edelsteine der Achtung von Seiten unserer Nebenmenschen vom Himmel nieder! Die Pflicht der Redlichkeit und Rechtschaffenheit ist heute in unseren Tagen eine um so heiligere, als uns ja jedes ehrenhafte Gewerbe, namentlich jedes Handwerk, zugänglich und affen steht und wir nicht inehr wie früher in unseren Bewegungen beengt und beschränkt sind. Es müßten von Rechtswegen viel mehr Handwerker in der . Mitte des jüdischen Volkes sein, und »vir würden eine viel ehrenhaftere Stellung in der menschlichen Gesellschaft einnehmen, als es heute der Fall ist. Mit welcher Hochachtung spricht der Thoraabschnitt von Handwerk und Handwerker! „Und alle kunstverständige' Männer, in welche Gott gelegt hatte Kunstsinn und ' Einsicht, daß sie verstünden zu machen alle.Arbeiten des' heiligen Werkes, alles, wie der Ewige geboten." (2: B. M., 36, 1.) Und in der That, Israel schenkte Gold, Silber. Kupfer u. s. w. Was nützen aber alle Ge- . schenke, wenn man daraus nichts zu machen versteht?!' Lasten wir unsere Kinder Handwerker werden, und es ' bewahrtJ sich an ihnen das - Schriftwört7 - „Wenn du ' heit und die E bet steine Himmel nieder! - . . häuslichen Glückes vom gilt von uns, die wir'unsMglich Mser'Stückchen Be suchen und erwerben müssen. Me verhält sich's'äber^

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