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Der Israelit · 1902-04-03 · Heft 27 (3.4.1902) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 27 (3.4.1902)
Date
1902-04-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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593 schast, die die Familie Wolfs in Folge ihres humanen und liebevollen Wesens mit dem größten Theil unserer Gemeinde verband, wurde in mannigfachen Toasten gedacht. Ein ehemaliger Schüler war aus'der Ferne herbeigeeilt, um dem Jubilar den Dank seiner Jünger darzubringen, und nachdem Herr Wolfs in bewegten Worten für die zahlreichen Beweise der Liebe gedankt und einen warmen Appell an die Anwesenden gerichtet hatte, ja nicht die religiöse Fortbildung unserer-Knaben und Mädchen zu versäumen, schloß der offizielle Theil der Feier, der gemüthliche Theil hielt die Theilnehmer noch bis tief in die Nacht hinein in gemüthlicher Stimmung beisammen. Möge dem Scheidenden nach des Lebens Mühe und Arbeit ein glücklicher Lebensabend beschieden sein! Borken (Westfalen), 30. März. Es wäre eine angenehme Beschäftigung, an dem Triumphzuge Sr. Ehrwurden Rabbiner Herrn Dr. Marx durch Westfalen als Berichterstatter Ihrer gesch. Zeitung theilnehmen zu können, denn ohne Zweifel wächst das Interesse in dem werthen Leserkreise des „Israelit" für den Verein des orthodoxen Judenthums in der Provinz Westfalen, wenn man erfährt, daß der Hauptvertreter des Vereins an den Stätten seiner Wirksamkeit einen nie geahnten Erfolg erzielt, und so der heiligen Sache einen unbegrenzten Dienst erweist. . Sr. Ehrw. Herr Dr. Marx nahm vor einigen Wochen Gelegenheit, die seit vier Jahren schwebenden Differenzen der hiesigen Gemeinde mit dem Vorstande des Vereins zu beseitigen und durch die Vermittelung des hiesigen Vorstehers, Herrn I. F e i t h. führten die Unterhandlungen zu einem würdigen Abschluß. Dem Herrn Feith, sowie dem verherl. Repräsentanten- Kollegium wird es jeder Zeit zur Ehre gereichen, die Friedensbestrebungen des Herrn Dr. Marx unterstützt zu haben und kann nur die Zukunft die Früchte dieser Aussaat in ihrer Pracht zeitigen. Das ganze Herz voll dankbarer Empfindung gegen Gott, der Alles so zum Guten gelenkt, betrat heute Nachmittag Sr. Ehrw. Herr Dr. Marx die Kanzel und in warmen Worten, die diese Empfindung wieder spiegelten, begann er seine Rede: „Denn siehe, der Winter ist vorüber, der Regen enteilt, ist dahin; die Blüthen lasten sich sehen am Boden, die Zeit des Sanges, ist gekommen und die Stimme der Turteltaube läßt sich hören in unserem Lande." Hohelied II. 11. I 2. Änknüpfend an diese Stelle entwickelte Herr Dr. Marx ein Bild anmuthigster Gestalt, welches seine Zuhörer vollständig gefesselt hielt. Mit der Begeisterung, die dem verehrten Herrn Redner für das Judenthum und seine idealen Ausgaben inne wohnt, zog er seine Andächtigen mit sich fort und in dem reichen Wortschatz des Herrn Redners klang der Ausspruch „Jude sein, heißt Mensch fein" wie eine Offenbarung, zündend in alle Herzen. Es hieße das Meisterwerk, her Mhetörit verkleinern, wollte man Abrisse aus dieser ^stundigen, wunderbar durchdachten und formvollendeten. Ansprache wiedergeben. Mögen die Hoffnungen, .die. der verehrte Herr Dr. Marx mit seinem Schlußworte: der Winter ist vorbei, der Frühling nah"/, mit der heiligey Sache verband, sich realisiren. /'/ . ..' E. S/:r/-nV;_ Wurzburg, 28. März. Bon schwerem . Gange zürückkehrend und noch ganz unter dem Banne des Ereignisses stehend, gewährt es meinem Herzen.Erleichterung * dem, welchem unsere Trauer, unser Schmerz gilt,, in diesen, von ihm selbst so sehr geschätzten Blättern,'ein Denkmal zu setzen und Kunde zu. geben Von.dem .. schweren Verluste, der nicht nur eine unserer hochächt- / barsten, ehrwürdigsten Familien, sondern, auch , die Gesammtheit betroffen, v'Äip bvn nve», ovn.. '21 Dr. Herz B a m b e r g e rSohst jüi* feres hochverehrten Herrn Rabbiners N. Pamberger. ist am Mittwoch, den 26. dss., im 29. Lebensjahre aus unserer Mitte geschieden, um in das bessere Jenseits , einzugehen. Wer den edlen, für alles Hohe, und Gute begeisterten jungen Mann, kannte, wird mit uns in die Klage einstimmen prwitf» |roin bv b2n.Mhe um solch frühzeitigen Heimgang und daß dergleichen nicht viel gefunden wird. Hervorgegangen aus. einer Familie, in welcher die,Thora eine, Heim- und Pflegestätte; gefunden, der Sohn eines großen Vaters,./und Enkel eines obiy ji k a,. dessen Vorbild ihm noch.geleuchtet und dessen Einführung in nuii rrwv'er noch genossen, wuchs der Verblichene heran/?rnnrt «12 bv und eignete sich durch rastlosen Fleiß, durch Eifer und Liebe zur! Thora bald ein außerordentliches. Wissen v'pwv, 2^2, an, reifte frühzeitig zu einem P210/.N21L. 'heran und; wurde so mit der nnili ninn von bedeutenden ailsgezeichnet. Er war daher wohl befähigt, seinen Vater in d-er nxin sowie in den.Amtsgeschäften bestens und vielfach zu vertreten. Seine bei'seinem Väter be- > reits erworbenen Kenntnisse p"nr>2 suchte er noch an.den Jeschibos in .Berlin und Frankfurt . a, M. zu erweitern und überall bewährte sich seine n'wnn.'sein rastloses Streben und erzielte er die. schönsten Erfolge. Und wie. in der Thora, so erwarb er sich auch in den profanen Wissenschaften eine hohe Bildung, durch welche, er mit Auszeichnung promovierte. Eine literarische. Arbeit über die iTOsnni 'bnn ,'221 aus dem.Mittelalter. , beschäftigte ihn noch in der letzten Zeit, bis die Federseiner Hand entfiel und er unvollendet dasWerk, wozu er so mühsam ein reiches Material bereits gesammelt, verlassen mußte. Eine tückische Krankheit, der.» mit aller lleberwindnng zu widerstehen suchte, siegte' über/ das junge Leben und entriß ihn einem geliebten und liebenden Familienkreise, entriß ihn einer fruchtbaren Thätigkeii, die des Guten und Segcnsvollen so viel' \ hätte schaffen können. Keip Wunder, daß die. Kunde ' hiervon in weiten Kreisen die aufrichtigste Trauer und

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