Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 27 (3.4.1902)
- Date
- 1902-04-03
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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594 Theilnahme erregte und daß die Betheiligung an seinem Leichenbegängnisse eine außerordentlich große war. In beredten Worten legten hiervon und von der Liebe und Anerkennung, welcher sich der Betrauerte allseitig er- -' freute, die v'nvvn an der Bahre im Hause und am Grabe in Höchberg, woselbst auch die Großeltern väterlicherseits und der Großvater mütterlicherseits, Herr Perlstein aus Kopenhagen, ruhen. Zeugniß ab. Den ersten Nachruf widmete Herr Seminarlehrer - Weiß bar t dem Entseelten als Freund ' 'v Tnan» rief er ihm zu, dann als dem Sohne unseres verehrten Rabbi, und endlich als Kollege, da derselbe im letzten Jahre den. fremdsprachlichen Unterricht am Seminar ertheilte. An der Hand des Verses nnuo nn sie '2 schilderte Redner das Leben und Streben - des Dahingeschiedenen. Unter nrn» kann hier nicht; die Unthätigkeit gemeint sein, daß sie gut sei, da es doch heißt nmp aob ym boab MV vi sondern die innere Beruhigung und Befriedigung, die empfunden wird durch die unablässige Beschäftigung mit der Thora, die 2iv genannt wird, wie es heißt 2« nzH '2 ■ ,D2$. ww nur diese Sache fand auch NVVL1 schön und gut und erstrebte sie mit aller Kraft durch seine stete Beschäftigung mit der Thora 'riaw '2 pxn iw. Aber auch dem Irdischen zollte er den schuldigen Tribut, wenn es wohlgefällig, wenn es im Sinne der Thora, von der es heißt, wna wt rwn gepflegt und geübt wird, bwch ms> ten er neigte seine Schulter, zu tragen " d'äS n*n bm. mm bw beiden Rechnung tragend, groß in Thora, wohlgefällig und friedliebend im Umgänge . mit den Menschen T2W do^ w und so ward sein " ganzes Leben ein Tribut an Gott und die Menschheit, ward er ein MN2 N2V. Als solcher können wir auch von ihm sagen:-qW7 nitpnpm Süß ist der Schlaf des treuen Arbiters bv»' N2in ck bjjo dk ob er wenig oder viel vom Leben genossen, wie auch mw '21 diese Stelle auf p2 Manwandte und bemerkte 0*22 pn >21 w ■ni» n«02 p'w n'sbn »». vh» na ri:& dieser hat . in seinen 28 Jahren mehr verarbeitet, als andere Ge- . lehrten in hundert Jahren. So hat er sein kurzes Leben benutzt, um sich die wahre Ruhe zu erringen und zu Erkämpfen rnt?n fcro bv bnas. Naphtali stand auf der Höhe des Feldes im Kampfe des Lebens und schwang sich in die Gefilde, von denen es heißt m» n'12 n M2. iVn um dort die Frucht seiner Thaten zu genießen nc a 2« '2 pnA ne». Diese Frücht, sein not stehen seinen Eltery bei und gewähren Mihnen Trostin schwetnis Leid! 5" Zi.Herr- Dir. T a.cha u e r nahm die Opfergesetze in -7^dem wöchentlichen Abschnitte 'zum Texte seiner Trauer-- l;'u^red6,-indsm. er^en Unterschied zwischen den allgemeinen j7®?***> dem'Speiseopfer des ^^^ohenpnesteis 'aus^ührte,. um daran nachzuiveisen, wie > " r-das Lebtü-em^sjedeü Gnzelnen dem des Hohenpriesters .gleiche und wie sich der theure Hingeschiedene schon in seinen jungen Jahren dessen beflissen, wie er hierin ein herrliches Beispiel gegeben. - Herr Dr. Braunschweiger führte in seinem ivv.1 die talmudische Erzählung an: Als dem Rabbi Jochanan b. Sakai ein an Gelehrsamkeit und Tugend ausgezeichneter Sohn gestorben und er darüber untröstlich schien, versuchten es einige Gelehrten, ihn mit gleichen Fällen aus der Bibel, wie Adam, Aron, David und Job zu trösten, er aber weigerte sich dessen, indem der Schmerz Anderer den seinen noch vermehre. Mit besserem Erfolge aber versuchte es R. Elieser b. Asaria durch ein Gleichniß. Ein König vertraute einem Diener ein teures Kleinod mit der verschärften Mahnung an, es sorgfältig zu hüten und makellos wieder zurückzu-, erstatten. Der Diener fürchtete die schwere Aufgabe und war glücklich, das theuerste Gut unversehrt und in seiner ganzen Herrlichkeit wieder zurückerstatten zu können. Das Gleichniß verfehlte seine Wirkung nicht auf das Herz des Trauernden und er sprach: «Dank Dir, mein Sohn, Du hast mich richtig getröstet." Also möge sich auch hier der schwer betroffene Vater in dem Gedanken trösten, daß er das ihm änvertraute theure Gut in seiner Reinheit, in seiner seelischen Vollendung, geziert mit .11m nra und nie av 'van zurückgeben konnte. Mit thränenerstickter Stimme brach der tiefgebeugte Vater am offenen Grabe in die Klage aus. laut no was soll ich sagen, wo Worte finden für meinen Schmerz; Worte, die besagen, was er mir gewesen pn h i'p' Weiß ich doch am besten, welchen Schatz an Wissen, an Frömmigkeit und Güte er in sich geborgen! PL1V2V 'bnv:, mein 'bjiw war voll des besten Willens, der Liebe und Güte *n N212 nbo voll des göttlichen Segens, ein Segen seiner Familie, ein Segen versprechender Sohn für weite Kreise., Aber so groß auch der Verlust, so groß auch mein Schmerz n jw ’a np*> Gott hat es gegeben, Gott hat es genommen. Sein heiliger Name sei gepriesen. Hierauf sprach Herr Distrikts-Rabbiner Adler von Kitzingen als Onkel, unter Anführung eines Gleichnisses aus dem tfipi Brno Ein König befahl seinem treuesten Diener, ihm einen Palast zu erbauen. Der Diener suchte sich seines Auftrages bestens zu entledigen. Bei der Aufführung des Baues ließ er an allen Theilen desselben den Namen des Königs anbringen. Als der König nach Vollendung des Palastes in denselben einzog, bemerkte er seinen Namen an allen Haupttheilen. Da sprach er: «Wie, mein Diener hat mir solche Ehre erwiesen, und ich sollte im Innern thronen, während er außen steht? Nein, rufet ihn, er wohne bei mir im Allerinnersten." Da. Mosche bei allen Theilen.der. Stiftswohnung sagte: „So wie Gott besohlen," darum habe auch Gott gesagt: „Wie, ich soll hier wohnen und'mein treuer Diener außen stehen? Nein, erIonrüie M'mir in 'mein Allerheiligstes." Darum heißt es nach Vollen-