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Der Israelit · 1902-04-07 · Heft 28 (7.4.1902) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 28 (7.4.1902)
Date
1902-04-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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w fei.v f lu K 8:;. fr i- I* <-■ 43» Jahrgang. Lii*'. *• E 28. . -)j; v?; if i'.-pi.H' * I -«»■ff*? }V6,‘ *? *JC. Ä»*; '>?- *??L Kentrakfür das orthodoxe ZudenDum Begründet von Vr. Deh«r«nn in Wr«in^ 7, Montag, den 7. April 5662 (1962)« ■Xj Unferer heut. Nummer liegt der fünfte Dogen der „Wa^süslr sc&ei Pesack“ _ von Dr. Lehmann bei. Jede einzelne.Lieferung kann von uns gegen Boreinsendnng von 23 Pfg. nachbezogen werden.^ - < 7 Die soziale Frage. Aon Rabbiner Dr. KohN—Jnow^azlaw. -Und die Fürsten brachten die Schoham-Steine und die Steine zum Einsetzen für das Efod und den Brustschild (2. B. M., 35, 27). Zu diesem Worte bemerken unsere Weisen: Vom Manna heißt es: Und so sammelten sie es Morgen für Morgen (2. B. M., 16. 21), von den Edelsteinen zum Heiligthum ab« sagt die Schrift: „Und ste brachten ihm fortwährend freiwillige Gaben, Morgen für Morgen" (2. B. M., 36., 3), damit deutet die Schrift an, daß mit dem Manna auch „kostbare Edelsteine und Perlen" vom Himmel niedergesallen. Die Schrift sagt: *uran bkimhi" (2. B. M., 35, 27), d. h. die Wolken haben die Edelsteine von oben nach unten gebracht, denn also heißt es auch: „Wolken und Wind ohne Regen". (Sprüche 25., 14.) Dieses merkwürdige Wort aus dem Talmud (Joma 75 ä) wollen wir näher in's Auge fassen.!?/^/ -V L Also auf der einen Seite heißt es: „iflx wpbi npna 1^22". Und also sammelten sie es M 0 r g e n fürMorgen, und auf der anderen Seite wieder „anwi ubm am uran BMiwm". Und die Fürsten brachten die Edelsteine! Da hast du, lieber Leser, das ganze soziale Räthsel, die soziale Frage vor dir. Auf der einen Seite die Armen, der Mittelstand, Menschen, die sich täglich mühsam ihr Stückchen . Brod suchen, erwerben müssen und es sammeln M 0 r - \ gen für Morgen; auf der anderen Seite wie- / der. die Fürsten, die Vornehmen, die in Gold und | Edelsteinen wühlen und Roth und Sorge nur dem . Namen nach kennen. So war es vor Jahrtausenden,! und so wird es sein n a ch Jahrtausenden!; Arm! Scheinbar ein gewaltiger Unterschied, eine ge- /; waltige Kluft; in Wahrheit aber, wenn Jeder . seine . Pflicht erfüllt. Jeder vernünftig und religiös denkt, . dann kann Jeder zufrieden. Jeder, glücklich sein, ob er . -! reich oder arm, und wie oft ist der Nichtreiche glücklicher .... \ als der übermäßig Reiche!!! ./. . ■y;v chip22 . -'v22. VM wpbnl". Das sind bloßv'ie / Worte, aber sie enthalten eine solche Fülle von. Wahr- \ heit und Weisheitdaß man Stunden lang , darüber / sprechen könnte, ohne den Inhalt erschöpft zu haben,- . ' sie enthalten Moral: und Lebensregeln, die. wir alle be-. - herzigen müssen! Und also sammelten sie esM y r g e n f u r Morgen! Das ist ein Wort, das -uns :. alle trifft, uns alle berührt, für uns alle geschrieben . . . steht, ob der eine von uns etwas mehr, der andere etwas . weniger hat, gleichviel, wir müssen doch jeder täglich . .. unser Stückchen Brod suchen! Ausgesorgt für alle?./ Zeiten und Ewigkeiten hat keiner von uns/ .wir, sind ' alle angewiesen auf den täglichen Erwerbs Derdienst. Und wie nothwendig, wie weise ist diese gött- - 7 liche Einrichtung, daß wir täglich unser Auge zu Gott , . erheben und täglich für das Gegebene danken müssen! Wenn der Mensch alles hätte, was er braucht,? ohne Mühe und Plage, ohne es erst schaffen, erwerben zu müssen^ er würde nie an Gott denken, nie an Gott. . . erinnert werden; die Noth erst, die Sorge um das 18g- - - liche Brod mahnt uns an Gott, an seine Macht, uns. Alles geben und wieder Alles nehmen zu können. „mwt & nomn 3jn wpa tei iy" „Alles, sagen un- 7 7 .! sere Weisen, hat Gott dem Stammvater Jakob/ver- 7 /-/ - . sprachen, verheißen, nur nicht das tägliche? Br od,?^? denn die S 0 r g e um's tägliche. Brod soll den-Blick des Menschen nach oben lenken, sein Herz mit Glau- . j ben und Gottesfurcht erfüllen." (Jalkut zu KS'l),

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